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Verstärkung auf Abruf – Teil 2 (Sprechertext)

Der Grenzübergang Dog 31 – einer der beiden im Juli durch die Sonderpolizei besetzten Grenzübergänge. Nach Jahren der Ruhe war dies der Auslöser für die Konflikte bei denen ein kosovarischer Polizist getötet wurde. Die Hintergründe beschreibt der bis Ende August amtierende Oberbefehlshaber der KFOR-Truppe General Bühler.

General Bühler: „Also die tieferen Ursachen sind zweifellos die politische Lage, das heißt der Anspruch Serbiens nach wie vor auf das Gesamtkosovo und insbesondere auf den Norden. Man hat die Menschen im Glauben gelassen, dass sie noch in Serbien leben und das hält seit zwölf Jahren an. Das zweite sind die parallelen Strukturen. Das heißt die Einflussnahme von Serbien, unmittelbare Einflussnahme auf die Geschicke der Bevölkerung im Norden. Und das Dritte, das in dieser politischen Lage sich entwickelt hat, ist eine hohe Kriminalität, hohe organisierte Kriminalität, verbunden mit sehr starken radikalen und nationalistischen Strukturen.

Am Grenzübergang ist eine deutsch-französische Task Force in Kompaniestärke eingesetzt. Platz ist an dieser Stelle eindeutig Mangelware. Deshalb stehen die Fahrzeuge hintereinander aufgereiht entlang der Straße. Der Bereich mit Kompaniegefechtsstand, Unterkunft und Schutzmauer ist erst in der letzten Woche entstanden und befindet sich auch weiter im Ausbau.

Der kleine abgegrenzte Bereich wird von den Soldaten gerne zum geselligen Beisammensein beim Essen und als Schutz gegen die hohen Temperaturen genutzt. In den Zelten Typ 2 sind bis zu zehn Soldaten inklusive Waffe und persönlicher Ausrüstung untergebracht. Privatsphäre ist hier Mangelware. Die Erschöpfung von den Aufträgen lässt so manchen aber trotz der fehlenden Klimatisierung schlafen.

Die KFOR-Truppe kontrolliert beiderseits der Grenze. Auf Seiten Serbiens stehen deutsche Soldaten, während auf der kosovarischen Seite die französischen Kameraden ihren Dienst versehen. Obwohl die Soldaten beider Nationen den gleichen Auftrag haben, ist die Ausstattung unterschiedlich: Neben seiner persönlichen Ausrüstung und Handwaffe ist zumindest ein französischer Soldat mit einer Pumpgun ausgestattet. Diese ist mit nicht-tödlicher Munition bestückt, um Angreifer schnell und effektiv außer Gefecht zu setzen.

Auch bei den Fahrzeugen gibt es Unterschiede: Der Transportpanzer Fuchs oder der Geländewagen Wolf sind in allen deutschen Kontingenten zu finden. Auf der französischen Seite ist das Allround-Mittel das Véhicule Blindé Léger, kurz VBL. Übersetzt könnte man es als leicht gepanzertes Fahrzeug bezeichnen, das primär für Aufklärungsmissionen und leichte Patrouillen eingesetzt wird. Es ist gegen Splitter und gegen Handfeuerwaffen bis 7,62 Millimeter geschützt. Insgesamt gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Franzosen unproblematisch, wie uns der französische Kompaniechef bestätigt.

Kompaniechef: „Abgesehen von einer kleinen Sprachbarriere hin und wieder, verläuft die Zusammenarbeit sehr gut. Gerade das Zusammenwirken mit den beiden deutschen Zügen bereitet überhaupt keine Probleme, da Deutsche wie Franzosen denselben Auftrag haben und so das Selbe machen.

Obwohl die KFOR-Soldaten beiderseits der Grenze sichern, werden die eigentlichen Kontrollen durch die Kosovo-Police und EULEX an der Grenzstation unter dem Schleppdach durchgeführt. Sie wollen aber nicht gefilmt werden. Die genaue Aufteilung der Aufgaben zwischen KFOR und den Kräften der Kosovo-Police erläutert einer der deutschen Gruppenführer.

Gruppenführer: „Wir sind hier an der Grenze eingesetzt. Auf der linken Seite befindet sich der Kosovo und auf der rechten Seite Serbien. Wir sind das erste Kontrollelement auch zur Unterstützung für die Kosovo-Police, die sich 100 Meter links befindet. Unsere Aufgabe ist es, hier das Embargo durchzusetzen gegenüber allen Fahrzeugen, die hier nicht zulässig sind. Sprich: 40-Tonner, LKWs, also die großen LKWs, dass wir das kontrollieren, dass die hier nicht durchgelassen werden und der Erstfahrzeugcheck zwecks Schmuggel von Waffen und so weiter.

Die Patrouille macht sich auf den Rückweg. Nach eineinhalb Stunden Fahrzeit ist das Feldlager Novo Selo erreicht. Heute gab es keine besonderen Vorkommnisse. Das ORF-Bataillon soll nach derzeitiger Planung bis Ende des Jahres 2011 im Einsatz bleiben. Das hängt aber von den weiteren Verhandlungen zwischen dem Kosovo und Serbien ab.

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Stand vom: 03.12.13


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