Nordafghanistan: Neue Struktur der deutschen Einsatzkräfte
Masar-i Scharif, 13.08.2012.
Afghanische Armee und Polizei übernehmen immer mehr Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land. Umgekehrt treten die ISAF-Kräfte immer mehr in die zweite Reihe zurück. Dieses hat sich auch auf das Engagement der Bundeswehr in Nordafghanistan ausgewirkt.

Partnering Advisory Task Force (PATF)
Die Truppe hat aus bisherigen Kräften zwei völlig neue Verbände aufgebaut: In Kundus und in Masar-i Scharif wurde je eine Partnering Advisory Task Force (PATF) aufgestellt. Diese Einheiten unterstützen und beraten jeweils eine afghanische Brigade, einen Verband mit mehreren tausend Soldaten. Bislang erfüllten diese Aufgaben sowohl die Ausbildungs- und Schutzbataillone in Kundus und Masar-i Scharif als auch spezielle kleinere Mentorenteams auf Brigadeebene, die Operational Mentoring and Liason Teams (OMLT). Beide „Stränge“ wurden nun in den PATF gebündelt.
Kern der PATF sind die Advisory-Teams (AT). Ihnen kommt als permanente Berater der Afghan National Army (ANA) eine herausgehobene Rolle zu. Je nach Ausbildungsstand der ANA-Kräfte werden sie in verschiedenen Fähigkeitspaketen ausgeplant und in einer Personalstärke von wenigen bis zu circa 70 Soldaten aufgestellt.
Zusätzlich verfügen die PATF über Spezialfähigkeiten, wie Aufklärungs-, Pionier- und Artilleriekräfte, die lageabhängig den begleitenden Advisory-Teams beigestellt werden und diese befähigen, die afghanischen Brigaden zu unterstützen.
Die PATF wurden Mitte Juli 2012 aufgestellt und werden dementsprechend von einem „Oberst als Senior Mentor“ beim afghanischen Brigadestab geführt. Dieser wiederum untersteht dem ISAF-Regionalkommando Nord in Masar-i Scharif.
Partnering Advisory Task Group (PATG)
Zur Koordinierung der beiden PATF wurde zeitgleich das bisherige OMLT auf Korpsebene mit Teilen aus dem Regionalkommando Nord zu einer Partnering Advisory Task Group (PATG) verschmolzen. Die PATG führt die beiden PATF in der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Operationen in Unterstützung der Afghan National Army.
Ziel des nunmehr vorangetriebenen Ansatzes, also der „Partnering/Advisor-Units“, ist es, die afghanischen Sicherheitskräfte von der bisher durchgeführten reinen Ausbildung (Mentoring) über das gemeinsame Planen und Durchführen von Operationen (Partnering) hin zu Eigenständigkeit weiterzuentwickeln und dabei möglichst nur durch Beratung (Advisory) und durch Bereitstellung von Spezialfähigkeiten zu begleiten.


