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Olympiade in Erfurt: Kochen für Deutschland

Erfurt, 02.10.2012.
Hauptgefreiter Marcel Harms ist Koch bei der Nationalauswahl der Bundeswehr. Ab dem 5. Oktober wird er mit seinen Kameraden bei der Kocholympiade in Erfurt um eine Medaille kämpfen.

Harms bereitet Essen zu
Eine Frage der Optik: Dekorieren gehört zum Kochhandwerk (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Er packt den Seeteufel an der Flosse und schon geht es dem Fisch an den Kragen: Mit gekonnten Handgriffen filetiert Hauptgefreiter Marcel Harms den Salzwasserfisch. Insgesamt 60 Kilogramm bereitet er so zu. Harms ist einer von zehn Köchen der Kochnationalmannschaft der Bundeswehr und bereitet sich derzeit auf die Olympiade der Köche Anfang Oktober in Erfurt vor.

„Eigentlich bin ich nur als Grundwehrdienstleistender zur Bundeswehr gekommen“, erinnert sich der 22-Jährige. „Doch dann habe ich die Kochnationalmannschaft für mich entdeckt und auf vier Jahre verlängert.“ Denn in dem Team kann er all das, warum er eigentlich Koch geworden ist, ausleben. „Es ist ein toller und kreativer Beruf“, sagt der Hauptgefreite, dessen Stammdienststelle die Führungsakademie in Hamburg ist. „Koch zu sein ist anstrengend – aber man hat auch Spaß dabei.“

Köche richten Essen an
Hand in Hand: Professionelles Kochen ist Teamarbeit (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

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Toller Job, wenig Freizeit

Denn gerade in der Kochauswahl der Bundeswehr dauern nur die wenigsten Arbeitstage acht Stunden. Wenn Sie für den Verteidigungsminister und seine Gäste, auf dem Bürgerfest vom Bundespräsidenten oder für den NATO-Generalsekretär kochen, sind zwölf bis 14 Stunden Dienst meist Normalität. Auch an Feiertagen stehen die Köchen hinterm Herd. „Aber das stört mich gar nicht. Man gewöhnt sich sogar recht schnell daran.“ Harms hat seinen Traumjob gefunden.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Ein Hobby, das er jetzt auf hohem Niveau ausüben kann. Mehrere Auszeichnungen haben die Köche um Harms bei internationalen Wettbewerben bereits gewonnen. Und auch in Erfurt sind die Ansprüche hoch: „Wir wollen ganz klar Olympiasieger werden.“

Doch ohne die Unterstützung ihrer Kommandeure aus den Stammdienststellen, wären die Bundeswehr-Köche nicht so erfolgreich. Denn für jedes einzelne Event, für jeden Wettkampf, müssen sie freigestellt werden und fehlen so in ihren eigentlichen Einheiten – für knapp 40 Wochen im Jahr.

„Aber mit der Kochnationalmannschaft erlebt man viel, man kommt viel rum und lernt auch viel“, erklärt Harms die Vorzüge der Nationalauswahl. „Genau das habe ich mir schon zu Beginn meiner Lehrzeit gewünscht“, erinnert sich Harms. In Glücksburg hat er in einem Vier-Sterne-Hotel gelernt „Und ich konnte mir schon vorstellen, mal auf einem Luxusdampfer zu kochen oder für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen.“

Jetzt lernt er jedoch nicht in der Schweiz dazu, sondern schaut sich Tricks und Kniffe von den Schweizer Köchen auf den internationalen Wettbewerben ab. „Aber wir sammeln auch Ideen aus Fachzeitschriften oder gehen auf Wochenmärkte und suchen nach außergewöhnlichen Produkten.“

Harms filetiert Fisch
Am Anfang war der Fisch: Harms bereitet den Seeteufel vor (Quelle: Bundeswehr/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

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Akkordarbeit für 150 Gäste

Und so ist auch das aktuelle Menu für die Olympiade in Erfurt entstanden. Bereits vor einem Jahr haben sich die Köche zusammengesetzt und Ideen ausgetauscht, neue Rezepte ausprobiert und Bewährtes abgewandelt. Denn auch wenn das Kochen ihr täglich Brot ist, bleibt es eine Herausforderung für 150 Gäste eine hochklassiges Drei-Gänge-Menue zuzubereiten – zu sechst in nur sechs Stunden.

Auch Harms wird dann im Wettbewerb hochkonzentriert an der Vorspeise arbeiten und kiloweise Seeteufel zerlegen.

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Stand vom: 02.10.12 | Autor: Sylvia Jaeck


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