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Interview: Als deutscher Luftwaffensoldat in Afrika

Schwielowsee, 19.04.2012.
Als einer von maximal 20 deutschen Soldaten nimmt Hauptfeldwebel Jens P. an der Trainingsmission der EU für Somalia (EUTMSOM) teil. Die fordernde Aufgabe der Mission ist die Ausbildung somalischer Rekruten in Uganda. Kurz vor seinem Abflug nach Afrika stand Jens P. für ein Interview zur Verfügung.

Zwei Soldaten sitzen sich gegenüber
Spannung vor dem Abflug: Jens P. im Interview (Quelle: Bundeswehr/Nakszynski)Größere Abbildung anzeigen

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Wie kommt es, dass ein Soldat aus dem Waffensystemkommando der Luftwaffe nach Afrika geht?

An meinem Dienstort wurden Freiwillige für die Ausbildung in Uganda gesucht. Nachdem ich erfahren hatte, dass ich den Anforderungen entspreche, habe ich mich dann freiwillig gemeldet. Auf Bildern aus anderen Einsätzen sah ich Soldaten umringt von lächelnden Kindern. Das hat mich sehr bewegt – die waren glücklich, dass wir da sind. Das war einer der Gründe für mich, da es den Menschen in Afrika ja deutlich schlechter geht als uns in Deutschland.

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Wie haben sie sich auf den Einsatz vorbereitet?

Ich habe eine intensive Einweisung durch das Einsatzführungskommando erhalten. Dazu gehörte auch ein Gespräch mit dem Psychologen. Zusätzlich bekam ich natürlich auch die Ausrüstung sowie Medikamente für den Notfall.

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Sie gehen mit viel Engagement an die Aufgabe. Wissen sie konkret, was sie erwarten wird?

So richtig weiß ich es nicht. Derzeit bin ich im Kontakt mit meinem Vorgänger. Von ihm habe ich viele nützliche Information erhalten. Ich werde verantwortlich sein für Real-Life-Support. Das heißt ich kümmere mich auch um die Waffenkammer, gebe die Waffen zur Ausbildung aus und nehme sie zurück. Sollte Material defekt sein, beschaffe ich Ersatz. Zusätzlich bin ich für die Fahrzeuge verantwortlich, organisiere Reparaturen, wenn nötig. Und letztlich die Verpflegung. Da die Verpflegung von einem südafrikanischen Unternehmen bereitgestellt wird, gibt es sicher viele Absprachen vor Ort zu treffen.

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Also sind Sie im Prinzip der Spieß?

Spieß, Nachschub, Betreuung, alles. Mein Vorgänger sagt, der Einsatz steht und fällt mit diesem Dienstposten. Wenn man sich dort nicht kümmert, nicht macht, nicht tut, dann läuft nicht viel. Und wenn die Autos nicht fahren, wenn die Verpflegung nicht stimmt, ist die Stimmung schlecht.

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Hat Ihr Vorgänger auch etwas zu ihrem künftigen Tagesablauf gesagt?

Ja, er sagte mir, er sei morgens der Erste, der sein Büro betritt und abends der Letzte, der rauskommt. Von Montag bis Samstag wohl Vollzeit.

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Wissen Sie, unter welchen Umständen Sie Ihren Dienst dort leisten werden? Unterbringung, Verpflegung, Kontakt nach Hause?

Die Verpflegung soll sehr gut sein, eine eigene Wasserversorgung haben wir auch. Ich werde in einem Container mit Ventilator leben, bei subtropischem Klima mit 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, aber gemäßigten Temperaturen, da wir dort auf einer Hochplateau–Ebene sind. Nicht zu heiß, aber die Schwüle sei wohl schwer erträglich. Zurzeit ist ja auch Regenzeit. Im Camp gibt es Internet und Telefon. Die Verbindung soll sehr gut sein, leichte Verzögerung, aber sonst einwandfrei.

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Könnte Ihnen vor Ort vielleicht etwas zu schaffen machen?

Die Schwüle wird mir, denke ich mal, sehr zu schaffen machen. Da unser Team aus vielen EU-Nationen besteht, ist unsere Arbeitssprache Englisch. Am Anfang wird es bestimmt einige Sprachprobleme geben.

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Stand vom: 20.04.12 | Autor: Robert Lehmann


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.multimedia.onlinetagebuecher.blog_uganda.interview