Sie sind hier: Startseite > Streitkräfte > Sanitätsdienst > Koblenz: Schnelle Hilfe für Angehörige von Verwundeten

Koblenz: Schnelle Hilfe für Angehörige von Verwundeten

Koblenz, 22.11.2011, Bundeswehr aktuell.
Wird ein Soldat im Auslandseinsatz verwundet, kommt er meist in das größte Krankenhaus der Bundeswehr, das Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz. Dort wird sich auch um die Angehörigen gekümmert.

Gruppenbild von Gambietz, Eigl und Hudek

Gambietz, Eigl und Hudek: Ein Trio für schnelle Hilfe (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Dafür ist Michael Hudek zuständig, er ist der Kompaniefeldwebel – der Spieß – des Krankenhauses. Groß wie ein Baum strahlt der Oberstabsfeldwebel innere Ruhe aus. „Diese Ruhe brauche ich auch“, sagt Hudek, „denn wenn in Afghanistan etwas passiert, und verwundete Soldaten repatriiert werden, bin ich meist der Erste im Krankenhaus, der informiert wird.“

nach oben

Praktische Hilfe und menschliche Nähe

Nachdem er als erstes den Chefarzt in Kenntnis setzt, beginnt für ihn eine Arbeit, die notwendig sei, auf die er aber gut verzichten könne, betont der Kompaniefeldwebel. Er nimmt Verbindung zu den Einheiten und Familienbetreuungszentren der Soldaten auf. Meist würden diese dann die Angehörigen nach Koblenz bringen. „In machen Fällen werden die Angehörigen im Urlaub von der schlimmen Nachricht überrascht und reisen dann direkt nach Koblenz. Sie wollen dann verständlicherweise sofort ihren Sohn oder Mann sehen“, erklärt Hudek. Er kümmert sich dann um eine Unterkunft, denn die meisten wollen nicht im Hotel schlafen, sondern lieber auf dem Gelände des Krankenhauses – nahe beim Verwundeten.

Aber Hudek ist nicht nur für das Organisatorische zuständig: Zusammen mit den Seelsorgern und Geistlichen des Krankenhauses lässt er die Angehörigen mit ihren Emotionen nicht allein. „So unterschiedlich die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch deren Reaktionen“, sagt Hudek. Es sei auch schon vorgekommen, dass ein Vater aggressiv reagierte. Doch auch das bringt den „Spieß“ nicht aus der Ruhe: „Ich ertrage das dann unter dem Motto – beschimpf mich, lass Deine Wut an mir aus.“ Die meisten würden sich aber beruhigen, sobald sie ihren Sohn oder ihre Tochter gesehen haben.

nach oben

Spieß, Pfarrer und Sozialarbeiterin

Mit Eberhard Gambietz steht ein Pfarrer und Seelsorger an Hudeks Seite, der diese Aufgabe bereits seit neun Jahren am Krankenhaus ausübt. Besonders belastend seien die ersten Stunden, wenn nicht feststehe, wie es dem Soldaten gesundheitlich gehe. „Ich versuche, diese Spannung gemeinsam mit den Angehörigen zu ertragen“, betont der Pfarrer.

Die dritte im Bunde ist Katrin Eigl. Sie ist Sozialberaterin und hilft den Einsatzverwundeten und ihren Angehörigen im Bereich der psychosozialen Betreuung. Sie berät in verwaltungsrechtlichen Fragen und unterstützt auch beim Stellen der notwendigen Anträge. So würde sie immer wieder mit zwei Fragen konfrontiert: Wie geht es mit mir weiter? Bin ich finanziell und sozial abgesichert? Aber auch anschließende Heilbehandlungen werden durch den Sozialdienst organisiert. Ferner gewährt die Bundeswehr Reisebeihilfen für Besuchsfahrten der Angehörigen. „Und da, wo zusätzliche Kosten durch die Vorschriften nicht abgedeckt sind, kümmern wir uns darum, dass diese durch Hilfsorganisationen, wie etwa dem Soldatenhilfswerk der Bundeswehr, übernommen werden“, fügt sie hinzu.

Bei ihrer Arbeit erfahre sie immer wieder sehr viel Dankbarkeit. Viele der Einsatzverwundeten besuchten den Sozialdienst auch noch Jahre nach der Entlassung aus der stationären Behandlung im Rahmen von Nachsorgeuntersuchungen und bedanken sich für die Betreuung. Für Eigl stellt ihr Beruf daher etwas Besonderes dar: „Es ist für mich eine erfüllende Tätigkeit, die einen sinnstiftenden Wert hat.“

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13 | Autor: Matthias Seeliger


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.streitkraefte.sanitaetsdienst&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7C8NTEDG624DIBR