Sie sind hier: Startseite > Multimedia > Videoarchiv > Einsätze > Beiträge 2011 > Hubschrauber per Luftfracht (Sprechertext)

Hubschrauber per Luftfracht (Sprechertext)

Landeanflug auf Masar-i Scharif. Das russische Frachtflugzeug Antonov erreicht morgens um 5.30 Uhr das Camp Marmal im Norden Afghanistans. Das Transportflugzeug des Typs An-124 hat heute eine ganz besondere Fracht an Bord: eine CH-53, den mittelschweren Transporthubschrauber der Bundeswehr.

Gestern Nacht ist die Antonov von Leipzig aus nach Afghanistan gestartet. Regelmäßig fliegt sie Großmaterial in die Einsatzgebiete. Die zehnköpfige Besatzung kommt aus Russland. Die Antonov kann mit bis zu 120 Tonnen beladen werden. Eine Besonderheit dieses Flugzeuges ist, dass sich nicht nur das Heck öffnen lässt, sondern auch der Bug zum Be- und Entladen nach oben geklappt werden kann.

Nun wird das Bugfahrwerk eingezogen, sodass sich der Bug absenkt. Die hydraulisch ausklappbare Laderampe ermöglicht den ebenerdigen Zugang zum Flugzeug. So können Großgeräte wie die CH einfach herausgerollt werden. Spezielle Hebebühnen sind nicht notwendig. Vor allem an infrastrukturell schwachen Flughäfen ist das sehr wichtig.

Die Laderampe liegt. Die CH kann nun entladen werden. Hier, rechts im Bild: Hauptfeldwebel Kai S. Er ist Führer der technischen Gruppe in Masar-i Scharif. Gemeinsam mit seinem Team wird er die CH entladen. Keine leichte Aufgabe, die den Männern nun bevorsteht.

Kai S.: „Jetzt setzt sich erstmal ein Mann in die Maschine rein. Die Maschine hat ja eigene Bremsen, um die zu sichern beim Rausfahren lassen. Und wir lenken die dann mit einer Lenkhilfe, weil der Hubschrauber ja leicht schräg drin steht, und der Buckrad ja beweglich ist. Ja, dass man die dann gerade hier rauskriegt. Dass die nirgendswo aneckt und so weiter. Und oben ist es relativ von der Höhe her, relativ eng. Also, die CH-53 geht da gerade so rein.

Die Schwierigkeit ist die Höhe der Maschine. Ist alles relativ eng. Jetzt, wenn du hier oben siehst, beim Heckausleger ist ja nicht viel Platz. Genau das Gleiche ist oben beim Aufbauen der Maschine. Kannst ja da oben sehen, an der Decke von der Maschine, dass da möglich nur so viel Luft ist. Da müssen wir halt gucken, dass das langsam und geordnet abgeht.

Hier ist Präzision gefragt. Ganz genau wird geschaut, dass der Hubschrauber nicht aneckt. Kai S. und sein Team sind mit der Arbeitsweise der russischen Crew bereits vertraut. Gemeinsam haben sie schon einige Hubschrauber entladen. Jeder von ihnen kennt seine Aufgabe. Langsam, Zentimeter für Zentimeter, bewegt sich die CH. Der Hubschrauber ist an einer hydraulischen Winde befestigt und kann so einfach nach draußen rollen.

Gleichzeitig rangieren die Soldaten der technischen Gruppe die CH. Diese steht schräg im Flugzeug und muss deshalb am Bugrad bewegt werden. Der russische Lademeister gibt Anweisungen. Hand in Hand gelingt es, den zwölf Tonnen schweren Hubschrauber hinauszumanövrieren.

Von der Laderampe aus gelangt die CH ins Freie. Nach 30 Minuten steht der Transporthubschrauber auf dem Rollfeld im Camp Marmal.

Befreit von Winde- und Lenkhilfe geht es für die CH vorerst zu Fuß weiter. Mit gemeinsamen Kräften schieben die Soldaten den Hubschrauber zur nächsten Station, denn für Hauptfeldwebel Kai S. und sein Team ist die Arbeit hier noch nicht abgeschlossen.

Das Schleppfahrzeug ist nun bereit zum Abtransport. Schlepper und CH werden über die Lenkhilfe miteinander verbunden.

Kai S.: „Wie gesagt: Jetzt ist die Maschine entladen aus der Antonov. Wir haben sie jetzt übernommen mit unserem Schleppfahrzeug. Wir fahren jetzt in Richtung unserer Hubschrauberhalle, wo sie dann untergestellt wird und die nächsten Tage zusammengebaut wird wieder.

Über das Rollfeld, die sogenannte Flight, wird die CH nun die Hubschrauberhalle geschleppt. Danach muss die CH zur Instandsetzung und Wartung nach Deutschland. Mit der Antonov wird sie dann wieder hier ins Camp Marmal verlegen. Nach insgesamt einer Stunde haben die Männer es geschafft. Die CH-53 wird an ihre Parkposition dirigiert. Bis die Maschine einsatzbereit ist, wird es noch einige Tage und verschiedene Testdurchläufe dauern.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 03.12.13


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.multimedia.videoarchiv.einsaetze.beitraege_2011&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7C8KCAUS360DIBR