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Abschied in Hannover: „Wir alle trauern mit Ihnen“

Hannover, 03.06.2011.
In der evangelischen Epiphaniaskirche in Hannover hat am 3. Juni die Trauerfeier für die drei Soldaten stattgefunden, die am 25. und 28. Mai im ISAF-Einsatz in Afghanistan gefallen sind. Angehörige, Freunde und Öffentlichkeit nahmen Abschied von den Toten. Verteidigungsminister de Maizière hielt die Trauerrede.

Collage: Trauerkennung mit zerbrochenen Marken und Minister verneigt sich vor Sarg

Abschied mit höchster Anerkennung (Quelle: Bundeswehr/Rott)Größere Abbildung anzeigen

Hunderte Menschen sind zu dem ökumenischen Gottesdienst in die Epiphaniaskirche – einer ehemaligen Garnisonskirche – nach Hannover gekommen, um von den drei gefallenen Bundeswehrsoldaten Major Thomas Tholi, Hauptmann Markus Matthes und Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein Abschied zu nehmen. Die Zeremonie wurde über Leinwände auch außerhalb des Kirchengebäudes übertragen.

Unter den Trauergästen waren der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, sowie Politiker und Abgeordnete des Bundestages und der Landtage.

Die Militärdekane der katholischen und evangelischen Militärseelsorge, Monsignore Hartmut Gremler und Armin Wenzel, eröffneten die Zeremonie. Gemeinsam sangen und beteten sie mit der Trauergemeinde, sprachen die Fürbitten und den Segen.

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Trauerrede des Verteidigungsministers

„Ich spreche Ihnen meine tief empfundene Anteilnahme aus“, sagte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière im Angesicht der Trauergemeinde. Er versicherte den Angehörigen, er tue dies auch im Namen der Bundeswehr, der Bundesregierung und der deutschen Bevölkerung. „Sie sollen wissen: sie sind in Ihrer Trauer nicht allein. Wir alle trauern mit ihnen.“

Der Minister würdigte die Gefallenen als verantwortungsvolle und pflichtbewusste Soldaten sowie geschätzte Kameraden. Sie seien einsatzerfahren und sich der Risiken immer bewusst gewesen, sagte de Maizière: „Auch wir wissen um diese Gefahren. Und dennoch trifft es uns jedes Mal wie ein Schlag, wenn wir Kameraden verlieren.“

Der Minister verurteilte die Anschläge der Taliban gegen die ISAF-Schutztruppe als hinterhältig, anonym und feige. „Sie fragen nicht nach dem Leid, das sie in unzählige Familien bringen.“ Sie wollten Afghanistan zurückwerfen, die Menschen entmutigen und das aufgebaute Vertrauen zunichte zu machen.

„Das dürfen und werden wir nicht zulassen. Terroristen dürfen nie das letzte Wort haben.“ Auftrag der Bundeswehr sei es, den Menschen in Afghanistan ein besseres Leben zu ermöglichen, ein Leben in Sicherheit und Frieden. Dafür kämpften auch Major Thomas Tholi, Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein und Hauptmann Markus Matthes. „Bei der Erfüllung dieses Auftrages sind sie gefallen. Wir sind diesem Auftrag verpflichtet.“

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Die Gefallenen

Major Thomas Tholi gehörte dem Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun an. Er starb bei dem Anschlag am 28. Mai am Sitz des Provinzgouverneurs in Talokan. Tholi wurde 43 Jahre alt. Er hinterlässt seine Partnerin und seine Tochter.

Auch Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein fiel bei diesem Anschlag. Er wurde 31 Jahre alt. Er war Personenschützer beim Feldjägerbataillon 152 in Hannover und als Kommandoführer in Afghanistan. Er hinterlässt seine Partnerin mit ihrer Tochter.

Beide Soldaten waren enge Begleiter des ISAF-Kommandeurs für Nordafghanistan, Generalmajor Markus Kneip, der bei dem Anschlag verwundet wurde.

Hauptmann Markus Matthes, fiel bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Patrouille nahe Kundus; drei Tage vor seinem 34. Geburtstag. Hauptmann Matthes war Angehöriger der Division Spezielle Operationen aus Stadtallendorf. Er hinterlässt seine Partnerin.

Der Minister würdigte alle drei als tapfere Soldaten: „Ihre Pläne für die Zukunft, ihre Hoffnungen, ihre Wünsche bleiben unerfüllt“, sagte Minister de Maizière. „Worte können über den Verlust nicht hinwegtrösten. Doch sie können unserem Gefühl, unserem Leid, unserer Trauer Ausdruck geben.“

Soldaten tragen einen Sarg an den Trauergästen vorbei

Abschied von den gefallenen Kameraden (Quelle: Bundeswehr/Rott)Größere Abbildung anzeigen

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Anteilnahme und Abschied

Die abschließende Rede hielt der Oberbürgermeister Hannovers, Stephan Weil. Er betonte die enge Beziehung zwischen der Bevölkerung der Stadt und dem Bundeswehrstandort der 1. Panzerdivision. Er spreche stellvertretend auch für die Bürgermeister der Städte und Gemeinden, in denen die gefallenen Soldaten zu Hause waren. „Wir alle haben bedeutende Mitglieder unserer Gemeinschaft verloren.“

An den aufgebahrten Särgen der drei Gefallenen hielten jeweils acht Kameraden ihrer Einheiten die Totenwache. Dekoriert mit der Bundesdienstflagge und einem Stahlhelm wurden sie am Ende der Zeremonie durch Soldaten des Wachbataillons aus Berlin mit einem Ehrengeleit aus dem Saal getragen.

Sie wurden den Angehörigen zur privaten Trauerfeier und Beisetzung übergeben.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: Susanne Lopez


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