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Erfahrungen beim Aufbau der afghanischen Armee (Sprechertext)

Soldat: „Ich bin de facto hier Zugführer meines OMLTs, das besteht aus 30 Mann. Neun Offiziere, zwölf Unteroffiziere, acht Mannschaften. Wir haben verschiedene Aufgaben. Zum einen, den Stab zu mentoren, dieses Kandaks (Anmerkung: Bataillon) das aufgestellt wird. Dann die Kompaniechefs mentoren, die ihre Kompaniechefs jeweils betreuen. Und die Zugführer mentoren, die dementsprechend für die Zugführer da sind. Unsere Mannschaften sind Richtschützen und Fahrer, die unterstützen auch beim Mentoren, die machen sich ganz gut.

Reporter: „Was sind soweit Ihre Erfahrung mit der Afghan Army?

Soldat: „Ja unterschiedlich. Die Erfahrungen mit der afghanischen Armee sind unterschiedlich, auch in unserer Rolle als Mentoren. Wir haben hier begonnen zu unterstützen im CFC weil unser Kandak wieder in der Aufstellung verschoben wurde. Wir haben begonnen das CFS zu unterstützen im Mentoring anderer Kandaks. Da haben wir durchaus unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Also zum Teil sehr starke Kommandeure, dann auch etwas schwächere. Auch mit den Offizieren und Unteroffizieren haben wir sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht, die nicht immer sehr positiv waren.

Ich muss aber sagen, dass ich jetzt ein sehr glücklicher Mentor bin und meine Kompaniechef- und Zugführer-Mentoren ebenfalls. Weil wir, aus welchen Gründen auch immer, das Glück haben mit dem Kandak das wir jetzt betreuen. Das 62209 – vorzüglicher Kommandeur, guter erfahrener Stab, gute, kriegserfahrene Kompaniechefs, Zugführer. Wir haben eine geringe Abwesenheitsrate, das Material läuft gut zu. Wir haben wirklich Glück, aber ich weiß, dass es normalerweise nicht so läuft. Also insofern ist es nach den anderen Erfahrungen, die wir hatten eine wirklich gute Abwechslung.

Reporter: „Ist das Ihr erstes Mal, dass Sie das hier in Afghanistan machen?

Soldat: „Ja als OMLT schon.

Reporter: „Also eine neue Erfahrung?

Soldat: „Ja.

Reporter: „Und so persönlich, wie ist das?

Soldat: „Ich finde es spannend und interessant. Ich finde auch das Zusammenarbeiten mit den anderen Kulturen interessant. Zum einen mit dem internationalen Bereich, mit den Amerikanern, mit denen ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Da bin ich sehr erfreut. Mit denen kommen wir ganz hervorragend klar und zwar nicht nur meine Person, sondern auch unsere Chefs und Zugführer. Auch mit den anderen Nationen zum Teil gut. Was ich besonders interessant finde ich das Zusammenarbeiten mit den Afghanen selbst. Den Einblick bekommt man normal in einer Schutzkompanie oder irgendeinem Stab so nicht mit, und das ist natürlich hoch interessant. Einmal wie die arbeiten, wie die von der Mentalität sind. Es herrscht ja der Eindruck, die wären irgendwie rückständig, aber man muss sagen, von denen kann man auch eine Menge lernen.

Reporter: „Ja? Können Sie mal ein Beispiel nennen?

Soldat: „Ja, sie sind sehr flexibel und unbürokratisch. Es sind Krieger im wahrsten Sinne des Wortes. Es sind keine Schreibtischtäter und das macht sie mir sympathisch. Ich finde das prima. Das macht Spaß mit ihnen zusammenzuarbeiten. Sie haben eine andere Schrift, eine andere Sprache, einen anderen Kalender – diese ganzen Dinge. Ein anderes Essen, eine andere Mentalität eine andere Herangehensweise an die Dinge, und ich finde das sehr interessant.

Reporter: „Persönlich finden Sie also, dass wir hier etwas Gutes machen? Dass wir hier einen Fortschritt machen?

Soldat: „Ja absolut. Ich denke schon, dass das ein Fortschritt ist. Zumindest kann ich das für die Arbeit, die ich hier jeden Tag mache, definitiv bestätigen. Manchmal ist es auch so: Zwei Schritte vor, einer zurück, das muss man schon sagen. Aber man darf auch nicht zu hohe Erwartungen haben. Ich denke, dass sie insgesamt gute Fortschritte machen und wenn wir den größeren Rahmen betrachten, ist das der einzige Weg, wie das hier zu einem Erfolg gebracht werden kann, definitiv.

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Stand vom: 03.12.13


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