Überblick: ISAF – International Security Assistance Force
Berlin, 26.07.2012.
Mit rund 100.000 Soldaten aus gut 50 Ländern ist die International Security Assistance Force (ISAF) der NATO in Afghanistan im Einsatz. Sie leistet im Auftrag der Vereinten Nationen einen militärischen Beitrag zur Stabilisierung und zum Aufbau Afghanistans.

Afghanistan war bis zum Jahr 2001 die wichtigste Operations- und Trainingsbasis des internationalen Terrorismus. Hier wurden die Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington geplant. Durch das militärische Eingreifen der Operation Enduring Freedom der internationalen Staatengemeinschaft gelang es, den terroristischen Kräften der Al-Qaida-Organistion und ihren Unterstützern bisherige Operations- und Rückzugsräume in Afghanistan zu verwehren.
Die Aufstellung der International Security Assistance Force (ISAF) erfolgte auf Ersuchen der Teilnehmer der ersten Afghanistan-Konferenz 2001 an die internationale Gemeinschaft und mit Genehmigung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Resolution 1386 vom 20. Dezember 2001). Anfang Januar 2002 treffen die ersten ISAF-Kräfte in Kabul ein.
Die internationale Friedenstruppe hat den Auftrag, die afghanische Regierung bei der Wahrung der Menschenrechte, der Herstellung und Wahrung der inneren Sicherheit, der Auslieferung von Hilfsgütern und der geregelten Rückkehr von Flüchtlingen zu unterstützen. Sie soll vor allem sicherstellen, dass sowohl die afghanischen Staatsorgane als auch die Vereinten Nationen in einem sicheren Umfeld arbeiten können.
Anfangs auf Kabul beschränkt, wird auf Wunsch der afghanischen Regierung das Operationsgebiet von ISAF stufenweise zwischen 2004 und 2006 auf ganz Afghanistan ausgeweitet, um auch außerhalb von Kabul für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Unter einer neuen Einsatzstruktur für ISAF wies die NATO den jeweiligen regionalen Bereichen Leitnationen zu.
Unter dem Eindruck der landesweiten Verschlechterung der Sicherheitslage entschließen sich die NATO-Staaten 2009 zu einer massiven Aufstockung der ISAF-Truppen und gleichzeitig zu einem weitreichenden Strategiewechsel. Die Anstrengungen im Bereich Aufbau und Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte werden deutlich verstärkt und das militärische Engagement stellt noch stärker den Schutz der afghanischen Bevölkerung in den Vordergrund. Auch die Nachbarländer Pakistan und Iran werden in den Dialog mit einbezogen.
Die Bundeswehr beteiligt sich seit Beginn der ISAF-Mission im Jahr 2001. Anfangs mit bis 1.200 Soldaten auf Kabul beschränkt, trägt Deutschland seit 2006 die Verantwortung im Norden Afghanistans. Das Bundestagsmandat erlaubt den Einsatz von bis zu 4.900 deutschen Soldaten. Damit ist Deutschland nach den USA und Großbritannien drittgrößter Truppensteller.
Derzeit versuchen circa 100.000 Soldaten, aufgeteilt in sechs Regionalkommandos unter Führung des US-Generals John R. Allen, die Afghanen stärker in die Verantwortung zu nehmen. Mit dem Beginn der schrittweisen Übergabe sollen die Afghanen die Sicherheitsverantwortung selbst übernehmen. Vor allem der Trend einer sich ständig verschlechternden Sicherheitslage ist gebrochen.
Durch die verstärkten Anstrengungen haben die afghanischen Sicherheitskräfte mit 345.000 Mann ihre Sollstärke von 352.000 fast erreicht. Auch die schrittweise Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen geht voran. Bis 2014 soll Afghanistan die volle Ausübung seiner Souveränität erreichen. Bis dahin soll ISAF seinen Auftrag, den Aufbau des afghanischen Staats mit abzusichern, weitgehend erfüllt haben.
