Sie sind hier: Startseite > Multimedia > Videoarchiv > Einsätze > Beiträge 2012 > Fernmelder in Südafghanistan (Sprechertext)

Fernmelder in Südafghanistan (Sprechertext)

Hier geht es zu wie an einer vielbefahrenen Kreuzung: Beinahe im Minutentakt starten oder landen Hubschrauber und Flugzeuge auf dem Kandahar Airfield im Süden von Afghanistan.

Den Himmel über dem weltweit größten NATO-Flugplatz müssen sich die Flugzeuge allerdings mit einer schier unüberschaubaren Anzahl von Satellitenschüsseln und Masten teilen. Wo man auch hinsieht, hängen Kabel in teilweise abenteuerlichen Konstruktionen in der Luft.

Hier den Überblick zu behalten, ist nicht gerade einfach. Und eine der Herausforderungen für die deutschen Soldaten aus dem First-NATO-Signal-Battalion, einem der drei NATO-Fernmeldebataillone aus dem niederrheinischen Wesel. Sie sorgen für die Verbindung per Telefon und Computer nach Europa zur NATO. Aufgrund der ständigen Bedrohung durch Raketenangriffe sollen die Kabel in den kommenden Wochen alle in unterirdischen Schächten verlegt werden. Allein in den vergangenen 120 Tagen hat es 63 solcher Angriffe gegeben.

Über das weitverzweigte Netz an Rohren verbinden die „Linies“ – wie die Soldaten des Kabeltrupps liebevoll genannt werden – die Unterkünfte und Büros. Seit 2006 leisten deutsche Soldaten hier im Süden Afghanistans fernab der anderen deutschen Feldlager im Norden ihren Beitrag zum ISAF-Einsatz. Der Kompaniechef der deutschen Fernmeldespezialisten erklärt, warum dies so ist.

Kompaniechef: „Die Kandahar Signal Support Group ist der zentrale IT-Service Provider der NATO CIS Service Agency. Ein multinationaler Verband aus dem First-NATO-Signal-Battalion. Das First-NATO-Signal- Battalion besteht aus fünf Kompanien – drei deutsche, eine dänische und eine britische.

Eine Kompanie stellt jeweils für viereinhalb Monate das Einsatzkontingent in Kandahar. Im Serverraum, dem Herzstück der Anlage, laufen alle Leitungen zusammen. Eine Vorliebe für Bits und Bytes sowie ein gutes technisches Verständnis ist Voraussetzung für die anspruchsvolle Aufgabe.

Fernmelder: „Von hier aus betreuen unter anderem die Systemadministratoren einen Serververbund von weit über 100 Servern und stellen damit eine Arbeitsumgebung für circa 1.500 User zur Verfügung und verwalten von hier aus etwa 1.100 Workstations.

Insgesamt 195 Megabyte Bandbreite stehen den Nutzern zur Verfügung. Mehrere Hundert Telefonate sind gleichzeitig möglich. Nach Kabul oder zum NATO-Hauptquartier nach Brüssel. Dafür überwachen die Soldaten die Systeme rund um die Uhr und beantworten Fragen über eine eigene Hotline auf Englisch – of course.

Neben der stationären Kommunikation stellen die Fernmelder allerdings auch mobile Geräte zur Verfügung.

Fernmelder: „Deployed wird es vor allem in kleinen Forward Operation Bases. Für einen Zeitraum von ungefähr zwei bis vier Wochen. Soll sicherstellen die Netzwerkanbindung an das NATO-Netzwerk sowie die Telefonie, sodass in einem kleinen Rahmen die Verbindung zum HQ möglich ist.

Das HQ, das Hauptquartier in Kandahar, kann so selbst in entlegenen Stellungen unterstützen. Beispielsweise durch Bilder von Aufklärungsdrohnen oder durch Beratung bei einer medizinischen Behandlung.

Fernmelder: „Ein Minitrupp verfügt über mehrere Workstations, über einen Drucker und gegebenenfalls über eine Videokonferenzmöglichkeit.

Neben dem Auf- und Abbau der transportablen Kommunikationsgeräte in den Außenposten gehört allerdings auch die Reinigung und Reparatur der Geräte zu den Aufgaben der Soldaten. Nach mehreren Wochen im Feld eine staubige Angelegenheit.

Nach viereinhalb Monaten ist der Einsatz für die deutschen Soldaten fast beendet. In einer Woche werden ihre dänischen Kameraden aus Haderslev die verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen und weiter für gute Verbindungen sorgen.

Und dann ist eines der vielen Flugzeuge für die Soldaten der Signal Support Group reserviert. Flugziel: nach Hause.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.multimedia.videoarchiv.einsaetze.beitraege_2012&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7C8R4HU2197DIBR