Sie sind hier: Startseite > Multimedia > Videoarchiv > Luftwaffe > Beiträge 2011 > Simulatortest für künftige Piloten (Sprechertext)

Simulatortest für künftige Piloten (Sprechertext)

Wenn sich das Kabinendach des Flugzeugsimulators langsam schließt, steigt auch die Anspannung im Cockpit. Platzrunde lautet der Auftrag. Die Platzrunde ist ein standardisiertes Verfahren und hilft zum Beispiel der Einleitung eines sicheren Landeanfluges. Doch zuvor muss das fiktive Propellerflugzeug vom Typ Merlin vom Heimatflugplatz der sogenannten Homebase, abheben. Der Start gelingt. Vor dem Start erzählte uns der Luftwaffen-Offizier und Absolvent des Studiums der Elektro- und Informationstechnik etwas über seine Motivation.

Luftwaffen-Offizier: „Alles angefangen hat es in der Kindheit, man hat die Flieger am Himmel gesehen. Ich habe mich sehr schnell für das Thema begeistern können, und gerade das militärische Fliegen ist auch ein wenig anspruchsvoller als das zivile Fliegen. So bin ich dann zur Bundeswehr gegangen. Die besondere Herausforderung ist, denke ich, die sehr anspruchsvolle Ausbildung, die auch sehr vielfältig ist. Man hat viele Aspekte, man hat das Englische, das Technische, und natürlich auch das nötige Feingefühl muss man beweisen. Und ja, das ist für mich die Herausforderung.“

Bewerber, die in dieses Cockpit steigen, haben bereits die ersten zwei Phasen der Eignungsfeststellung erfolgreich hinter sich gebracht. Nämlich die Offizierbewerber-Prüfzentrale in Köln und die Überprüfung der medizinischen Tauglichkeit am Flugmedizinischen Institut in Fürstenfeldbruck. Im letzten Schritt der Eignungsfeststellung werden nun vorhandene praktisch fliegerische Anlagen in realitätsnahen Situationen geprüft. Dazu ist das neue System ausgezeichnet geeignet.

Ausbilder: „Wir haben die Möglichkeit, mit einem Rundumsichtschirm realistische Flugbedingungen darzustellen. Die Bewerber haben ganz deutlich den Eindruck, in einem Flugzeug zu sitzen. Das motiviert wesentlich stärker und man kann die Fähigkeiten, die jemand dort hat, auch viel deutlicher zur Darstellung bringen.“

Realitätsnähe wird dabei groß geschrieben. Bis zu sechs Bewerber werden innerhalb von vier Tagen durch das umfangreiche Testprogramm geschleust. Mit einem Sichtbereich, der der Größe eines menschlichen Gesichtsfeldes entspricht, sitzen die angehenden Piloten und Pilotinnen in einem der Cockpits. Panorama pur. Vor ihrem Flug findet das sogenannte Mission-Briefing statt. Bewerber werden mit verschiedenen Aufgaben betraut. Schrittweise wird jede Mission komplexer. Anschließend erfolgen die vier Testphasen abhängig vom Prüfungstag. Mission one, der Eingewöhnungsflug, um mit der Bedienung der Steuerelemente vertraut zu werden. Die anschließende Mission two ist die eingangs erwähnte Platzrunde. Bei der Mission three handelt es sich bereits um einen Fortgeschrittenen-Flug, bei dem es darum geht die räumliche Orientierung zu behalten. Schließlich Mission four. Hier wird der Bewerber bereits an navigations- und taktische Aufgaben herangeführt. Positive und negative Punkte des Fluges werden zeitnah im sogenannten Debriefing besprochen.

Ausbilder: „Dann schauen wir uns doch mal den Take off an. Vor dem Take off immer hinschauen, was vorne los ist. Da vorne ist ein LKW. Da waren wir ein bisschen voreilig mit dem Losrollen. Schauen Sie hin! Der überquert gerade die Runway. Das nächsten Mal wirklich hinschauen, was vorne los ist. Dann erst im Take off los fahren.“

Am Ende der vier Tage wird im Rahmen einer Abschluss-Konferenz über die Eignung oder Nicht-Eignung eines Bewerbers entschieden. Unsere Probanden haben den Test erfolgreich absolviert. Bis ein Pilot den Status Combat ready, fertig für den Kampf, erhält vergehen aber mehrere Jahre. Die Kosten betragen etwa fünf Millionen Euro. Grund genug, den zukünftigen Piloten ausgiebig zu testen.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.multimedia.videoarchiv.luftwaffe.beitraege_2011&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7C8KU9G4069DIBR