Sie sind hier: Startseite > Multimedia > Audioarchiv > Einsätze > Die Bundeswehrverwaltung im Auslandseinsatz - Teil 2 (Sprechertext)

Die Bundeswehrverwaltung im Auslandseinsatz - Teil 2 (Sprechertext)

Ich bin 48 Jahre alt, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich arbeite beim Bundeswehrdienstleistungszentrum in Münster mit Dienstort in Rheine und bin dort eingesetzt als Objektmanager. Ich bin bei der Bundeswehr seit 1984, damals als Soldat eingestiegen für 12 Jahre, dann ein Verwaltungsstudium bei der Bundeswehrverwaltung und anschließend bei der Bundeswehrverwaltung auch geblieben.

Ich habe bis jetzt vier Auslandseinsätze in Bosnien-Herzegowina hinter mich gebracht – als Liegenschaftler und Beschaffer für die Truppe um alle Sachen des täglichen Bedarfs zu beschaffen.

Ein typischer Tagesablauf wäre zum Beispiel: Es kommt eine Meldung rein, dass in der Truppe eine Waschmaschine kaputt gegangen ist. Dann fährt man raus, guckt sich den Typ an und beschafft dann im Land eine neue.

Wir waren untergebracht in einem Reihenhaus abseits des Flughafens von Sarajevo in einem netten Viertel von Dubrinja. Das ist ein Stadtteil von Sarajevo. Im Erdgeschoss befanden sich die Büro- und Diensträume, im ersten und zweiten Geschoss waren dann die Wohn- und Schlafräume.

Der Kontakt zur Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina ist dank unserer Möglichkeiten sehr gut, sehr eng und man lernt viele Leute kennen durch persönliche Gespräche, eben abseits des Militärstatus.

Bosnien-Herzegowina ist nach wie vor eines der meist vermintesten Länder der Erde. Der Weg in die Natur ist sehr, sehr gefährlich. Mir selber oder unseren Kameraden ist Gott sei Dank nichts passiert, weil wir gut ausgebildet dort runtergehen und wissen um die Gefahr und meiden die, wo immer wir können.

Alle meine vier Einsätze, die ich bisher in Bosnien-Herzegowina gefahren hab, waren ausschließlich auf freiwilliger Basis, von mir aus angetrieben. Ich bin weder von irgendjemandem gefragt, noch gebeten worden. Das war einfach, weil ich diese Erfahrung machen wollte, einmal diese Auslandseinsätze gefahren zu haben.

Vor so einem Auslandseinsatz ist natürlich eine sehr emotionale Geschichte, weil man die Familie für einen gewissen Zeitraum verlässt, auch Freunde, Bekannte, Nachbarn. In ein fremdes Land zieht, andere Region, andere klimatischen Verhältnisse.

Ich habe alle vier Auslandseinsätze nur nach Rücksprache mit meiner Familie entschieden und bin dann auch schlussendlich gegangen. Nach Rückkehr aus einem Auslandseinsatz, wenn man vier Monate von Frau und Familie getrennt war, muss man sich einfach nach der Rückkehr ein bisschen zurücknehmen. Die verbleibenden Familienmitglieder haben sich neu organisiert, ohne einen. Und die Arbeiten, die sonst der Vater, Mann getan hat, haben dann die anderen getan. So muss man sich erst mal zurück nehmen, um wieder in die Familie reinzufinden.

Wenn ich nochmal gehen sollte in Kürze, denke ich, werde ich auf dem Balkan bleiben und ins Kosovo gehen. Der Balkan ist einfach eine interessante Ecke. Über die Jahrhunderte hat es dort letztendlich immer gekocht und kocht weiter, wie man es ja jetzt in der aktuellen Presse und Film und Fernsehen sehen kann. Und da ein stückweit mithelfen zu können, um das zu beruhigen, wäre doch eine schöne Aktion.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.multimedia.audioarchiv.einsaetze&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7C8RYHQM273DIBR