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Alarmstart in Litauen (Sprechertext)

Siauliai, Litauen. Plötzlich Alarm. Die Besatzung zweier Kampfjets auf dem Weg zu ihren Flugzeugen. Fünfzehn Minuten haben die Soldaten Zeit, dann müssen sie in der Luft sein. Nach wenigen hundert Metern haben die Piloten das Flugfeld erreicht. Aussteigen und schnell zu den Flugzeugen. Der Waffensystemoffizier, kurz WSO, inspiziert Zusatztank und die Bordwaffen. Die Piloten checken den technischen Zustand ihrer Maschinen. Die Flugzeugwarte sind ebenfalls vor Ort. Sie haben alles vorbereitet und unterstützen nun.

Knapp zehn Minuten sind vergangen. Die Maschinen rollen in Richtung Startbahn. Die Position „Last Chance“. Hier halten die Piloten noch mal an, bevor es losgeht. Letzte Sichtkontrolle, die Sicherungsbolzen der Waffenanlage werden gezogen.

Zwölf Minuten nach Alarmierung startet die Alarmrotte kurz hintereinander.

Schnell erreichen die Maschinen ihre befohlene Flughöhe. Es geht Richtung Estland. Seit 2004 hat die Bundeswehr zum fünften Mal die NATO-Mission „Air Policing Balticum“ zum Schutz des Luftraumes über den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen übernommen. Betraut mit dem Auftrag diesmal: die Soldaten des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“ aus Wittmund.

Minuten später geht es runter. Die Alarmrotte erreicht den Luftraum über Tallinn. Die Jets zeigen Präsenz am Himmel und auf den Radarschirmen. Oftmals erhalten die Piloten erst in der Luft die genauen Details zu ihrer Mission. Wir erfahren sie auch – später.

Rückflug. Die Mission ist abgeschlossen. 90 Minuten später kehren die Maschinen wieder zurück. Landung in Siauliai. Die Waffenanlage ist wieder gesichert. Die Maschinen rollen Richtung Hangar.

Parkposition erreicht. Die Piloten können wieder aussteigen. Es folgt ein kurzes Übergabegespräch mit den Flugzeugwarten. Mögliche Mängel oder Probleme können so direkt gemeldet und behoben werden. Maximal eine Stunde haben die Warte nun für die Nachflugkontrolle an den Maschinen Zeit. Der WSO erklärt den Grund für die Alarmierung und seinen Auftrag an Bord.

Waffensystemoffizier: „Unser Auftrag in dieser Mission war, nach Tallinn zu fliegen, dort einen Low Approach durchzuführen, um also Präsenz zu zeigen – damit die auch uns mal sehen und sehen ok, die Deutschen sind da – und danach waren wir im Luftraum und haben eins gegen eins gespielt, um die Controller zu unterstützen und ihre taktische Fähigkeit zu schulen.

Also ich bin für die Navigation zuständig, um jederzeit zu wissen wo wir sind und wo wir hin müssen. Für den Intercept, also wie wir ein anderes Luftfahrzeug am besten abfangen, nah ran kommen und gegebenenfalls identifizieren können und unterstütze natürlich den Piloten vorne nach meinen bestmöglichen Fähigkeiten, damit er entlastet wird und sich voll auf das Fliegen konzentrieren kann.

Dieses Mal war es für die Soldaten aus Wittmund nur ein Übungsalarm. Aber schon der nächste Alarm kann bedeuten, dass es ein scharfer Einsatz wird im Luftraum über dem Baltikum.

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Stand vom: 18.04.12


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