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Einsatzbetreuung für die Angehörigen (Sprechertext)

Kurz vor dem Familientag: Der Sohn dieses Ehepaares ist zurzeit in Afghanistan stationiert. Anspannung und Sorge begleiten die Eltern auch heute.

Mutter: „Die größte Angst ist, dass halt jederzeit was passieren kann. Das wissen wir. Es ist gefährlich. Es ist ein supergefährliches Land.

Vater: „Als Rettungsanker habe ich beispielsweise diesen Kalender. Jeden Abend streiche ich einen Tag ab. Und wieder ein Tag weniger, und der Einsatzzeitraum verkürzt sich immer weiter.

Seelisch gut geht es den Lieben im Einsatz zum Beispiel, wenn sie einen kleinen handgeschriebenen Gruß von ihren Angehörigen in den Händen halten. Dafür hat die Feldpost an diesem Tag einen Stand aufgebaut. Aber auch denjenigen in Augustdorf soll es gut gehen. Sie sollen zur Ruhe kommen – etwa durch einen Gottesdienst am Vormittag. Mit dem Oberstabsfeldwebel sind mehr als 900 Menschen dabei. Ihnen ist dieser Anlaufpunkt wichtig.

Oberstabsfeldwebel: „Ich bitte Gott, dass nichts passiert. Es ist einfach irgendwo eine geistige Verbindung neben den heutigen technischen Möglichkeiten.

Für einige Angehörige ist die Rückkehr der Soldaten schon in greifbare Nähe gerückt. Im Vordergrund steht die Vorfreude. Doch, so Cornelia M. vom Sozialdienst der Bundeswehr, auf die Familien zu Hause kommen große Herausforderungen zu. Ihre Lieben haben viel erlebt.

Cornelia M.: „Wenn die Angehörigen merken: Oh, der Soldat, die Soldatin ist nicht mehr der er eigentlich mal war. Ich erkenne ihn nicht mehr. Ich weiß auch nicht mehr selber, wie ich damit umgehen soll, was ich da machen soll. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Ansprechpartner für die Angehörigen sind hier die Soldaten. Sie haben einen ganzen Fuhrpark ausgestellt. Von der Panzerhaubitze 2000 über den Transportpanzer Fuchs bis hin zum Minenräumsystem Keiler. Oberst Volker Rönnike, der stellvertretende Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ hat dabei die ganze Familie im Blick.

Oberst: „Ich selber halte es für sehr wichtig, dass vor allen Dingen auch die Kinder sehen, wo ihre Väter, teilweise auch Mütter, im Einsatz mit unterwegs sind. Dass ein Schutzfaktor da ist. Und dass sie auf diese Art auch beruhigt bleiben.

Auch der Schützenpanzer Marder ist in einer dynamischen Vorführung zu sehen.

Informationen aus erster Hand gibt es bei Telefonschaltungen in sämtliche Einsatzgebiete von Afghanistan. Hier erfährt auch der Oberstabsfeldwebel unter welchen aktuellen Umständen sein Sohn arbeitet.

Soldat: „Hier, bei uns, hat der Sommer jetzt nachhaltig Einzug gehalten. Mit Temperaturen doch deutlich über 40 Grad.

Oberstabsfeldwebel: „Ich konnte mich zumindest im Tondokument davon überzeugen, dass weiterhin professionelle Arbeit geleistet wird im Einsatzland. Aber eine Beklemmung und eine Angst konnte mir natürlich diese telefonische Erörterung auch nicht nehmen, weil man eben halt ein Familienangehörigen direkt im Einsatz hat.

Zahlreiche Angehörige nutzen auch die Möglichkeit einer Video-Botschaft an die Lieben. Am Familientag aufgezeichnet, erreichen sie die Grüße schon kurze Zeit später am Einsatzort.

Angehörige: „Ja, wir hoffen euch geht es da unten allen gut, und ja, ihr kommt ja zum Glück bald wieder. Die zwei Monate hoffen wir, dass ihr noch gut übersteht. Wir freuen uns auf euch.

Zur Sicherheit der Soldaten tragen unter anderem die Diensthunde bei. Was sie können, zeigen die Feldjäger bei einer Vorführung. Auch für den Oberstabsfeldwebel ein vielseitiges Programm.

Oberstabsfeldwebel: „Eine Grundangst bleibt immer, aber dieser Elterntag hier, dieser Tag für die Angehörigen hat mal wieder gezeigt, dass es viele Möglichkeiten gibt, die man mal durchdenken kann, was militärische Ausbildung angeht. Das gibt einen dann doch eine gewisse Ruhe und Zuversicht, dass der Sohn gesund aus dem Einsatz zurückkommt.

An Abend zählt die Brigade 2.000 Besucher, die das Angebot des Familientages in Augustdorf wahrgenommen haben.

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Stand vom: 03.12.13


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