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Allererste Hilfe im Einsatz - Teil 2 (Sprechertext)

Oberfeldarzt Dr. Banik. Er führt die Rettungsschulen der Bundeswehr und ist für die praktische Ausbildung zum Einsatzersthelfer Bravo maßgeblich verantwortlich. Soldaten, die als Laien fachliche Sofortmaßnahmen treffen – das ist eine Lektion aus dem Afghanistaneinsatz.

Oberfeldarzt Dr. Gregor Banik: „Es ist immer ein Risiko, selbst wenn es Fachkräfte machen, weil sie begehen ja im rechtlichen Sinne Körperverletzung. Alle uns vorliegenden Rechtsgutachten haben aber bestätigt, dass im Einsatzfalle unter Gefechtsbedingungen auch der Laiensoldat, der entsprechend ausgebildet wurde, dies machen darf, wenn er damit Leben rettet.

Soldat (schreit): „Ah, es tut so weh! Mein Gesicht! Ah! Es brennt!

Die nächste Ausbildungsstation. Diesmal hat es einen Sprengstoff-Anschlag gegeben. Kamerad Tino ist wieder am Zuge. Die Splitter im Schädel bleiben vorerst stecken, zu groß die Gefahr, dass Nerven verletzt werden.

Soldat: „Wir haben jetzt einen Ringverband angelegt, damit keine weiteren Keime eindringen.

Die Atmung ist behindert. Durch eine Verletzung des Brustraumes entsteht in der Lunge ein Luftpolster – eine lebensgefährliche Komplikation. An der Puppe muss jetzt ein größerer invasiver Eingriff vorgenommen werden. Tino muss die Nadel direkt in den Brustkorb stechen.

Oberstabsarzt Dr. Holger Gässler: „Es könnte dazu kommen, dass die Lunge verletzt wird, aber das muss in Kauf genommen werden, denn wie gesagt: Der Patient stirbt, wenn wir das nicht tun, und die Lunge ist bereits beschädigt.

Dann muss Tino noch einen echten Zugang legen. Erst zwei Mal hat er dies zuvor geübt.

Soldat ruft: „Du hast jetzt noch fünf Minuten Zeit, dann rücken wir hier ab. Du musst fertig werden.

Alle hier gezeigten Verletzungsmuster sind nach den Erfahrungen im Afghanistaneinsatz ausgewählt. Und alle dieser ersten Lehrgangsteilnehmer stammen aus Panzer- und Panzergrenadierbataillonen, die für einen Einsatz dort vorgesehen sind. Entsprechend groß ist die Motivation – vor allem im praktischen Ausbildungsteil.

Soldat 1: „In der Theorie ist ja alles bloß schriftlich und theoretisch abgearbeitet. Da kriegt man zwar gesagt, dass man in der Kälte arbeiten muss. Aber wie zum Beispiel vorhin, als ich den echten Zugang gelegt hab, da sieht man die Venen nicht so stark wie in der Theorie, wie es gezeigt wurde.

Soldat 2: „Das Spannendste ist Spannungspneumothorax. Wenn man dann wirklich in die Brust reinpieken muss, damit der Soldat, der Kamerad überhaupt wieder Luft kriegt. Weil es doch Überwindung kostet, jemandem in die Brust reinzustechen. Weil man ja weiß, dass man eigentlich was damit kaputtmachen kann, aber in dem Moment dem dann trotzdem sehr hilft.

Rund 1.300 Einsatzersthelfer Bravo bildet die Bundeswehr in diesem Jahr aus. Immer dann, wenn unter Gefechtsbedingungen im Einsatz kein Arzt oder Rettungssanitäter zu Hilfe eilen kann, müssen sie sich künftig bewähren.

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Stand vom: 03.12.13


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