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Eine neues Lager entsteht

Hazrat-e Sultan/Masar-i Scharif, 27.06.2011.
Rund 90 Kilometer trennen das Camp Marmal in Masar-i Scharif von dem neu errichteten Lager in Hazrat-e Sultan. Dieses dient einem afghanischen Infanteriebataillon, den Ausbildern und Beratern der ISAF und deren Unterstützungselement als feste Basis. Ausgehend vom Feldlager soll das umliegende Territorium gesichert und vor Angriffen von Aufständischen geschützt werden.

Gepanzertes Fahrzeug in einer Kolonne

Kolonnenfahrt durch Afghanistan (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Die Fahrt nach Hazrat-e Sultan wird vom Konvoiführer genau vorbereitet. Die gepanzerten Fahrzeuge sind mit Maschinengewehren bestückt. Die Sicherungsbereiche werden zugewiesen. Schutzwesten werden angelegt. Zu unsicher ist der Landweg, um sorglos ins Auto zu steigen und einfach loszufahren. Die gesamte Zeit bis zum Eintreffen im Feldlager werden die Soldaten die Gegend nicht aus den Augen lassen – bereit, auf jede Bedrohung angemessen zu reagieren.

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Eigene Versorgung mit Trinkwasser

Nach über einer Stunde Fahrt durch weites, offenes Land, unterbrochen von engen Gebirgspassagen, erreichen die Soldaten das neue Feldlager, wo sie bereits erwartet werden. Die feste Infrastruktur des Lagers ist in kürzester Zeit entstanden. In speziell gesicherten Wohncontainern werden die deutschen Soldaten untergebracht.

Hauptmann Jürgen W., verantwortlich für Infrastruktur im Regionalkommando Nord der ISAF, war maßgeblich mit der Planung und der Bauleitung betraut. Quasi mit dem Zollstock in der Hand, begleitete er das Projekt, das in einer Zeit von gerade einmal drei Monaten realisiert wurde. „Wir haben Stück für Stück, von innen nach außen das Lager errichtet. Eine afghanische Firma wurde für die Baumaßnahmen beauftragt. Ein Brunnen, der einhundert Meter in die Tiefe hinabreicht, ermöglicht eine eigene Trinkwasserversorgung“, erläutert der Offizier.

Afghanische Bauarbeiter

Ausschachtarbeiten an einem Unterkunftsgebäude (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

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Eine sichere Basis

Da keine weiteren militärischen Liegenschaften in unmittelbarer Nähe sind, wurde ein sogenanntes National Support Element eingerichtet. Die Angehörigen dieser Einheit gewährleisten ein funktionierendes logistisches Umfeld für die Soldaten, die als sogenanntes Operational Mentor and Liaison Teams (OMLT) in der Fläche eingesetzt sind. Die Unterstützer garantieren die Fernmeldeanbindung des Lagers. Ein Aufklärungssystem sorgt zudem für einen weitreichenden Blick ins Gelände, um Bedrohungen rechtzeitig erkennen zu können.

Major Daniel S. ist der Kommandant des Feldlagers. Er und sein Feldlagerfeldwebel, Hauptfeldwebel Markus S., überwachen die Entstehung der Feldlagerinfrastruktur und sind für die Liegenschaft vor Ort verantwortlich. Feldlager-Pioniere installierten unter ihrer Aufsicht die Infrastruktur für den Betrieb des Feldlagers, wie etwa die sanitären Anlagen. „Auch ein Betreuungszelt und ein Sportzelt werden noch für die Besatzung des Lagers errichtet“, erklären sie.

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Nebenan: Afghanische Infanterie

Gleich nebenan erstreckt sich eine Zeltstadt, die ein neu aufgestelltes Infanterie-Bataillon der afghanischen Armee beherbergt. Noch ist dieser Verband dort untergebracht, bis das eigentliche feste Feldlager für die Afghanen entstehen wird. „Base in the box“ nennt sich das Provisorium. Die Zeltstadt ist mit einer hohen Mauer umgeben, die den Fahrzeugpool und die Unterkünfte schützt.

Afghanische Zeltstadt

Die Zeltstadt des afghanischen Bataillons (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

„Das afghanische Bataillon nimmt jetzt nach und nach den Ausbildungsbetrieb auf“, sagt Major Christian M., Senior Mentor der OMLTs. „Der Verband wurde nach Beendigung der Grundausbildung in Kabul in das Feldlager verlegt und wird wohl auch bald operativ tätig werden“, stellt er in Aussicht. Allein die Verlegung des Bataillons von Kabul nach Hazrat-e Sultan war für den Major schon ein Erlebnis an sich. „Mit 120 Fahrzeugen über den Salang-Pass zu fahren, war wirklich spannend“, erzählt er.

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Gut vorbereitete Retter

Das Lager verfügt außerdem über eine eigene sanitätsdienstliche Komponente. Stabsfeldwebel Michael N., Rettungsassistent, bereitet sich mit seinen Kameraden immer auf den schlimmsten Fall vor. „So gibt es keine bösen Überraschungen“, sagt er. Bei Übungen und Operationen des Bataillons gehen die Rettungsteams mit raus. Sie sind die ersten, die – auch im Kampfgeschehen – Verwundeten zur Hilfe eilen werden.

Soldaten im Transportpanzer Fuchs

Geschützt im Panzer: Rückfahrt nach Masar-i Scharif (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Die Feldlager-Pioniere bereiten sich derweil auf ihre Verlegung nach Masar-i Scharif vor. Von dort aus werden sie in den nächsten Tagen die Rückreise nach Deutschland antreten. Sie ziehen ihre Schutzwesten an, setzen die Gefechtshelme auf, überprüfen ihre Waffen. Bevor sie in den engen Bauch des Transportpanzers Fuchs klettern, lauschen sie der Befehlsausgabe des Konvoiführers.

Sicher kommt der Konvoi im Feldlager in Masar-i Scharif an. Bald schon geht es dann für den Konvoi wieder raus nach Hasrat-e Sultan, mit neuen Soldaten für das Feldlager an Bord.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Steffen Maluche


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