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Posttraumatische Belastungsstörung: Ein Überblick

München, 27.05.2010, Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr.
Nach Aufstellung der Bundeswehr war der Hauptauftrag mit der Verteidigung des Vaterlandes umrissen. In Zeiten des Kalten Krieges setzte die Sicherheits- und Verteidigungspolitik auf den Gedanken der Abschreckung. Die friedensmäßige sanitätsdienstliche Versorgung der Soldaten beschränkte sich bis in die 80er-Jahre auf körperliche Verletzungen. Der psychiatrische Bereich trat in den Hintergrund.

Mann mit gesenktem Kopf
PTBS: Eine Krankheit, kein Makel (Quelle: Bundeswehr/)Größere Abbildung anzeigen

Anfang der 80er-Jahre wurde der Leitfaden für Menschenführung unter Extrembelastung herausgegeben. Dieses Konzept orientierte sich an der Stresstheorie und es flossen erstmals moderne psychologische und psychotherapeutische Überlegungen ein. Bislang stützte sich die medizinische Forschung auf diesem Gebiet auf Erfahrungen des zweiten Weltkrieges. Nun basierten weitere Überlegungen auf den Erfahrungen des Korea- und Vietnamkrieges.

Mit der Auftragserweiterung der Bundeswehr im internationalen Verbund seit Anfang der 90er-Jahre etablierte sich das Konzept der Posttraumatischen Belastungsstörung im Fachbereich der Psychiatrie und Psychotherapie des Sanitätsdienstes der Bundeswehr.

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Seelische Narben

Die Medizin versteht unter dem Begriff Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) die Entstehung einer verzögerten Reaktion auf ein belastendes einmaliges oder wiederkehrendes negatives Erlebnis.

Erlebnisse oder Situationen die von der Normalität abweichen, können derartige Reaktionen auslösen. Einmalig belastende Erlebnisse finden wir beispielsweise als Zeuge oder Ersthelfer bei schweren Verkehrsunfällen oder eines Amoklaufs, wiederkehrende oder fortlaufende Erlebnisse sind beispielsweise Folter, Mobbing, Missbrauch oder Kriege. Letztgenannte Ereignisse betreffen vor allem Soldaten. Während kriegerischer Auseinandersetzungen werden Soldaten immer wieder mit schweren Schicksalen, Verwundung und Tod konfrontiert.

Ständige Anspannung während des Einsatzes kann dazu beitragen, das Erlebte nicht verarbeiten zu können. Erst nachdem der Einsatz beendet ist, kommt der Betroffene zur Ruhe. Das ist der Zeitpunkt an dem das Erlebnis neu erlebt werden kann. Wenn das Ereignis nicht bewältigt wird, kann das zu PTBS führen.

Symptome für die Entwicklung einer PTBS sind Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Albträume, Aggressivität, Ablehnung sowie Schuld- und Schamgefühle. Betroffene kapseln sich vom sozialen Umfeld ab, machen Überstunden, vermeiden Kontakt zu Familie und Freunden. Professionelle Hilfe ist notwendig.

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Jederzeit vertraulich oder anonym

Die Bundeswehr hat im Jahr 2004 das Psychosoziale Netzwerk gegründet. Auf Standortebene wird Angehörigen der Bundeswehr die Möglichkeit gegeben, bei Truppenärzten, Truppenpsychologen, Sozialarbeitern oder Militärseelsorgern Hilfe zu erhalten.

Darüber hinaus koordiniert und unterstützt die Arbeitsgruppe Psychosoziale Unterstützung (Fachleute des Sozialdienstes, der Seelsorge, des Psychologischen Dienstes und des Sanitätsdienstes der Bundeswehr als Geschäftsführer) bei der Behandlung. Schweigepflicht und Vertraulichkeit sind dabei oberstes Gebot.

Im Mai 2009 wurde mit einer Telefon-Hotline eine weitere Möglichkeit geschaffen, anonym eine erste Beratung zu erhalten.

Als vorbeugende Maßnahme können Einsatzrückkehrer eine Präventivkur beantragen. Einzige Voraussetzung ist der zeitliche Zusammenhang und Abschluss der Kur bis spätestens sechs Monate nach Einsatzbeendigung. Bundesweit kooperiert die Bundeswehr mit 16 Kliniken.

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Behandlung

Vorwiegend an den Bundeswehrkrankenhäusern erfolgt eine stationäre Behandlung erkrankter Soldaten. Ambulante Behandlungen erfolgen über Sanitätszentren oder zivile Ärzte.

Zur Optimierung ist in Berlin nach dem Aufbau eines Kompetenz- und Forschungszentrums (Mai 2009) durch die Fusion mit der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin ein Traumazentrum entstanden, das Forschung und Behandlung vereint.

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Weitere Informationen

Weiterführende Links

PTBS: Schnelle Hilfe

Öffnet PTBS Hilfeseite auf www.bundeswehr.de

FußFzeile

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Stand vom: 04.02.13


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.einsaetze.ptbs_einstieg.ueberblick