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Schutzengel für Soldaten

Berlin, 05.12.2011.
Alle Jahre wieder veranstaltet das Familienbetreuungszentrum in Berlin eine Weihnachtsfeier für die Angehörigen der Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz. Plätzchen backen, Schutzengel basteln, Videokonferenz zu den Liebsten im Einsatzgebiet: Auch an diesem 2. Advent wurde in der Julius-Leber-Kaserne viel geboten. Darüber hinaus wurde ein wichtiger Gast erwartet: Bundespräsident Christian Wulff.

Wulff mit Kind am Tisch

Bundespräsident Wulff schreibt ein paar Grußworte für die Einsatzsoldaten (Quelle: Bundeswehr/Eicker)Größere Abbildung anzeigen

Bereits um 9 Uhr morgens kommen an diesem trüben, verregneten 3. Dezember die ersten Gäste zur traditionellen Weihnachtsfeier zusammen. Die Familienangehörigen der Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz tauschen sich untereinander oder mit den Mitarbeitern des Familienbetreuungszentrums aus und lassen sich per Videokonferenz mit den Liebsten in Kabul, Masar-i Scharif oder Kundus verbinden.

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Handsignierte Schutzengel

Um den Basteltisch haben sich Kindern versammelt, um Schutzengel zu schnipseln. Die farbenfrohen Figuren werden zu Weihnachten in die Einsatzgebiete der Bundeswehr verschickt, um dort einem Soldaten oder einer Soldatin Freude zu bereiten.

Bundespräsident Christian Wulff trifft ein. Seine ersten Schritte führen ihn zu den Kindern zwischen all dem Papier, dem Lametta und den Wattebäuschen. Er findet neben der zwölfjährigen Lena und dem zehnjährigen Paul noch ein freies Plätzchen und setzt sich zu dem Geschwisterpaar. Ihr Bruder, Hauptgefreiter Patrick H., ist derzeit in Masar-i Scharif und wird auch Weihnachten dort verbringen, erzählt Paul dem Staatsoberhaupt. Während Wulff drei Schutzengel signiert, erzählt ihm Lena, dass sie und Paul ihren Bruder sehr vermissen.

Zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Kossendey schreibt Bundespräsident Wulff Weihnachtsgrüße auf die Plakate, bevor er eine kurze Ansprache hält. Er würdigt die „gigantische Leistung“ nicht nur der Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz sondern auch der Angehörigen im Heimatland.

Es sei eine schwere Last, die sie zu tragen haben, indem sie den Familienbetrieb alleine bewerkstelligen. Mit seinem Besuch wolle er den Familien zeigen, dass er und auch die deutsche Bevölkerung das sehe. „Wir sind dankbar für alles, was sie schultern.“ Im Anschluss an seine Rede nimmt er sich viel Zeit, um sich zu den Familien zu setzen und sich ihre Sorgen und Nöte anzuhören.

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Plakate für die Einsatzorte

In der Turnhalle der Kaserne, die zu einem Festsaal umdekoriert wurde, liegen neun große Plakate für die neun Auslandseinsatzgebiete der Bundeswehr. Jeder darf Grüße und Wünsche für seine Angehörigen in Afghanistan, auf der Fregatte Bayern oder im Kosovo daraufschreiben. An einem der Tische schreibt die sechsjährige Jamie ihrem Onkel, Hauptmann Vasco L., mit einem grünen Filzstift konzentriert einen Weihnachtsgruß. Es ist das Plakat für die Soldaten in Masar-i Scharif. 59 Tage muss ihr Onkel dort noch Dienst tun.

Kind schreibt auf Plakat

Jamie schreibt einen Gruß an ihren Onkel in Masar-i Scharif (Quelle: Bundeswehr/Eicker)Größere Abbildung anzeigen

Der kleine Kai Maxim kann mit seinen zwei Jahren zwar noch keine Botschaft an seinen Vater auf der Fregatte Bayern schreiben. Dafür winkte er ihm bereits per Videokonferenz zu. Er hat Glück: Sein Vater kehrt am 22. Dezember zurück und wird Weihnachten mit seiner Familie verbringen.

Für seine Mutter ist das Familienbetreuungszentrum eine große Hilfe: „Sie sind immer für einen da. Wenn man eine Sorge oder Bitte hat, muss man nicht lange warten.“ Ob es ein Kinderpsychologe ist oder ganz praktische Hilfe, das Familienbetreuungszentrum kümmert sich liebevoll um die Angehörigen der Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz.

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Weihnachtsmann

Rund 200 Eltern, Ehefrauen, Kinder und Geschwister von Soldaten und Soldatinnen im Auslandseinsatz nehmen an der Feierlichkeit teil und nutzen die Möglichkeit einer Live-Schaltung zu ihren Angehörigen.

Etwa 1.200 Familien betreut das Familienbetreuungszentrum in der Julius-Leber-Kaserne. „Jeder der möchte, bekommt die Möglichkeit einer Videokonferenz“, sagt Stabsfeldwebel Frank Reiche, der stellvertretende Leiter des Familienbetreuungszentrums. „Die gebastelten Schutzengel und die beschrifteten Plakate verschicken wir in die Einsatzländer. Sie werden pünktlich Heilig Abend dort sein und den Soldaten und Soldatinnen hoffentlich Freude bereiten“, erklärt er.

Nachdem es schon lange dunkel ist, kommt endlich die von den Kleinsten heiß ersehnte Überraschung: Mit einem lauten, dunklen „Ho ho“ betritt der Weihnachtsmann den Festsaal. Die Kinder laufen aus allen Ecken des riesigen Festsaals herbei und scharen sich um den Weihnachtsmann. Der kleine Dennis, der als Erster aufgerufen wird, zieht es jedoch vor, auf Mamas Arm zu bleiben.

Der große Mann mit dem Rauschebart und der Rute scheint ihm nicht geheuer zu sein. Doch nachdem der Weihnachtsmann seine Rute weggelegt hat – sicher ist sicher –, kommen die Kinder näher. Keines der Kinder lässt es sich nehmen, ein Gedicht oder ein Liedchen vorzutragen, bevor es beglückt und um eine große Geschenktüte reicher von dannen zieht.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Dr. Victoria Eicker


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