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Der freiwillige Wehrdienst (Sprechertext)

Mittwoch morgen in der Nähe der Pionierkaserne in Gera. Um zehn Uhr marschieren die Wehrdienstleistenden durch den Wald. Daran wird sich erstmal nichts ändern. Auch wenn sich beim Wehrdienst so einiges geändert hat.

Im Juni 2011 wird in Deutschland die Wehrpflicht ausgesetzt. Aber schon seit Anfang des Jahres wird niemand mehr gegen seinen Willen einberufen. Auch diese Rekruten nicht.

Maximilian ist 19 Jahre und kommt aus Bad Ems bei Koblenz. Er hat sich freiwillig zum Wehrdienst gemeldet.

Maximilian: „Es war eigentlich von vornherein klar, dass ich zur Bundeswehr möchte, nachdem ich bereits in der neunten Klasse mein Schulpraktikum bei der Bundeswehr abgeleistet hatte und den Dienst bei der Truppe angeschaut hatte. Und das hat mein Interesse geweckt. Und da war eigentlich seit der neunten Klasse, seit ich 14, 15 war, klar, dass ich zur Bundeswehr möchte.

Der freiwillige Wehrdienst dauert zwischen 7 und 23 Monaten. Er steht jungen Frauen und Männern offen. Die ersten sechs Monate dienen dabei als Probezeit für die Freiwilligen. Währenddessen können sie jederzeit von ihrem Vertrag zurücktreten. Freiwillig bedeutet aber nicht umsonst.

Der Monatsnettolohn liegt inklusive der Sachleistungen zwischen 780 und 1.150 Euro. Soviel zu den Rahmenbedingungen. Aber wie sieht die Ausbildung genau aus?

Maximilian: „Ich kam aus der Freiheit im Prinzip. So war es zumindest unser Empfinden. Und auf einmal wird alles befohlen. Es wird Toilette-Gehen befohlen in der ersten Woche, wie wir uns zu kleiden haben, wann wir zu stehen haben, wie wir zu laufen haben, wann wir zu sprechen haben. Das war eine ziemliche Umstellung. Also Kameradschaft ist das Bindeglied und erstmal die Grundvoraussetzung für Freundschaft. Und Freundschaft wird sich dann aus der Kameradschaft entwickeln.

5.000 Stellen sollen jährlich an junge Männer und Frauen vergeben werden. Wird sich diese neue Regelung durchsetzen?

Oberstleutnant: „Ich kann da nur für meinen Verband, das Panzerpionierbataillon 701 sprechen, wir haben hier keine Nachwuchssorgen.

Und was bringt der Wehrsdienst fürs Leben?

Oberstleutnant: „Ich glaube, dass man das erste Mal weg von Zuhause ist, das erste Mal in einer Gemeinschaft unter Gleichaltrigen, das erste Mal Kameradschaft erlebt und das erste Mal einen ersten Schritt ins Berufsleben macht. Pioniere ist nur der eine Bereich der Bundeswehr. Es gibt daneben natürlich auch Instandsetzung, Fahrzeuginstandsetzung, Kfz-Schlosser. Es gibt aber auch die Sanität, wo man zum Mediziner ausgebildet wird oder zum Sanitätspersonal. Also wir haben das ganze Spektrum. Soldat ist eben nicht nur ein Beruf.

Die Rekruten lernen in ihrem Dienst für das Leben. Und finden Orientierung. Und wie sieht das Maximilian?

Maximilian: „Ich kann es eigentlich jedem nur empfehlen, weil man lernt für das ganze Leben was und es macht wirklich Spaß. Es ist zwar anstrengend und fordernd, aber der Spaß und die Erfahrung, die stehen an erster Stelle. Das kann ich wirklich nur empfehlen. Tut mir leid, ich muss weiter, die Gruppe geht. Tschüß.

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Stand vom: 03.12.13


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