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Erste Adresse: Die Wehrdienstberater

Berlin, 21.12.2011.
Junge Menschen, die sich für eine Laufbahn bei der Bundeswehr interessieren, informieren sich am besten bei den Wehrdienstberatern. Diese geben einen Einblick in den Soldatenberuf, geben Hinweise zu Karrieremöglichkeiten und helfen bei den Formalitäten. Unsere Autorin hat zwei Wehrdienstberater begleitet.

Soldat sitzt mit Bewerber am Tisch

An einem Tisch: Jeder Interessent wird individuell beraten (Quelle: Bundeswehr/Eicker)Größere Abbildung anzeigen

„Das Gespräch mit meinem Wehrdienstberater war absolut eindrucksvoll“, blickt Hauptfeldwebel Glenn Moskal zurück. Es liegt schon fast neun Jahre zurück. In der Zwischenzeit hat sich Moskal bei den Feldjägern auf die Tätigkeit eines Ermittlers spezialisiert. Zweimal hat er bei Einsätzen in Afghanistan Tatorte untersucht und bei Anschlägen ermittelt. Keine leichte Aufgabe.

Eines war ihm indes immer klar: Er wollte unbedingt fünf Jahre Wehrdienstberatung machen. „Für mich war das damals so prägend, dass ich jungen Leuten etwas davon zurückgeben möchte“, erklärt der Hauptfeldwebel. Manchmal wird er von Bewerbern gefragt, ob sein derzeitiger Job mit Blick auf seine spannende bisherige Tätigkeit als Feldjäger eine Strafarbeit sei. „Ganz im Gegenteil, ich mache das sehr gerne hier und wollte das genau so“, sagt er dann.

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Lebensberatung inklusive

In der Berliner Julius-Leber-Kaserne ist das Wartezimmer der Wehrdienstberatung voll. Moskal führt Christian B. (Name geändert) in sein Zimmer. Der junge Mann hat Abitur, studiert im zweiten Semester Maschinenbau und ist 26 Jahre alt. Was das Gespräch vereinfacht: Herr B. ist Wiedereinsteiger. Er kennt sich schon aus im „Unternehmen Bundeswehr“.

Moskal geht dezidiert auf die Wünsche des jungen Mannes ein. Der möchte eine Feldwebellaufbahn beim Heer machen – oder auch Bootsmann bei der Marine. Ohne erlernten Beruf wird es aber schwer, erklärt ihm Moskal. Er rät dem jungen Mann, auch immer an das Ende der Dienstzeit zu denken.

„Es ist auch immer ein bisschen Lebensberatung mit dabei“, erklärt Moskal. Der Hauptfeldwebel hat Christian B. geraten, zunächst das Studium zu beenden. Danach könne er sich auch für die Offizierslaufbahn bewerben. Trotzdem hat Moskal mit B. einen zweiten Termin ausgemacht und wird ihm bei der Bewerbung für das Zentrum für Nachwuchsgewinnung Ost in Berlin-Grünau helfen.

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Der Soldatenberuf ist besonders

„Der Soldatenberuf ist etwas Besonderes. Es ist etwas anderes als Busfahrer zu werden“, erzählt Moskals Vorgesetzter, Oberleutnant Michael Wils-Kudiabor. Die Gefahr bei Auslandseinsätzen und der Gebrauch von Waffen sollten jedem Kandidaten bewusst sein. Deshalb liegt eine Priorität in der Wehrdienstberatung darin, den Bewerbern ein klares Bild vom Soldatenberuf zu liefern.

„Jeder, der interessiert ist, wird von uns beraten. Wir legen aber Wert darauf, ein authentisches Bild der Bundeswehr zu vermitteln. Die jungen Leute müssen wissen, worauf sie sich einlassen“, erklärt der Oberleutnant. Wils-Kudiabor gehört der Luftwaffe an und ist seit 2006 bei der Wehrdienstberatung. Einzelgespräche im Büro führt Wils-Kudiabor nur noch selten. Er koordiniert und nimmt die Außentermine wahr. Dafür ist Wils-Kudiabor in Berlin unterwegs.

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Gute Chancen, hohe Anforderungen

Szenenwechsel: Ein weiterer verregneter Dezembertag. Es wird schon dunkel vor dem Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur Mitte. Nach und nach trudeln etliche Jugendliche in Raum C ganz hinten im Gang ein – darunter vier Jungs von der Emanuel-Lasker-Schule. Nicolas S., gerade mal 14 Jahre alt, will Polizist werden. „Aber falls das nicht klappt, möchte ich mich über die Bundeswehr informieren.“

Nachdem sich der Raum gefüllt hat, fängt Oberleutnant Wils-Kudiabor mit viel Esprit und einer guten Handvoll Anekdoten seinen Vortrag an. Es geht um Voraussetzungen für eine Laufbahn bei der Bundeswehr – wie etwa deutscher Staatsbürger zu sein und kein Vorstrafenregister zu haben. Er erzählt von der Luftwaffe, der Marine, dem Heer; erwähnt die Universitäten der Bundeswehr und den Sanitätsdienst. Immer wieder weist der Oberleutnant auf die Besonderheiten des Soldatenberufes hin: „Auslandseinsätze und Mobilität müssen sein“. Und auch den „Dienst an der Waffe“ erwähnt er mehrfach.

Wehrdienstberater neben an Wand geworfener Präsentation, im Vordergrund Publikum

Routinierter Auftritt: Wehrdienstberater informieren auch im BIZ. (Quelle: Bundeswehr/Eicker)Größere Abbildung anzeigen

Die Augen der vier Jungs leuchten beim Thema „Luftwaffe“. Da werden Notizblöcke und Stifte gezückt. „Wenn, dann möchte ich zur Luftwaffe“, raunt Nicolas S. Der Eurofighter-Jet scheint es ihm sehr angetan zu haben. „Die Voraussetzungen für die Jet-Piloten sind besonders hoch. Da wird man zum Beispiel auf einen Stuhl gesetzt, der sich bis zu 28 Mal in der Minute dreht und es werden die Gehirnströme gemessen“, erklärt Wils-Kudiabor gerade.

Der Oberleutnant war mit seinen 2,10 Meter zu groß für den Pilotenberuf. Er hätte gar nicht erst in einen Jet hineingepasst. Die meisten der jungen Leute scharen sich nach dem Vortrag um den Wehrdienstberater. Das Interesse ist groß.

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Erster Ansprechpartner

Alle zwei Monate hält Wils-Kudiabor einen Vortrag im BIZ. Sein Terminkalender ist prall gefüllt: Besuche auf Messen, in Schulen, Schaltung regionaler Werbung. Außerdem begleitet er Schüler und Lehrer zu Truppenbesuchen. Um Wehrdienstberater zu werden, müssen die Soldaten einen Lehrgang an der Akademie für Information und Kommunikation in Strausberg machen. „Man lernt dort eine Menge über Kommunikation und die Motivation junger Menschen. Vor allen Dingen aber muss man diese Tätigkeit mögen und wollen“, sagt Wils-Kudiabor. Für viele Interessenten ist der Wehrdienstberater der erste Kontakt mit der Bundeswehr. Es ist ein wichtiger erster Eindruck.

„Wir wollen den Menschen, die zu uns kommen, einen Ansporn geben“, sagt Moskal. Eine Laufbahn bei der Bundeswehr ist mit viel Anstrengung verbunden. Man braucht eine gute Portion Ehrgeiz und Durchhaltevermögen. Aber der Soldatenberuf ist vielseitig und bietet viele Karrieremöglichkeiten. „Das Spannende ist, dass fast jeder durch die Wehrdienstberatung gegangen ist, der Mannschaftssoldat ebenso wie der General“, schließt Wils-Kudiabor.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Dr. Victoria Eicker


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