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Erste Hilfe für die Seele: Peers im Einsatz

Berlin, 14.05.2012, Bundeswehr aktuell.
Auslandseinsätze fordern selbst bestausgebildete und gesunde Soldaten physisch und psychisch bis an die Grenze. Bei einem kritischen Ereignis ist die psychische Erste Hilfe daher besonders wichtig, um eine spätere psychische Verwundung zu verhindern oder um das Erkrankungsrisiko zu senken.

Silhouette eines Soldaten mit Waffe
Allein soll kein Soldat mit belastenden Erlebnissen bleiben (Quelle: dpa/Gambarini)Größere Abbildung anzeigen

Ein kritisches Ereignis kann ein gewaltsamer Tod anderer, eine schwere Verwundung oder die Gefahr für Leib und Leben sein. Neben den Truppenpsychologen kann hier der sogenannte „Peer“ (englisch für gleichrangig) unterstützen. Peers, das sind Kameraden, die eine Ausbildung für psychologische Erste Hilfe machen.

Dabei geht es nicht um Therapie, sondern um Krisenintervention. Die Peers müssen sich auf die Gefühle von Kameraden einlassen können, die schlimmste Erlebnisse hinter sich haben. Selbst mit Einsatzerfahrung ausgestattet, kommt dieser in der Regel aus der gleichen Einheit und fungiert als erster Ansprechpartner.

Am Zentrum Innere Führung in Koblenz findet die Ausbildung zum Peer für die Bundeswehr statt. Die Ausbildung dauert zwei Wochen und richtet sich an Offiziere und Unteroffiziere sowie ausgewählte Mannschaftsdienstgrade. Aber auch Angehörige der Militärseelsorge, Sozialarbeiter und psychologisches Assistenzpersonal gehören zur Zielgruppe der Lehrgangsteilnehmer. Für bereits ausgebildete Peers führt das Zentrum Innere Führung einwöchige Weiterbildungen durch.

Die Ausbildung behandelt unter anderen psychologische Sofortmaßnahmen im Rahmen des Critical Incident Stress Management (CISM). Der wesentliche Teil ist ein stark strukturiertes Gesprächsmodell für die Aufarbeitung kritischer Ereignisse.

Die beteiligten Soldaten setzen sich zusammen und besprechen unter Anleitung eines Peers, was sie erlebt und vor allem, was sie gefühlt haben. So sollen Soldaten das traumatische Erlebnis verarbeiten können und in den Alltag zurückfinden.

Das Ziel der Maßnahmen ist die Wiederherstellung der physischen und psychischen Gesundheit sowie die Wiederherstellung der Einsatzfähigkeit. Alle CISM-Maßnahmen stellen keine Therapie dar, sondern dienen ausschließlich der Gesunderhaltung normal reagierender gesunder Menschen auf unnormale Ereignisse.

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Stand vom: 15.05.12 | Autor: Robert Lehmann


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