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Die Posttraumatische Belastungsstörung (Sprechertext)

Posttraumatische Belastungsstörungen nach dem Einsatz: Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Heilungschancen.

Die internationalen Einsätze der Bundeswehr stellen außergewöhnliche Anforderungen an die Soldaten. Sie werden mit extremen Erfahrungen konfrontiert, bei denen die Soldaten körperlich und seelisch an ihre Grenzen gehen müssen: Sie werden beschossen und erwidern das Feuer. Sie begeben sich in Lebensgefahr und erleben dabei in ihrem Einsatz zum Teil Todesangst, Verwundung, Trauer und Tod. Täglich sind sie dabei Not, Elend sowie der Gefahr von Anschlägen und Gewalt ausgesetzt.

Einige der Soldaten kehren verändert aus dem Einsatz zurück. Das Erlebte hat sich in ihre Seele eingebrannt. Im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg arbeitet einer der führenden PTBS-Spezialisten.

Oberstarzt: „Eine posttraumatische Belastungsstörung kann jedem widerfahren. Wenn er etwas erlebt, was seinen bisherigen Erfahrungshorizont völlig übersteigert und was auch zu einer Störung der Verarbeitungsfähigkeit seines Gehirns führt.

Posttraumatische Belastungsstörungen sind kein Bundeswehrphänomen – jeder kann davon betroffen sein. Die Symptome sind sehr unterschiedlich. Die betroffenen Soldaten ziehen sich teilweise zurück oder werden leichter aggressiv. Sie empfinden Schuld und Schamgefühle und leiden beispielweise unter Schlafstörungen, Alpträumen und Flashbacks.

Die Soldaten wollen und müssen sich öffnen, denn die Belastung zu verschweigen, zu verdrängen oder zu verharmlosen, führt nur zur Verstärkung des Problems. Darum nehmen Bundeswehr und Bundesregierung das Thema sehr ernst. Im Jahr 2009 wurde ein Traumazentrum in Berlin eröffnet, das sich neben der Behandlung zusätzlich auch mit der Erforschung von Belastungsstörungen befasst.

Soldaten müssen nicht alles aushalten können. Das ist körperlich schon gar nicht möglich. Darum haben physische und psychische Verletzungen in der Bundeswehr den gleichen Stellenwert. Die Sensibilisierung der Vorgesetzten und die Gespräche mit Seelsorgern und Psychologen sind von hoher Bedeutung, um durch die frühzeitige Erkennung von Belastungen und Belastungsstörungen den Heilungserfolg zu erhöhen.

Oberfeldarzt: „Der Soldat, der eine Posttraumatische Belastungsstörung hat, verliert sehr viel Lebensqualität, weil er seine Beziehungen nicht mehr richtig führen kann, weil er seine Emotionen oft nicht mehr unter Kontrolle hat, weil er Schlafstörungen hat. Das heißt also, diese Behandlung dient dazu, auf einen Weg zu kommen, dass es ihm besser geht. Dieser Weg ist rein freiwillig. Wir zwingen niemanden dazu sich zu bessern, wir zwingen niemanden dazu, wieder entspannter zu reden, aber viele unserer Patienten sagen hinterher: ‚Toll, es hat sich gelohnt. Ich habe wieder mehr Lebensqualität, als ich sie vorher hatte.’“

Die Heilungschancen sind sehr hoch. Die Erinnerung lässt sich dem Soldaten zwar nicht nehmen, dafür aber der Einfluss des Traumas auf ihr Leben.

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Stand vom: 03.12.13


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