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Am Brennpunkt des Kosovo (Sprechertext)

Die Einsatzkompanie KFOR ist seit Februar 2011 im Kosovo eingesetzt. Sie war während der heißen Phase im Juli 2011 vor Ort und war in allen Brennpunkten präsent. Durch ihren Einsatz trägt sie maßgeblich zur Stabilität im Kosovo bei.

Camp Novo Selo, Kosovo: Der Alphazug der Einsatzkompanie KFOR hat den Auftrag, kurzfristig einen Kontrollpunkt für Fahrzeuge aufzubauen. Der Zugführer geht sofort in die Befehlsausgabe. Zeit ist kostbar, denn es gibt Hinweise auf illegale Aktivitäten.

Aufsitzen auf die Fahrzeuge und raus. Die Fahrzeuge sind bereits aufgerüstet. Vorgabe für die Kompanie: Abmarschbereit in 30 Minuten. Es geht in Richtung Mitrovica und danach weiter in Richtung Norden. Ziel ist ein Straßenabschnitt südlich Rudare. Die Ortschaft gilt als Hochburg der serbischen Kräfte. Nach wenigen Minuten ist der Kontrollpunkt aufgebaut. Das Ziel der Operation beschreibt der Zugführer.

Zugführer: „Wir haben kurzfristig den Auftrag rein bekommen, hier eine Verkehrskontrolle durchzuführen. Wir befinden uns hier auf der Straße Richtung Dock 33. Wir kontrollieren den Verkehr vom Dock 33, der hier vorbeikommt und den Verkehr, der dort hinführt. Das ist die kurze Personalienfeststellung, Kennzeichenfeststellung und dann auch eine kurze Fahrzeugsdurchsuchung.

Fahrzeuge werden unregelmäßig herausgezogen und kontrolliert. Die Reaktionen gehen von Verständnis bis zur totalen Ablehnung.

Nach zwei Stunden geht es zurück. Gefunden wurde allerdings nichts. Und eine Stunde später erreicht der Zug das Feldlager Novo Selo. Der Kompaniechef erklärt die veränderten Rahmenbedingungen in den Problemgebieten des nördlichen Kosovo.

Kompaniechef: „Nachdem die Kompanie dann nach den Unruhen am 3. August wieder geschlossen hier im Feldlager war, bezog sich das hauptsächlich auf Patrouillentätigkeiten, entlang der Hauptverbindungsstraße Richtung Norden und auf Seitenstraßen rund um die Straßensperren, soweit sie noch vorhanden sind. Und Erkundungstätigkeiten entlang der Grenzlinie zwischen Kosovo und Serbien, sowie der Durchführung von Fahrzeugkontrollpunkten an einzelnen, inoffiziellen oder Nebengrenzübergängen, um den dortigen Fahrzeugverkehr zu kontrollieren und auch die Intensität festzustellen.

Am Folgetag hat der Alphazug einen Patrouillenauftrag. Wiederum geht es nach Norden, wiederum zur Ortschaft Rudare. Kurz vor der Ortschaft wird ein Beobachtungshalt eingelegt, um die Stimmung an der Straßensperre aufzunehmen.

Überraschend nimmt ein Serbe Verbindung zur Patrouille auf. Er lädt zum Kaffee. Die erste Möglichkeit zu einem direkten Gespräch. Seine Vorstellung legt er dar.

Serbe: „Unser Problem ist, dass die serbischen Provinzen nicht Teil der kosovo-albanischen Institutionen werden wollen. Auch Waffengewalt wird unsere Meinung nicht ändern. Wir wollen Teil Serbiens bleiben, da hier für uns alle wichtigen Institutionen schon ausreichend existieren.

Die Patrouille war ein voller Erfolg. Der Patrouillenführer hat die Einladung wiederzukommen. Nach dem Gespräch bestand erstmals die Möglichkeit, in die 700 Meter tiefe Straßensperre zu gehen. Seit Juli hat sich die Bevölkerung dort eingerichtet und sperrt die Hauptstraße. Die Patrouille setzt abschließend ihren Auftrag fort.

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Stand vom: 03.12.13


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