Üben für den Übungsleiter
Warendorf, 27.09.2012.
Durch das Eingangstor hindurch, will ich meinen Augen nicht trauen: Mir traben Pferde entgegen. Das ist für mich das erste Indiz, dass ich in keiner normalen Kaserne sein kann. Tatsächlich stehe ich in der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf.

Für Karo und mich beginnt ein neuer Lehrgang. Wir werden zum Übungsleiter der Bundeswehr ausgebildet. Damit dürfen wir in Zukunft Sportstunden halten und die Leistungen für das deutsche Sportabzeichen abnehmen.
Auf einen zweiten Blick vermisse ich nun die Uniformen. Die gibt es hier natürlich, doch grün sind sie meist nicht. Die Soldaten tragen hier in der Regel dunkle Trainingsanzüge. Demnach mangelt es wohl nicht an Bequemlichkeit.
Doch bereits nach den ersten Sportstunden merke ich, wie falsch ich damit lag. Nach vier Stunden Training fühle ich mich fünf Jahre älter. Auch die nächsten Tage soll dieses Gefühl bleiben. Am Ende der ersten Woche kann ich zwar auf eine gute Ausbildung zurückblicken, freue mich aber ungemein auf die verdiente Erholung. In der zweiten Woche merke ich plötzlich, wie effektiv das Training ist: Mir fällt bereits alles leichter.
Auch an Abwechslung fehlt es nicht: Wir trainieren Schwimmen, verschiedene Ballsportarten, Klettern, Hindernisparcours, Inline-Skaten und vieles mehr. Am interessantesten ist für mich das Slingtraining. Eingehängt in eine Art Seilsystem, arbeite ich dabei mit meinem eigenen Körpergewicht an der Verbesserung meiner Leistungsfähigkeit.
Dennoch geht es nicht darum, uns fit zu machen. Hauptsächlich wird uns anhand von Beispielen die Leitung von Sportunterrichten in der Bundeswehr nahegebracht. Die positiven Nebeneffekte der allgemeinen Fitness oder des „Abspeckens“ bleiben dann aber auch nicht aus.
Inwiefern ich meine Leistung tatsächlich steigern konnte, wird der Triathlon in der letzten Woche zeigen. Dann treten die angehenden Übungsleiter gegeneinander an. Auf jeden Fall weiß ich schon jetzt, dass mich der Lehrgang bestimmt fünf Jahre jünger gemacht hat.


