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Blog: UNAMID-Einsatz in Darfur

Einheimische in Darfur freuen sich
Unterstützung bei der Schaffung von Sicherheit für den Wiederaufbau: Der UNAMID-Einsatz (Quelle dpa/Chassot)

El Fasher, Sudan, 21.02.2013.
Die Bundeswehr unterstützt die Friedensmission UNAMID mit bis zu 50 Soldaten, vor allem Militärbeobachtern. Der Einsatz dient der Überwachung des Waffenstillstandes und dem Schutz der Bevölkerung in der Krisenregion des Sudan. Unser Blogger Major Paul H. und seine Kameraden leisten dabei einen dauerhaften Beitrag bei der Schaffung von Sicherheit für den wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbau.


21. Februar 2013: Abschluss eines ereignisreichen Einsatzes

Paul H. und ein UNAMID-Soldat
Alles hat ein Ende: Verabschiedung beim Force Commander (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ein Hotelzimmer in Khartoum, dasselbe wie vor mehr als einem halben Jahr. Das ist natürlich ein Zufall, aber gleichzeitig auch ein schönes Zeichen für den gelungenen Abschluss eines ereignisreichen Abschnitts meiner Soldatenlaufbahn. Denn die Zeit bei UNAMID ist nun vorbei, ich warte auf den Rückflug und beginne mit der Nachbereitung – unter anderem dem Schreiben des letzten Blogeintrags.

Das war in El Fasher nicht möglich, denn bis zuletzt war ich durch das Missionsende im Darfur in Bewegung. Die Wege, die man beim Auschecken zurückzulegen hat, ersetzen das Lauftraining. Zumal man den UN-Führerschein mit als Erstes abzugeben hat. Bis man dann alle Punkte des Laufzettels abgearbeitet hat, vergeht deutlich mehr als eine Woche. Dazu kamen in meinem Fall auch noch die Abmeldung beim Force Commander sowie eine Abschlusspräsentation in meiner Abteilung, die dazu diente, alle Mitarbeiter über die neue kleine Zelle zu informieren und meinen Nachfolger, Hauptmann T., allen vorzustellen.

Ein weiterer zeitaufwendiger Punkt waren die Übergaben, sowohl innerhalb der fachdienstlichen Aufgaben als auch als DDO, dem Dienstältesten Deutschen Offizier. Die neu geschaffene Terrain-Analysis-Zelle war innerhalb weniger Arbeitstage übergeben, die unabdingbare Einführung von Hauptmann T. bei den operativen Teilen der Mission war hingegen ein längerer Prozess. Bei den Aufgaben als DDO hat sich vor allem die Materialausgabe als recht zeitraubend herausgestellt, doch auch dieses Kapitel konnten wir rechtzeitig zum Abschluss bringen.

Nun ist, wie einführend erwähnt, meine Zeit bei UNAMID zu Ende. Noch einmal schnell in die warme Nachmittagssonne setzen, bevor einen das kalte Winterwetter in Deutschland wieder ereilt! Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihr Interesse an diesem Blog und wünsche allen Lesern eine gute Zeit.

Und wir als Redaktion danken Major Paul H., dass er zusätzlich zu seinen Aufgaben im Einsatz seit August letzten Jahres für bundeswehr.de gebloggt hat. Wir wünschen eine glückliche Heimkehr!

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28. Januar 2013: Die Ablösung ist da

Soldat mit Einheimischem
Langsam heißt es Abschiednehmen: Der Einsatz von Paul H. geht auf die Zielgerade (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Vor einigen Tagen sind die „Neuen“ im Sudan eingetroffen. Denn für den Groβteil meiner Kontingentsmitglieder ist das Ende der Zeit bei UNAMID erreicht. Auch für mich heißt es daher nun, langsam aber sicher den Abschied vorzubereiten.

Dazu gehört, neben dem Vorbereiten von Abschlusstreffen mit Vorgesetzten und Mitstreitern, vor allem der Check-Out-Prozess. Dieser erstreckt sich über einen erstaunlich langen Zeitraum und endet damit, dass man ohne Führerschein und mit abgeschnittener VN-Ausweiskarte die letzten Tage wieder vermehrt auf andere angewiesen ist. Nur gut, dass unser Kontingent im überschlagenen Einsatz und nicht mit einem Mal wechselt! Denn sonst wären die abschließenden Schritte wie Materialabgabe, Ausschleusung und die Fahrt zum Regionalflughafen mit einem enormen logistischen Aufwand verbunden.

Doch noch ist die Zeit bei UNAMID für mich nicht beendet. Zuerst gilt es, die Neuzuversetzten vom Regionalflughafen abzuholen und auf den ersten Schritten im Hauptquartier von UNAMID zu begleiten. Sie haben uns gegenüber den groβen Vorteil, dass sie direkt in die von uns angemietete „Deutsche Unterkunft“ einziehen können und nicht den Umweg über das UNAMID-Lager nehmen müssen. So bleibt ihnen deutlich mehr Zeit und auch Energie, neben der offiziellen Einführungswoche das Leben in und um das Lager zu erkunden. Wo gibt es das beste Gemüse? Wie funktioniert das Geldtauschen? Wo kann ich Sport machen? Alles Dinge des Lebens vor Ort, mit denen man sich vertraut machen muss, um wirklich anzukommen.

Für mich persönlich werden die die nächsten Tage mit den Vorbereitungen zur Übergabe meines Dienstpostens ausgefüllt sein. Denn mit dem Schwung neuer Offiziere ist auch meine Ablösung eingetroffen: Hauptmann T. wird von mir die neu etablierte Terrain-Analysis-Zelle übernehmen und sie weiter ausbauen. Neben der eigentlichen Übergabe, die nach der Einführungswoche folgen wird, werden Hauptmann T. und ich gemeinsam eine Abschieds- beziehungsweise Einführungsrunde durch das Hauptquartier drehen.

Bei dieser Runde werden wir nicht nur erneut die Möglichkeiten unserer Zelle aufzeigen, sondern auch die persönliche Basis für eine Zusammenarbeit von Hauptmann T. mit den verschiedenen Bereichen der operativen Teile schaffen. Dies ist in dieser Mission ein nicht zu unterschätzender Faktor für erfolgreiches Arbeiten.

Ich werde mich demnächst mit einem Bericht der verschiedenen Abschlussveranstaltungen auch aus diesem Blog verabschieden, denn im Gegensatz zu meinen Dienstgeschäften werde ich meine Blogger-Tätigkeit weder an meinen Nachfolger als Dienstältester Deutscher Offizier (DDO) noch an meine GeoInfo-Ablösung übergeben. Ich hoffe jedoch sehr, dass sich demnächst wieder ein Soldat findet, der aus dieser spannenden und abwechslungsreichen Mission berichtet, vielleicht einmal aus einem gänzlich anderen Bereich.

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27. Dezember 2012: Jahresabschluss

Blogger Paul H. mit Kameraden
Wünschen ein frohes neues Jahr: Unser Blogger Paul H. und seine Kameraden (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Zum Jahresende konnte die neue Terrain-Analysis-Zelle ihre ersten eigenen Beratungsprodukte im Hauptquartier präsentieren. Nicht dass wir vorher untätig gewesen wären, aber bis vor Kurzem lag der Fokus auf der Nutzung und Aufbereitung bereits vorhandener Datensätze und Produkte.

Nun habe ich erstmals im Hauptquartier einen Kartensatz vorstellen können, der auf selbsterfassten Daten aufbaut, nämlich den erfassten Patrouillenwegen der verschiedenen Teamsites unserer Mission. Kernbereich dieser neuen Karten ist die Evaluierung des Geländes samt der Wetter- und Umweltbedingungen, in dem Bewegungen unserer Teams stattfinden, um für die Planungen solcher Einsätze eine Entscheidungshilfe anzubieten.

Daher war die Präsentation vor allem für die Leiter der operativen Zellen interessant. In diesem Jahr waren erhebliche Probleme beispielsweise durch Starkregenereignisse aufgetreten, die nicht bei der Einsatzplanung berücksichtigt wurden.

Da derzeit das gesamte Hauptquartier vom Containerdorf in feste Gebäude, sogenannte „Hardwalls“, umzieht, war die Terminfindung äußerst schwierig. Die Absicht, die „hohen Herren“ für ein Briefing zu einem gemeinsamen Termin zu bitten, erwies sich schon recht bald als frommer Wunsch. Daher habe ich die verschiedenen Chiefs einzeln mit den Möglichkeiten der neuen Produktserie vertraut gemacht.

Die überwältigend positive Resonanz aller Bereichsleiter, mit denen ich sprach, zeigte, wie sinnvoll und gewinnbringend die geleistete Arbeit der letzten Wochen und Monate war. Leider weilte der neue Chef des Stabes, ein pakistanischer Brigadegeneral, bereits im Jahresurlaub, sodass die Vorstellung für die höchste militärische Führungsebene bis zum Januar warten muss.

Alles in allem war diese Präsentation, da ihr zudem eine Art Zertifizierung der Produkte innerhalb der GeoInfo-Section durch ihren Leiter vorausging, ein krönender Abschluss für das Jahr 2012 im Dienste von UNAMID. Nun bleibt mir nur noch, allen Lesern des Blogs und ihren Angehörigen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Start in ein hoffentlich gesundes und erfolgreiches Jahr 2013 zu wünschen.

I would also like to thank our international readers, predominantly from UNAMID, who are quite frequently following that blog, although they face some language barriers and have to make do with the pictures (or the occasional translation I try to offer every time I'm asked about the blog). I wish you a merry Christmas and a happy new year!

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28. November 2012: In der Qualitätsoffensive

Soldaten über eine Landkarte gebeugt
Informieren und Informationen sammeln: Besprechung in einer Außenstelle von UNAMID (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mi-8, Ausführung Mi-17 Friedenstruppe: Mit diesem schweren Transporthubschrauber ging es für mich und meinen Stabshauptmann vergangene Woche in eine der UNAMID-Teamsites (Außenstandorte). Ich habe mich sehr auf den ersten militärischen Hubschrauberflug seit meiner Zeit in der Luftwaffensicherungstruppe gefreut und wurde nicht enttäuscht: Auf dem Flug zeigte sich uns die Schönheit unseres Einsatzgebietes mit interessanten Bergformationen sowie weiten Wadis und savannenartigen Landschaften. Auch die für Mitteleuropäer beinahe unglaubliche Weite der menschenleeren Landschaft erschien uns im kaum gedämmten, vergleichsweise tief und langsam fliegenden Helikopter weitaus beeindruckender als bisher vom Flugzeug aus wahrgenommen.

Dieser Besuch war, wie bereits im letzten Blogeintrag angekündigt, eine Art Auftakt zur Vorstellung der Terrain-Analysis-Fähigkeiten außerhalb des Hauptquartiers, diente jedoch gleichzeitig zur Gewinnung aktueller Geo-Daten aus den Missionsgebieten. Im Marketingbereich würde man von „GeoInfo-Qualitätsoffensive“ sprechen, wie es treffend von einem unserer Kontingentsmitglieder ausgedrückt wurde.
Zusammen mit meinem Stabshauptmann aus der Operationszentrale des Hauptquartiers konnte ich dem stellvertretenden Batallionskommandeur – der Batallionskommandeur war zum Zeitpunkt unseres Besuchs krankheitsbedingt verhindert – die Möglichkeiten einer GeoInfo-Beratung für die Truppe vorstellen und die Batallionsführung davon überzeugen, dass eine moderne Geo-Zelle weitaus mehr zu bieten hat als nur Karten. Die Rückmeldungen aus der Teamsite wiederum werden uns helfen, sowohl die Geo- als auch die operationelle Datenbasis im Hauptquartier zu erweitern.

Unser Aufenthalt in einem Außenbereich von UNAMID hat uns außerdem gezeigt, wie vielseitig die Mission ist. Im Gegensatz zum eher zivil geführten Hauptquartier war die Teamsite ein gutes Beispiel dafür, dass wir uns in einer militärischen Mission befinden. Vom Empfang am Landeplatz über das Meeting im Operational Center bis hin zur Verpflegung und Unterbringung war alles durchgeplant und wurde militärisch zügig, aber gründlich abgewickelt – eine Wohltat nach den Erfahrungen mit der Bürokratie im Hauptquartier.

Nun, nach der Rückkehr in meine Abteilung, geht es an die Auswertung der gewonnenen Informationen und an die Verarbeitung innerhalb unseres Datenpools sowie natürlich auch um die Einarbeitung der Erkenntnisse in unsere Analysemöglichkeiten. Ich hoffe sehr, bald unserer Führungsebene die ersten Ergebnisse aus unserer Evaluation im Feld präsentieren zu können. Da ich in meiner Abteilung auf gut ausgebildete Fachleute zurückgreifen kann, habe ich keine Zweifel, dass ich schon bald an dieser Stelle von unseren Fortschritten werde berichten können.

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13. November 2012: Zurück an die Arbeit

Gruppenfoto einheimischer Kräfte und deutscher Soldat
Wieder zurück in Darfur: Unser Blogger im Kreise seiner Kameraden (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Der Urlaub ist beendet, ich bin nach Darfur zurückgekehrt. Die Zeit zu Hause war eine einzige groβe Kraftquelle für den zweiten Teil meines Dienstes im Hauptquartier von UNAMID. Man weiß die Annehmlichkeiten des Lebens im eigenen Familienumfeld noch mehr zu schätzen als sonst. Und auch ein einfaches Mettbrötchen vom Lieblingsmetzger schmeckte nach so langer Zeit im Ausland wirklich unvergleichlich gut.

Welch hohen Preis man zahlt, und auch die Liebsten, merkt man, wenn einen das eigene Kind zu Anfang der Urlaubszeit nicht mehr erkennt. Aber solche Erfahrungen gehören nun einmal unweigerlich zum Beruf des Soldaten. Und im Vergleich zu anderen Missionsteilnehmern, die ihre jüngsten Kinder bisher nur von Fotografien kennen, steht diese Erfahrung zum Glück zurück.

Ein schöner Einstieg in den Dienst nach dem Urlaub war, dass mir nach meiner Rückkehr die Bilder meiner Teilnahme an einer Medal-Parade vorlagen, bei der Verdienstmedaillen für die Tätigkeit bei UNAMID ausgehändigt wurden. In meiner Eigenschaft als DDO – Dienstältester Deutscher Offizier – der Mission war ich kurz vor meinem Abflug eingeladen, der Verleihung der Dienstmedaillen an Polizeikräfte des Hauptquartier beizuwohnen. Eine schöne Prozedur, bei der nicht nur die Medaillen verteilt und Snacks samt Getränken gereicht wurden, sondern auch ein reger Austausch mit den Teilnehmern über Kulturgrenzen und unterschiedliche Laufbahnen hinweg stattfand. So hatte ich beispielsweise die Gelegenheit zu erfahren, wie der Alltag eines Streifenpolizisten in Nigeria aussieht sowie Einblicke in die Aufgaben eines Polizeipräsidenten aus Zypern zu erhalten.

Aber nun zurück zu meiner eigentlichen Aufgabe, der GeoInfo-Beratung. Um die Arbeitsergebnisse der neuen Terrain-Analysis-Zelle weiter zu verbessern, werde ich in den kommenden Tagen zusammen mit einem Stabsoffizier aus der Operationszentrale – im Jargon „SO JOC“ genannt – zu einer von derzeit insgesamt 34 Team-Sites fliegen, um dem Kommandeur vor Ort vorzustellen, was eine Gelände-Analyse beihaltet und welche enormen Vorteile sie für die Operationsführung bieten kann. Dieser recht progressive Schritt erschien uns notwendig, da unsere neue Terrain-Analysis-Zelle anscheinend nicht in dem Umfang angenommen wird, wie wir uns das erhofft hatten. Wir denken, dass vielleicht ein wenig „Werbung“ helfen könnte. Da die höhere Führung im Hauptquartier dieser Idee nicht abgeneigt war, bereite ich derzeit die entsprechenden Anträge für Flug, Unterkunft und Verpflegung vor und stelle meine Präsentation für den Kommandeur zusammen.

Es steht also wieder eine spannende Zeit im Hauptquartier UNAMID an, von der ich Ihnen gerne berichten werde!

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22. Oktober 2012: Ab in den Urlaub

Bus mit dem Schriftzug „Unamid“ fährt durch eine Einfahrt
Ab nach Hause: Für unseren Blogger steht ein kurzer Erholungsurlaub in der Heimat an (Quelle: UN Photo/McKulka)Größere Abbildung anzeigen

Mittlerweile haben wir schon beinahe die Hälfte unserer Zeit im Hauptquartier UNAMID absolviert – die Zeit verging so unglaublich schnell! Ich habe das Gefühl, erst vor einigen Tagen die ersten Schritte in der Mission gemacht zu haben, dabei sind es nun tatsächlich knapp drei Monate, die wir schon im Sudan weilen.

Die letzten Tage waren mit der Verankerung meiner neuen Funktion in die bestehende Struktur der Mission ausgefüllt. Denn auch wenn die Idee einer Terrain-Analysis-Zelle (TerA-Zelle) sehr positiv aufgenommen wurde, gilt es doch, einige bürokratische Hürden bei der Umsetzung zu meistern. Es ist eben nicht mit einer ersten Präsentationen der Fähigkeiten einer TerA-Zelle getan. Auch ganz profane Schritte wie zum Beispiel die administrative Eingliederung der Zelle in die UNAMID-Struktur, die Erteilung einer entsprechenden E-Mailadresse oder der Zugang zu sensitiven Bereichen wie der Abteilung Militärische Sicherheit wollen beantragt beziehungsweise erledigt werden.

Nachdem bereits einige Kameraden im Urlaub waren, bin nun auch ich an der Reihe und werde für einige Tage in die Heimat fliegen. Ein schönes Gefühl, nach so einer langen, ereignisreichen Zeit wieder nach Hause zu fahren, um ein wenig Kraft zu tanken für den zweiten Teil des Einsatzes. Und natürlich auch, um mal wieder ein Mettbrötchen zu essen!

In diese zweite Etappe werden weitere interessante und, wie ich hoffe, berichtenswerte Ereignisse fallen. Ich denke dabei zum Beispiel an Besuche der Bereichshauptquartiere, die im Land verteilt sind, welche sicherlich sehr vielschichtige Eindrücke von der Mission außerhalb des UNAMID-Hauptquartiers bereithalten werden.

Bis dahin melde ich mich zunächst ab in den Urlaub!

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11. Oktober 2012: Hier im Einsatz vergeht die Zeit erstaunlich schnell

Soldaten und Mitarbeiter sitzen am Tisch
Gemeinsam im Sudan: Bundeswehrsoldaten feiern mit UNAMID-Angehörigen den Tag der Deutschen Einheit (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Gestern noch ein „Tapsi“, heute bereits der „alte Hase“, der den neuen Kameraden am Flughafen in El Fasher abholt. Letzte Woche konnte ich als DDO (Dienstältester Deutscher Offizier) den Nachfolger für einen im letzten Monat abgereisten Kameraden begrüβen.

Hauptmann B. ist zwar zum ersten Mal im Sudan, war aber bereits im Auslandseinsatz. Er ist gerüstet und hoch motiviert für seine Zeit im Darfur. Somit sind wir wieder zehn deutsche Soldaten hier. Deutschland ist, ganz nebenbei bemerkt, der letzte NATO-Partner, der sich im Darfur einbringt - ein Zeichen für unser Engagement bei den Vereinten Nationen.

In die ereignisreichen letzten Wochen, über die ich berichtete, fiel auch mein Geburtstag. Es ist schön festzustellen, dass man im Einsatz nicht vergessen wird. Neben dem Einsatzführungskommando hat auch der Leiter meines Fachdienstes, Brigadegeneral Brunner, seine Glückwünsche übermittelt. Über beide Nachrichten habe ich mich sehr gefreut. Doch auch meine Kameraden vor Ort haben sich eine sehr nette Überraschung einfallen lassen und für mich eine Feier in unserem Haus organisiert. Danke hierfür nochmal!

Mittlerweile wiederholte sich auch zum 22. Mal ein weiterer „Geburtstag“: der Tag der Deutschen Einheit und somit die Geburt der wiedervereinten Bundesrepublik. Diesen Feiertag begingen wir auch hier im Sudan. Für uns als Soldaten und interessierte Staatsbüger in Uniform ist dieses Datum mehr als nur ein normaler Feiertag. So wollten wir ihn mit Angehörigen des UNAMID-Stabes begehen. Hierfür haben wir einen Empfang geplant, wobei ich auf die tatkräftige Unterstützung eines Kontingentangehörigen zählen konnte.

Er hat in seinem früheren Leben den Beruf des Kochs erlernt. Essen und Trinken waren also in kompetenten Händen. Blieb noch die Organisation des Empfangs selbst sowie das Erstellen der Rede. Ich dachte zuerst, dass die Rede die gröβere Herausforderung darstellen würde, doch weit gefehlt. Viel umständlicher ist nämlich die Prozedur der Einladungen.

Der Protokolloffizier übergibt einem die Liste mit VIP`s, die für eine solche Veranstaltung einzuladen sind. Dabei gilt es verschiedene Ebenen des VIP-Status zu unterscheiden. Wer muss eine persönliche Einladung erhalten? Wer kann per Mail eingeladen werden? Und vor allem, stimmen die Namen auf der Protokoll-Liste noch? Schließlich bleiben auch VIP`s nicht ewig auf ihren Dienstposten. Nachdem auch diese Hürde gemeistert und die Rede geschrieben war, warteten wir gespannt am frühen Abend des 3. Oktober auf unsere Gäste.

Die Veranstaltung wurde, trotz der Absagen einiger Missions-VIP, ein voller Erfolg. Dazu trug vor allem die Anwesenheit unseres Force Commanders, Generalleutnant Nyamvumba (Ruanda), bei. Auch die Rede kam bei den Gästen gut an. Alle anwesenden Missionsangehörigen hatten zusätzlich die Gelegenheit, sich mit dem anwesenden acting Chief of Mission ausgiebig zu unterhalten. So erhielten sie an diesem gelungenen Abend zusätzlich interessante Einblicke in die Führungsebene von UNAMID.

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1. Oktober 2012: Der Force Commander lässt bitten

Menschen in einem Sitzungssaal
Multikulti in der Praxis: Alle Angehörigen von UNAMID feiern gemeinsam (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Jeden Abend gegen 17 Uhr Ortszeit werden die UNAMID-Stabsoffiziere aufgefordert, mit den Universal-Funkgeräten, die auch für Telefonate und GPS-Ortung genutzt werden können, am Radio-Check teilzunehmen. Dieser Radio-Check ist Bestandteil des Sicherheitspakets hier im Hauptquartier, zusammen mit weiteren Maβnahmen wie der Zugangskontrolle, der Satelliten-Überwachung der Fahrzeugbewegungen oder der ständigen Patroillen in und außerhalb des Lagers.

Auch wenn die Teilnahme am Radio-Check zu einer ungünstigen Uhrzeit erfolgt – manch einer ist gerade beim Sport oder kurz in der Kantine –, ist diese Sicherheitsmaßnahme durchaus sinnvoll, wenn man bedenkt dass seit unserer Ankunft im Einsatzgebiet mehrere UNAMID-Angehörige durch Aktionen von Rebellen oder Kriminellen gezielt geschädigt wurden. Wir lassen uns daher von dem friedlichen Eindruck im Hauptquartier und den umliegenden Gebieten nicht täuschen und halten uns an die Sperrstunden. Von uns genutzte Fahrzeuge werden über Nacht innerhalb unseres Grundstücks abgestellt.

Die Wachen, die in Schichten die Anwesen der außerhalb des Lagers wohnenden UNAMID-Angehörigen beschützen, werden nicht nur durch die UN bezahlt, sie erhalten bei UNAMID auch eine angepasste Wach-Ausbildung samt Zertifizierung. Unsere Wachen haben uns gerade erst stolz ihre Auszeichnungen präsentiert. Dass die allgemeine Sicherheitslage trotz all dieser Maβnahmen als „angespannt bezeichnet wird, ließ sich nicht nur an den gewalttätigen Protesten in Khartoum verfolgen. Wir können dies mittlerweile sogar aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor einigen Tagen kam es zu Schusswechseln zwischen mutmaßlichen Rebellen und staatlichen Kräften im Bereich des Hauptquartiers, nahe unserer Unterkunft. Zum Glück gab es keine Verletzten.

Das Leben in El Fasher hat natürlich auch angenehme Seiten. Ähnlich unserem Bundeswehrsozialdienst bietet die UN für ihre Angehörigen viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Die UNAMID Welfare-Section betreibt eine Bücherei, Internet-Cafés, ein Fitnessstudio und bietet regelmäßige Abendveranstaltungen an, von denen die Karaoke-Nacht am besten angenommen wird.

Ein weiteres Highlight in unserem Missionsalltag war der vor kurzem gegebene Empfang des Force Commanders für alle Dienstgrade des Hauptquartiers. Der Schwerpunkt lag an diesem Abend eindeutig auf dem kulturellen Anteil, denn viele der truppenstellende Nationen zeigten in eindrucksvollen Darbietungen ihre lokalen Traditionen.

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30. September 2012: Geo-Informationen – mehr als Landkarten

Soldat am Rechner
Stabshauptmann L. ist einer der „Kunden“ für Geo-Informationen (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mittlerweile haben wir in unseren Abteilungen die Arbeit aufgenommen und sind in alle Arbeitsabläufe voll eingebunden. Wir haben also im positiven Sinne eine Routine entwickelt. Daher habe ich nun Gelegenheit, näher über meinen eigentlichen Auftrag zu berichten. Wie bereits am Beginn des Blogs erwähnt, diene ich als GeoInfo-Stabsoffizier und gehöre damit einem der drei Fachdienste der Bundeswehr an. Auch im Hauptquartier von UNAMID bin ich – sozusagen „artgerecht“ – in diesem Spezialgebiet eingesetzt.

Ich leiste meinen halbjährigen Dienst in der GIS-Section. Diese besteht überwiegend zivilen UN-Angestellten, die sich im Schwerpunkt um die digitale sowie analoge Versorgung der Mission mit jeglicher Art von Kartenwerken kümmern. Auch ein digitales Oberflächenmodell des Darfur, nach ähnlichem Prinzip wie Google Earth, wird durch die uns bereitgestellt und anhand neuer Satellitenbilder fortlaufend aktualisiert.

Einen sehr zeitintensiven Anteil bildet die Qualitätsprüfung fertiger Karten, bevor diese an die Auftraggeber überstellt werden. Dabei ist vor allem Geduld und Ausdauer gefragt: Entspricht die Legende dem Inhalt der Karte? Werden auf verschiedenen Karten die gleichen Legenden-Symbole verwendet? Stimmt das „Kleingedruckte“, sprich Bearbeitungsstand, Koordinatensystem, Bezugssystem?

Die deutlich wichtigere Aufgabe für mich besteht im Aufbau der Geländeanalyse-Fähigkeit. Diese auftragsbezogene individuelle Analysekompetenz bewertet alle räumlichen Einflussfaktoren für die operative Entscheidungsfindung und gehört zu den entscheidenden Leistungen einer GeoInfo-Beratungsstelle. Diese Fähigkeit fehlt derzeit in UNAMID. In Absprache mit dem Chief GIS entwerfen wir daher ein Konzept für eine Terrain-Analysis-Cell (TerA-Cell; Team Gelände-Analyse), um so den operativen Bereich unterstützen zu können.

Ein spannendes Unterfangen, da die entsprechenden Unterlagen sich auf bestehende Dokumente beziehen müssen und natürlich auf Englisch abzufassen sind. Einfacher hingegen ist die Frage der Präsentation unserer zukünftigen Analyse-Ergebnisse. Da die GIS Section wie erwähnt eine Art digitalen Globus des Darfur betreibt, lässt sich dieses Instrument auch hervorragend für die Visualisierung der Ergebnisse der Geländeanalyse nutzen.

Unser Vorhaben wird auch in anderen Bereichen der Mission wie dem JMAC (Joint Analysis Misssion Centre) oder der JOC (Joint Operations Command; Zelle der militärischen Operationsführung) sehr begrüßt, wie ich von Stabshauptmann L., meinem Stellvertreter als DDO, erfahren habe. Stabshauptmann L. leistet seinen Dienst als Duty Officer in der JOC und ist, gemeinsam mit seinen Kameraden, sozusagen „Auge und Ohr“ der Mission. Die bisher einzige Form der GeoInfo-Unterstützung für seine Zelle besteht in der Bereitstellung von Kartenmaterial; eine aktive GeoInfo-Beratung für die Planung militärischer Operationen wird schmerzlich vermisst.

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3. September 2012: Die erste „richtige“ Arbeitswoche im Hauptquartier

Auto fährt um Pylonen
Fahrschulausbildung unter den wachsamen Blicken der Ausbilder (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem wir die ersten Administrationsschritte sowie die Unterkunftsfrage erledigt hatten, begann endlich unsere erste richtige Arbeitswoche im Hauptquartier. Sie bestand aus einer Reihe unterschiedlicher Einführungsveranstaltungen, an deren Ende das bereits erwähnte Zertifikat ausgegeben wurde, das uns nun bescheinigt, für den Einsatz bei UNAMID gewappnet zu sein.

Während dieser ersten Tage im Hauptquartier war auffällig, mit welch groβem Interesse unsere Ankunft in der Mission aufgenommen wurde. Immer wieder fiel ein „Guten Tag“ in den verschiedensten Sprachfärbungen, wir wurden auf unser Heimatland angesprochen sowie von VN-Mitarbeitern, Militärs und Einheimischen willkommen geheiβen. Das Ausmaβ, in dem unsere Anwesenheit wahrgenommen wird, ist nicht nur überraschend, es zeigt uns auch, dass das deutsche Engagement in der Mission sehr positiv aufgenommen wird.

Nach dem Abschluss der Einführungstrainings am Integrated Mission Training Center wurden die Dienstposten verteilt. Dieses wurde durch den Bereich CMPO (Chief of military personnel; sozusagen der Personalbereich von UNAMID) vorbereitet, die Einweisung in unsere Dienstposten erfolgte durch einen nigerianischen Stabsoffizier. Obwohl wir alle für unseren Einsatz mit bestimmten Dienstposten durch das Einsatzführungskommando ausgestattet waren, wurde es noch einmal spannend, da das Personal bei Bedarf durchaus innerhalb eines Bereiches frei eingesetzt werden kann und somit andere Tätigkeiten als ursprünglich geplant ausübt.

Dies gilt auch für uns; zwei der neuen Kontingentmitglieder werden in anderen Zellen als den vorgesehenen ihren Dienst verrichten. Mit unserem Einsatz ist die Bundeswehr bei UNAMID nun in vielen wichtigen Bereichen vertreten: Wir haben Offiziere bei der Personalführung, beim Einführungstraining, der Operationszentrale, im Logistikbereich, bei der Flugsicherheit, der Materialüberprüfung und, last but not least, natürlich im Bereich der GeoInfo-Beratung.

Der abschließende Schritt in ein „selbständiges Missionsleben“ war der Erwerb des VN-Führerscheins. Immer sonntags besteht in El Fasher die Möglichkeit – sofern man im Besitz einer gültigen nationalen Fahrlizenz ist –, die VN-Fahrprüfung abzulegen. Und die war gar nicht mal ohne: Mit dem für diese Mission typischen Fahrzeug, einem geländegängigen Pkw japanischer Fabrikation, mussten wir einen mit Pylonen abgesteckten Parcours abfahren und dabei einmal linksseitig, einmal rechtsseitig sowie rückwärts einparken. Bei Pylonen-Berührung war man durchgefallen.

Hinzu kam noch, dass man für die Absolvierung nur ein paar Minuten Zeit hatte, also gegen die Uhr kämpfen musste. Der anschließende Fahrtest im Supercamp war, trotz der zu absolvierenden Geländefahrt, dann keine allzu große Herausforderung mehr, sodass alle Kontingentsmitglieder ihre Fahrberechtigung erhalten haben.

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27. August 2012: Die Ankunft

Gebäude und Einwohner von El Fasher
Typische Gebäude in El Fasher: Helle Farben bestimmen das Bild (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nach der Ankunft in El Fasher sind wir von meinem Vorgänger als Dienstältester Deutscher Offizier (DDO), einem Hauptmann der Luftwaffe, am Flughafen in Empfang genommen worden. Hauptmann J. war für uns Neulinge eine große Hilfe, da er bereits vor unserer Ankunft für uns wichtige administrative Schritte in die Wege geleitet und insbesondere ein erstes Quartier für uns organisiert hatte. Diese Unterkunft befand sich im AMIS-Lager, sozusagen der Keimzelle der Mission.

Von hier führte die Afrikanische Union ihren Einsatz im Sudan zur Friedenssicherung seit 2004, bevor zu Beginn des Jahres 2008 die Mission UNAMID durch die Resolution 1769 des VN-Sicherheitsrates ins Leben gerufen wurde. Nach der Unterbringung im Gästehaus in Khartoum hatten wir im AMIS-Camp zwar Einzelzimmer, jedoch konnte die neue Unterkunft sonst nicht mit dem Gästehaus mithalten. Die Zimmer waren sehr klein, die installierte Klimaanlage überdimensioniert. Man fühlte sich also entweder wie in der Sauna oder im Eisschrank.

Die nächsten Tage haben wir mit der wohl allerorts typischen Lauferei der Neulinge verbracht. Ich bin von meinem Vorgänger in die Abläufe eingewiesen worden, zu der beispielsweise das Verbindunghalten mit dem Einsatzführungskommando in Potsdam gehört und habe auch das Material des deutschen Kontingents übernommen.

Die Suche nach einer Unterkunft besaß für uns in diesen ersten Tagen den größten Stellenwert, nicht nur wegen der Wohnqualität unserer AMIS-Unterkünfte, sondern insbesondere wegen der angespannten Unterkunftssituation im Camp. Die Zahl der Unterkünfte für Stabspersonal, die nicht einem Militärkontingent der Truppensteller angehören, wird derzeit erweitert und kann den tatsächlichen Bedarf kaum decken. Für die sogenannten hardwall-accommodations gibt es Wartezeiten, auch die Prefabs (also Containerwohnungen) waren nicht sofort verfügbar.

Da diese Unterkünfte aber nicht nur rar, sondern zudem auch noch recht teuer sind, entscheiden sich viele Stabsangehörige für eine Unterkunft außerhalb des Lagers. Auch wir haben außerhalb eine geräumige Unterkunft gefunden, die uns im Vergleich zum Rundum-Sorglos-Paket einer Lagerunterkunft auch noch in Schwung halten wird: um Wasser- und Stromversorgung, Notfallgenerator und Bewachung müssen wir uns in Zukunft selbst kümmern.

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16. August 2012: Ausbildung und Abreise

Gebäude und angelegter Garten in Sudan
Ankunft in Khartoum (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Ich werde Ihnen an dieser Stelle im nächsten halben Jahr über meinen Dienst bei UNAMID berichten. Bitte gestatten Sie, dass ich mich kurz vorstelle:

Mein Name ist Paul H., ich bin Geoinformations-Stabsoffizier und derzeit im Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr in Euskirchen eingesetzt. Meine dortige Hauptaufgabe im Bereich der Terrain Analysis-Teams hat mir in den letzten zwei Jahren sehr interessante Einblicke in verschiedenste Bereiche der Bundeswehr ermöglicht, nun habe ich die Gelegenheit, auch auf internationalem Parkett Erfahrung zu sammeln.

Gleichzeitig kommt mir die Aufgabe zu, als sogenannter DDO (Dienstältester Deutscher Offizier) die Interessen unserer derzeit genau zehn Mann starken deutschen Truppe gegenüber der Mission zu vertreten. Der DDO ist auch eine Art verlängerter Arm des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Dem dortigen Dezernat Beobachtermissionen sind wir für die Zeit unseres Einsatzes unterstellt.

Der Verlegung ins Einsatzgebiet, gemeinsam mit sieben Kameraden von Berlin über Frankfurt und Khartoum, gingen äußerst interessante Wochen der einsatzbezogenen Ausbildung voraus: sie begann im Januar mit der Teilnahme am sogenannten UNSOC, dem UN-Staff-Officer-Course an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Highlight war nicht nur das Dozententeam aus Stabsoffizieren sowie einem General im Ruhestand, das in New York und in unterschiedlichen Missionen für die Vereinten Nationen (VN) aktiv war, sondern auch die internationale Besetzung, die einen ersten Eindruck des multinationalen-interkulturellen Arbeitens vermittelte. Für mich folgte im Frühjahr eine spezialisierte fachdienstliche Software-Schulung am Ausbildungszentrum des GeoInfo-Dienstes in Fürstenfeldbruck, die Einweisung durch das Einsatzführungskommando sowie die Einsatzvorbereitende Ausbildung im Rahmen von Konfliktverhütung und Krisenbewältigung (EAKK) am Ausbildungszentrum in Germersheim. Last but not least endete die einsatzbezogene Ausbildung Sanitätsdienst im Juni mit dem Lehrgang Einsatzersthelfer an der Fachschule für Rettungsdienst in Ulm.

Doch nachdem dieser Ausbildungsmarathon absolviert war, fehlte allen neuen Kontingentsangehörigen immer noch eine wesentliche Kleinigkeit: unser Visum. Aus unbekannten Gründen hatte sich die Visa-Vergabe verzögert, sodass sich unsere Abreise auf Ende Juli verschob. Nun war es aber endlich soweit.

Nach Ankunft in Khartoum begann der Check-in bei der UNAMID-Außenstelle in der Hauptstadt Sudans. Eine Woche verging mit Warten, Anstehen, Formularen, Tests – und Warten. Die Zeit in Khartoum diente uns auch zur Akklimatisierung, denn Wetter und Witterung sind wahrlich nicht mit heimischen Gefilden zu vergleichen. Bei Temperaturen von 40 Grad Celsius tagsüber und knapp 30 Grad nachts lernten wir langsam, uns an das Klima für die nächsten Monate zu gewöhnen.

Nach einem netten kleinen Empfang im Garten des Deutschen Botschafters ging es am 1. August per VN-Flieger weiter nach El Fasher, wo wir alle als sogenannte Mission Experts in den verschiedensten Bereichen der Mission eingeplant sind. Mit der Ankunft in El Fasher beginnt jedoch immer noch nicht unser eigentlicher Auftrag. Denn noch sind wir keine Mission Experts, sondern „Tapsis“, die erst ein Zertifikat ablegen müssen: das „Certificate of Participation” des Integrated Mission Training Centers.

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Stand vom: 05.03.13


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