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Familienbetreuung ist ein Schatz

Bad Frankenhausen, 14.08.2012.
Rund 350 Soldatinnen und Soldaten des Logistikbataillons 131 sind derzeit im ISAF-Einsatz in Masar-i Scharif in Afghanistan. Ihre Kameraden und Familien halten derweil zu Hause die Stellung. Für beide keine einfache Situation. Wie sie sie meistern, davon machte sich Verteidigungsminister Thomas de Maizière am vergangenen Samstag ein Bild.

Soldatin mit ihrer Tochter auf dem Arm
Einladung in die Kyffhäuser-Kaserne: Angehörige von Einsatzsoldaten beim Sommerfest (Quelle: Bundeswehr/Lopez)Größere Abbildung anzeigen

Zusammen mit seiner Frau Martina hat der Minister das Sommerfest der Familienbetreuung in der Kyffhäuser-Kaserne in Bad Frankenhausen in Thüringen besucht. Über 300 Soldaten und Familienangehörige waren dabei, als der Ehrengast per Hubschrauber einflog.

Ich habe den Minister noch nicht kennengelernt und ich bin gespannt, mit ihm zu sprechen“, sagt Frau Hermann, die mit ihrer kleinen Tochter Hanna gekommen ist. Hanna blubbert fröhlich Seifenblasen in die Luft und scheint sich um den Prominentenrummel wenig zu kümmern. Sie wartet eher auf ihren Papa, als auf den Minister. So geht es den meisten anderen Kindern am Standort Bad Frankenhausen sicher auch.

An diesem Nachmittag aber finden sie viel Ablenkung und Spaß. Fast alle Kinder haben lustige bemalte Gesichter, sie toben in einer großen Hüpfburg und es gibt ein Kinderbühnenprogramm zum Mitsingen und -tanzen.

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Kontakt halten, Hilfe geben

Organisiert hat das alles die Familienbetreuungsstelle des Standortes. Es ist nur ein kleines Team von Freiwilligen und Ehrenamtlichen, die mit Oberstabsfeldwebel der Reserve Bernd Lehmann und Stabsunteroffizier Kristin Paetsch die mehr als 120 Familien von Einsatzsoldaten betreuen.

Betreuen heißt zu ihnen Kontakt halten, sie einladen, Gespräche führen, Rat und Hilfe geben. „Ein bis zwei Veranstaltungen im Monat sind die Regel“, sagt Stabsunteroffizier Paetsch.

Über uns lernen sich die Angehörigen kennen und vernetzen sich. Schon das hilft vielen, die Zeit zu überbrücken.“ Mit Videokonferenzen in den Einsatz sorgt die Familienbetreuung außerdem für den direkten Draht zu den Soldaten.

Sie vermittelt darüber hinaus Hilfe und Beratung über andere soziale Einrichtungen wie den Sozialdienst, das Bundeswehr-Sozialwerk oder das psycho-soziale Netzwerk. Es ist ein weites Feld, das sehr viel persönliches Engagement und Einfühlungsvermögen erfordert.

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Tolle Idee!

Dass aus dem alljährlichen Sommerfest in der Kyffhäuser-Kaserne diesmal ein ganz besonderes wurde, liegt nicht nur am Auslandseinsatz des Bataillons, sondern vor allem an der Idee, den Minister einzuladen.

Ich wollte gerne, dass er mit den Familien spricht, damit er erfährt, welche Probleme, Wünsche oder Anregungen sie haben“, sagt Stabsunteroffizier Paetsch. Kurzerhand schrieb sie ihm einen Brief und lud ihn ein – und er sagte zu. Er freue sich auf den Besuch und komme mit seiner Gattin, ließ er per Antwortbrief ausrichten.

Wir haben uns alle gefreut“, sagt sie und trotz der vielen Arbeit, die es brauchte, diese Veranstaltung vorzubereiten, ist diese Freude immer noch zu spüren. Auch bei dem Minister. Als er mit seiner Frau zusammen auf das Gelände kommt, begrüßt er alle fröhlich.

„Ich finde die Idee ganz toll, dass diejenigen, die zu Hause sind, sich zusammentun und auch zusammen feiern.“ Er dankt der Familienbetreuungsstelle und ihren Unterstützern. „Was sie auf die Beine stellen, das ist eine tolle Sache.“

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Heimat muss mitziehen

Wie wichtig die Arbeit der Familienbetreuung ist, bringt der Minister auf den Punkt, wenn er sagt: „Die Heimat muss mitziehen.“ Gemeint ist, dass Soldaten, ihre Familien und auch deren Umfeld die Auslandseinsätze mittragen müssen. Das reicht vom Klassenkameraden über Lehrer, Chefs im Büro bis hin zu Freunden und Bekannten.

Sie müssen informiert sein, mit der Situation umgehen können und – wenn immer möglich – Verständnis und Unterstützung zeigen. Für dieses Verständnis setzt sich die Familienbetreuung auch im Umfeld der Standorte ein. „Mir liegen die Familien einfach am Herzen; besonders die Kinder“, sagt Oberstabsfeldwebel Lehmann. Er war selbst als Soldat im Einsatz und kennt die Belastungen.

Martina und Thomas de Maizière in einer Videokonferenz
Martina und Thomas de Maizière informierten sich aus erster Hand bei der Videokonferenz mit Einsatzsoldaten (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Wenn seine Wehrübung im Oktober endet, macht er bis zum Ende der Einsatzzeit des Bataillons als Ehrenamtlicher weiter. Die Familienbetreuungsorganisation ist mit insgesamt 31 Zentren auf die großen Standorte der Bundeswehr verteilt. Ergänzt wird dieses Netz durch die Familienbetreuungsstellen, wie in Bad Frankenhausen, die nur temporär während der Einsatzzeit der Einheit am Standort eingerichtet wird.

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Direkter Draht in den Einsatz

Etwas abseits vom Trubel setzt sich de Maizière mit seiner Frau an eine große Tafel zu den Angehörigen und bei Kaffee und Kuchen unterhalten sich beide mit den Ehefrauen, Müttern und Vätern und Geschwistern und lachen mit den Kindern. Es ist eine muntere Runde, auch wenn dabei die eine oder andere Sorge zur Sprache kommt.

Anschließend versammeln sich alle vor einer großen Leinwand und warten gespannt auf das Signal zur Videokonferenz aus Masar-i Scharif. Als es da ist, sieht man ein Podium mit vier Soldaten, ein bisschen verschwommen, aber doch erkennbar, sind sie vom Logistikbataillons 131 – darunter Kommandeur Oberstleutnant Gunnar Steinseifer. Er begrüßt den Minister und berichtet ihm kurz zu Lage und Stimmung vor Ort.

Es ist heiß und staubig, aber sonst ruhig“, sagt er, und der Minister nickt wissend. Er war erst Mitte Juni zu einem Kurzbesuch vor Ort und weiß, wovon der Kommandeur spricht. Nach einem kurzen Gespräch übergibt er das Wort an die Angehörigen, schließlich geht es hier um sie.

Die Kinder winken ihren Papis und rufen ihnen Grüße zu, und auch die Frauen grüßen ihre Männer und kündigen Briefe und Päckchen an. Einen Moment scheint vergessen, dass da der Minister mit am Tisch sitzt. Die innigen Grüße gehen ans Herz, auch den umstehenden Begleitern und Beobachtern.

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Den Schatz hüten

Es ist genau dieser direkte Kontakt, der so wichtig ist für die Soldaten und ihre Familien. Zu wissen, dass es den Lieben zu Hause gut geht, ist Voraussetzung, dass die Soldaten ihren Dienst im Einsatz unbelastet verrichten können.

Umgekehrt brauchen Familie und Angehörige Gewissheit, dass im Einsatz alles gut ist – und im Ernstfall, dass sie sich auf schnelle Information und gute Betreuung verlassen können. Auch wenn die Truppe nun verkleinert wird und viele Standorte schließen, versichert der Minister:

„Wir müssen da Familienbetreuung sicherstellen, wo Truppenteile stationiert sind, die in die Einsätze gehen.“ An anderen Orten könne vielleicht etwas ausgedünnt werden, aber: „Insgesamt sind die Familienbetreuungszentren einschließlich der vielen ehrenamtlichen Unterstützer ein Schatz, den wir hüten wollen.“

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Stand vom: 14.08.12 | Autor: Susanne Lopez


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