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Das Projekt

Berlin, 12.05.2014.
Das Ehrenmal ist an die Grundstücksgrenze des Bendlerblockgeländes an der Hildebrandtstraße in Berlin gerückt. Es ist damit direkt an den öffentlichen Raum angebunden und frei zugänglich.

Ehrenmal der Bundeswehr

Öffnung des Ehrenmals zum Ministerium (Quelle: Bundeswehr/Bienert )Größere Abbildung anzeigen

Ein wandartiges Schiebeelement schließt das Bauwerk entweder zur Straßenseite oder zum Paradeplatz hin ab. Hierdurch wird eine hohe Flexibilität bei der Nutzung des Ehrenmals durch unterschiedliche Zugangssituationen erzielt.

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An der Grenze zum Bendlerblock

Die Lage des Ehrenmals und die Ausrichtung der Öffnung reagieren auf den bestehenden, leicht erhöhten Fahnenvorplatz, dessen mittlere der fünf Fahnen die Mittelachse des Paradeplatzes markiert. Bei den hier stattfindenden Zeremonien sind die Bewegungsabläufe von jeher auf diese Mittelachse und die Fahnen ausgerichtet. Durch das Ehrenmal entsteht an genau dieser Stelle ein neuer visueller Abschluss des Paradeplatzes. Gleichzeitig wird das Ehrenmal räumlich sowie ideell in den Kontext mit dem Bundesministerium der Verteidigung einbezogen.

Die gelungene Proportion ist für alle Nutzer gleichermaßen erlebbar: Sowohl dem Ehrenmal als Gesamtbauwerk als auch der Cella ist der Goldene Schnitt als ideale Proportion und Inbegriff von Ästhetik und Harmonie zugrunde gelegt. Das Ehrenmal versteht sich in seiner Gesamtkonzeption als begehbares und räumlich erlebbares Gesamtkunstwerk.

Durch die Reduktion der Mittel und den präzisen Einsatz von Materialien wird ein Ort geschaffen, der den Besucher berühren und das Augenmerk auf das Wesentliche richten lassen soll.

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Das Bronzekleid

Ehrenmal der Bundeswehr

Fein durchbrochenes Bronzekleid (Quelle: Bundeswehr/Bienert )Größere Abbildung anzeigen

Die tektonische Struktur aus Stahlbetonfertigteilen erzeugt den „Ort“. Über die Stahlbetonkonstruktion ist ein feines durchbrochenes Bronzekleid gelegt. Jeder Soldat trägt eine Erkennungsmarke. Die halbe Erkennungsmarke steht für den Getöteten, für den Tod.

In Anlehnung daran sind halbe Marken aus dem Bronzekleid gestanzt. Das ganze Objekt umhüllend, findet metaphorisch der alles umfassende Tod Ausdruck. Der Anordnung der ausgestanzten Marken liegt eine Codierung zugrunde, welche sich aus dem Morsealphabet ableitet. Die Stanzung stellt den Eid der Zeit und Berufssoldaten, das Gelöbnis der Wehrdienstleistenden sowie den Amtseid der Wehrverwaltung in codierter Form dar.

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Der Raum der Stille

Das Ehrenmal der Bundeswehr

Im Ehrenmal: Der Raum der Stille (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Der Raum der Stille wird zum Ort der Trauer. Das Innere dieses Raumes ist schwarz: Die realen Raumgrenzen lösen sich auf und dem Betrachter eröffnet sich ein entmaterialisierter Raum. So wie im Tod das Leben aus den Fugen gerät, erfährt die strenge Ordnung und tektonische Schichtung eine Irritation: Die letzte Bodenplatte hat sich aus der Ordnung des restlichen Ehrenmals gelöst und ist aus der Bodenebene herausgeschoben. Die Kraft, mit der sich scheinbar die Platte herausgeschoben hat, steht für das Ausmaß der Gewalt oder des Unglücks, welches ein Menschenleben hat enden lassen.

Licht strahlt durch das Oberlicht und die codierte Bronzehülle aus durchbrochenen Erkennungsmarken in das Innere. Ein Schattenspiel aus halben Erkennungsmarken bestimmt die polierte Oberfläche der Platte. Blumen und Erinnerungsstücke können darauf abgelegt werden. Die durch die Neigung der Platte entstehende Erhöhung definiert den Ort zur Kranzablage. Das Motiv der sichtbar werdenden Stirnfläche der Bodenplatte kehrt im Ort der Namensnennung wieder: in der Ansichtsfläche der horizontal über dem Zugang liegenden Betonscheibe. Hier schließt sich der Kreis.

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Die Namen der Toten

Das Ehrenmal der Bundeswehr

Lichteinfall ins Ehrenmal (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Die Nennung der Toten ist eine körperlose Schrift aus Licht. Die Darstellung wird mit einem LED-Display gelöst, das hinter transluzentem, also lichtdurchlässigem Beton in die Deckenplatte integriert ist. Die Namen erscheinen so scheinbar schwerelos im Raum.

Beim Verlassen des Raumes geht der Besucher auf eine goldschimmernde Wand zu – Gold steht für das Übernatürliche und die daraus resultierende Hoffnung in allen Kulturen. Die Inschrift lautet: „DEN TOTEN UNSERER BUNDESWEHR FÜR FRIEDEN RECHT UND FREIHEIT“. Sie ist als glattes Relief aus der goldschimmernden Wand herausgearbeitet.

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Das Buch des Gedenkens

Buch des Gedenkens

In Bronze gefasst: Das Buch des Gedenkens mit den Namen der Verstorbenen (Quelle: Bundeswehr/Steinert)Größere Abbildung anzeigen

Am 8. Mai 2014 eingeweiht, ergänzt das Buch des Gedenkens die Namensnennung im LED-Display. Es besteht aus 20 Bronzeplatten, auf denen die Namen aller Toten der Bundeswehr verzeichnet sind. Die Namen der Verstorbenen sind nach dem Jahr ihres Todes geordnet und können so gezielt aufgeschlagen werden.

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Stand vom: 12.05.14 | Autor: Planungsstab BMVg


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.gedenken.ehrenmal.projekt