Auftrag Führen – ein Offizierstagebuch

„Da geht's lang“: Franziska Eisel in ihrem Metier (Quelle: Bundeswehr/Böhme)
Oberleutnant Franziska Eisel hat kürzlich das Studium an der Universität der Bundeswehr absolviert. Nun hat „die Truppe“ sie wieder. Die 24-Jährige berichtet über ihre weitere Ausbildung, ihre Erwartungen und ihre Erfahrungen. Dabei unterstützt sie ihre Kameradin Karolin Böhme.
Beiträge 2012
Es ist ein seltsames Gefühl. Nach mehr als sechs Jahren schließe ich meine Ausbildung zum Offizier ab.
Seitdem ich in Mayen bin, stellt sich mir die Frage, was das Bataillon für Operative Information vom Zentrum Operative Information unterscheidet. Mit dem momentan laufenden Praktikum im Bataillon habe ich die Chance es herauszufinden.
Durch das Eingangstor hindurch, will ich meinen Augen nicht trauen: Mir traben Pferde entgegen. Das ist für mich das erste Indiz, dass ich in keiner normalen Kaserne sein kann. Tatsächlich stehe ich in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf.
Montagmorgen 6.50 Uhr in Mayen. Ich packe meinen Rucksack und versuche mir vorzustellen, wie die nächsten 4 Wochen wohl ablaufen werden. Das Ziel ist klar, wir alle sollen Schießausbilder werden.
Einmal auf einem Truck sitzen und in die Ferne fahren, das ist es wovon nicht nur Kinder träumen. Beinahe in jedem Alter faszinieren die Fahrzeuge durch ihre beeindruckende Größe und Masse. Seit vier Wochen darf ich als Mittzwanzigerin das Truckerleben nachempfinden.
Es ist Sonntag. Ich sitze auf meinem Sofa und lasse den Lehrgang „Überleben im Einsatz“ Revue passieren. In den letzten drei Wochen haben wir gemeinsam viel erlebt und zumindest für meine Gruppe kann ich mit gutem Gewissen behaupten: Der Lehrgang hat uns alle ein gutes Stück näher zusammengebracht.
In ihrem Online-Tagebuch berichtet Oberleutnant Franziska Eisel über die Stationen ihrer Ausbildung bei der Bundeswehr. Bislang stand eher die Theorie im Mittelpunkt. Richtig praktisch wurde es nun auf dem Offzierlehrgang 3. (23. März 2012)
Die „Waffe“ der Truppe für Operative Information ist das Wort. Folgerichtig stehen bei Oberleutnant Franziska Eisel unter anderem wissenschaftliche Kommuniktionstheorien auf dem Lehrplan. Für den nötigen Ausgleich sorgt Sport von Ausdauertraining bis Yoga.
Wir lernen viele, viele Abkürzungen, neue Begriffe und jede Menge Definitionen – und das ganze natürlich in Englisch. Vor Kurzem habe ich mir noch den Weihnachtsbraten schmecken lassen und mich erholt. Doch der Urlaub ist seit dem 2. Januar vorbei, und wie ihr sicher schon ahnt, hat inzwischen der Offizierlehrgang 3 in Mayen begonnen.
Beiträge 2011
Gerade erzählte ich euch noch von meiner Ankunft an der Offizierschule des Heeres, schon nähert sich der Tag der Abreise. Gerade mal drei Wochen wird der Lehrgang noch andauern, und es kommt keine Langeweile auf. Da im letzten Drittel die zeitaufwändigen Lehrproben auf dem Dienstplan stehen, werden wir Lehrgangsteilnehmer sehr gefordert.
Ein Studium an einer Universität der Bundeswehr ist von dem einer zivilen Uni auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden. Egal was das Studentenherz begehrt, die Uni bietet jedem etwas. Ob Sportskanone, Couch Potato oder Partygirl – kein Wunsch bleibt unerfüllt. Nun, nach mehr als drei Jahren, platzt die „Blase“ Studentenleben. Der Ernst des Lebens hat uns wieder. Wir dürfen zurück an die Offizierschule des Heeres.