Umfrage zur Bundeswehr: Grundvertrauen schafft Zustimmung
Strausberg, 17.02.2010, Sozialwissenschaftliches Institut der Bundeswehr.
Das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr (SOWI) in Strausberg hat die Ergebnisse seiner repräsentativen Bevölkerungsumfrage 2009 veröffentlicht. Dieses Meinungsbild zu Themen der Sicherheitspolitik und der deutschen Streitkräfte wird seit 1996 alljährlich erstellt.

Zwischen September und November 2009 hat das Institut die Meinungen von rund 2.100 Bundesbürgern zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, zur Bundeswehr allgemein und zu den transatlantischen Beziehungen erhoben. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.
Spitze in Sachen Vertrauen
Das Vertrauen der deutschen Bevölkerung in die Bundeswehr ist unverändert hoch. Etwa neun von zehn Bundesbürgern vertrauen den deutschen Streitkräften. Auf der Vertrauensskala öffentlicher Einrichtungen und Organisationen nimmt die Bundeswehr damit neben der Polizei einen Spitzenplatz ein.
Afghanistan? – Ja, aber ...
Die Zustimmung der Bevölkerung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ist zurückgegangen: Bei der Befragung am Jahresende 2009 stimmen 50 Prozent der Bevölkerung der Beteiligung der Bundeswehr am Afghanistan-Einsatz zu. Im Vorjahr waren es noch 64 Prozent. Die Auswirkungen des Bundeswehreinsatzes auf die Sicherheitslage und die Lebensbedingungen im Einsatzland werden mehrheitlich positiv bewertet.

Pro Balkan- und Anti-Piraterie-Einsatz
Die anderen Auslandseinsätze der Bundeswehr werden von einer deutlichen Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. So findet die Anti-Piraterie-Operation Atalanta vor der Küste Somalias unter den Befragten eine Zustimmung von 69 Prozent.
Ebenfalls hohe Zustimmung haben die Einsätze in Bosnien und Herzegowina (European Union Force, EUFOR) und in Kosovo (Kosovo Force, KFOR) mit 66 beziehungsweise 63 Prozent. Das unverändert hohe Vertrauen in die Bundeswehr (88 Prozent) stellt aus der Sicht der Wissenschaftler die wichtigste Akzeptanzgrundlage dar und kompensiert vorhandene Informationsdefizite hinsichtlich der Auslandseinsätze.
Wehrpflicht nicht wirklich strittig
Die Bevölkerungsmehrheit vertritt eine positive Einstellung zur Wehrpflicht (72 Prozent). Sechs von zehn Bundesbürgern sprechen sich für den Erhalt der Wehrpflicht in Deutschland aus. Der Anteil der Befürworter der Wehrpflicht ist in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben.

Weitere Themen
Die Studie befasst sich über diese Ergebnisse hinaus mit der Sicherheits- und Bedrohungswahrnehmung der Bundesbürger, deren Einstellungen zu grundlegenden sicherheitspolitischen Fragen, zu den Aufgaben der Bundeswehr, zu den Verteidigungsausgaben, zur Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und zur NATO sowie mit der Wahrnehmung der Bundeswehr in den Medien und im persönlichen Umfeld.
Das Institut
Das Sozialwissenschaftliche Institut der Bundeswehr in Strausberg ist auf streitkräftebezogene empirische Sozialforschung sowie auf militärsoziologische Grundlagenforschung spezialisiert. Seine Arbeit ist Teil der Ressortforschung des Bundes. Sein Kernauftrag ist es, dem Verteidigungsministerium wissenschaftliche Erkenntnisse als Entscheidungshilfe zur Verfügung zu stellen.
Das Sozialwissenschaftliche Institut erfüllt seinen Auftrag auf der Grundlage der Freiheit von Wissenschaft und Forschung und im Verständnis, zur kritischen Selbstreflexion der Streitkräfte beizutragen. Ein Kurzbericht zur Bevölkerungsumfrage 2009 ist verfügbar unter www.sowi.bundeswehr.de.
