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Taktische Verwundetenversorgung – Schnelle Rettung im Gefecht (Sprechertext)

Angriff auf einen Konvoi. Unbekannte eröffnen das Feuer auf Bundeswehrsoldaten. Jetzt müssen die Sanitäter schnell und überlegt handeln. Fehler können hierbei tödlich sein.

Das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm hat das Pilotprojekt „Team-Training Taktische Verwundetenversorgung“ ins Leben gerufen. Es ist Teil einer einsatzorientierten notfallmedizinischen Basisausbildung. Auf dem Standortübungsplatz der Rommel-Kaserne werden mehrere Gefechtsszenarien simuliert. Ziel ist es, die Lehrgangsteilnehmer an ihre Grenzen zu bringen und einen möglich realistischen Eindruck von einem Einsatz zu vermitteln.

Erste Station: Die Teilnehmer werden mit einem Autounfall mit verletzten Kameraden und Einheimischen konfrontiert. Nicht nur die schnelle Versorgung der Verwundeten ist entscheidend, die Situation muss richtig eingeschätzt und taktische Entscheidungen gefällt werden. Der eigene Schutz hat zunächst Priorität. All dies geschieht unter der ständigen Aufsicht der Stationsleiter, was den Druck zusätzlich erhöht. Insbesondere der Transport der Verletzten gestaltet sich als Herausforderung.

Stationsleiterin: „Das erste Szenario ist immer schwierig für die Gruppe, einfach in das Szenario einzusteigen und auch uns zu ignorieren als Leitende. Und wir haben ja dann doch eine Puppe – gibt zwar auch Übungsverletzte – aber da die Übungskünstlichkeiten zu überwinden. Aber ich denke sie sind jetzt ganz gut reingekommen, schwitzen auch dementsprechend und das Szenario ist eigentlich so ganz gut gelaufen.

Nach Abschluss der Übung wird die Durchführung ausgewertet. Die Anspannung ist den jungen Stabsärzten deutlich anzumerken.

Übungsteilnehmerin: „Man kommt hier hin und man kennt so die einzelnen Szenarien ja nicht und dann darauf agieren, also am Anfang, glaube ich, steht man einfach nur rum, und weiß nicht so wie man handeln soll. Weil man kennt ja in der Klinik, das alles vorbestimmt und alles wird irgendwie einem angereicht und man weiß wo alles ist und hier ist es irgendwie Gefahr und dann die Kameraden. Also das glaube ich ist alles ziemlich schwierig.

Doch zum Ausruhen bleibt keine Zeit. Ein Raketenanschlag auf einen Observierungsposten und ein Hinterhalt bringen die Ärzte zusehends in Bedrängnis. Erstversorgung findet während der Feuergefechte statt, ehe die Verwundeten aus der Gefahrenzone gebracht werden können.

Auch das ganze Können als Mediziner wird gefordert: Ein Luftröhrenschnitt muss gemacht werden. Unter Stress ein schwieriges Unterfangen. Der Projektoffizier erklärt das Konzept.

Projektoffizier: „Sie werden nach einem zivilen Schema ausgebildet. Das ist auch problemlos und funktioniert auf einem hohen Niveau. Wir müssen aber, wir haben es ja jetzt gesehen, noch einige Module dazu bringen. Die Verletzungsmuster sind anders, die Ausbildung beziehungsweise das Material ist anders. Und darum haben wir noch eine zusätzliche Ausbildung modular eingeführt.

Je weiter die Übungen voranschreiten, desto mehr gewinnt die Gruppe an Erfahrung und Souveränität. Die Stationsleiter sind zufrieden.

Stationsleiter: „Sie waren recht schnell und zügig und haben im Groben und Ganzen jetzt keine richtigen Patzer sich geleistet. Ein paar Kleinigkeiten werden wir auch gleich im Debriefing korrigieren müssen, aber wir sind eigentlich ganz zufrieden.

Mit zahlreichen Anstrengungen verbunden, sind die Inszenierungen für die Teilnehmer äußerst hilfreich, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Denn auch in extremen Situationen müssen sie zuverlässig Leistung erbringen. Von ihnen hängt das Leben ihrer Kameraden ab.

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Stand vom: 03.12.13


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