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Afghanistan: „Netzwerker“ in Sachen Versorgung

Masar-i Scharif, 16.07.2012.
Oberleutnant Norman H. ist als Versorgungsoffizier im ISAF-Einsatz. Im nordafghanischen Masar-i Scharif ist er für die Logistik gleich mehrerer Einheiten verantwortlich, wie den Stab des Regionalkommandos Nord, die Fernmeldekompanie, die Stabskompanie des deutschen Einsatzkontingents. Zudem bloggt Oberleutnant H. auf bundeswehr.de über seinen Dienstalltag und über die Erlebnisse seiner Soldaten.

Soldat im Porträt, im Hintergrund ein Einsatzfahrzeug
Norman H. bloggt aus Afghanistan (Quelle: Steffen Maluche)Größere Abbildung anzeigen

Der Familienvater absolviert derzeit seinen dritten Auslandseinsatz. „Meinen ersten Einsatz leistete ich als Versorgungsfeldwebel der Panzerartillerie-Batterie der Kosovo Force im Jahre 2001. 2009 auf 2010 war ich dann als Nachschubstabsoffizier ebenfalls im Kosovo eingesetzt“, erzählt Oberleutnant H.

Er wurde schon als Feldwebel Berufssoldat und durchlief im Rahmen seines Laufbahnwechsels zum Offizier eine zweijährige Ausbildung als Betriebswirt für Logistik.

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Sehen, wo es klemmt

Der Dienst im ISAF-Einsatz hält mich bei aller Routine schon gut auf Trab. Regelmäßige Besprechungen bestimmen die Woche. Ich muss sehen, wo es klemmt in meinem Versorgungszug, wo es neue Herausforderungen gibt. Gleichzeitig bin ich stellvertretender Kompaniechef und muss mich auch um die persönlichen Belange der Soldaten kümmern. Und dann steht eben noch das ganz normale Bürogeschäft an. Die Korrespondenz muss halt auch erledigt werden“, sagt H.

Im Büro ist Norman H. dennoch nur zeitweise anzutreffen. Wenn es die Zeit erlaubt, geht er durchs Feldlager, sieht sich beispielsweise die Befehlsausgabe von Soldaten seiner Einheit an, die sich für eine Versorgungsfahrt vorbereiten. Er besucht die Materialgruppe, schaut nach dem Rechten, fragt nach, wie es den Soldaten geht.

Ein offenes Ohr für seine Soldaten zu haben, ist ihm besonders wichtig. Erreichbar ist der Offizier rund um die Uhr. Wenn er seine Feldlager-Runden geht, sind Dienst-Handy und „Tetrapol“-Funkgerät seine ständigen Begleiter.

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Spinne im Netz

Oberleutnant H. zieht alle Fäden, die in puncto Logistik zusammenlaufen. „Spinne im Netz“, nennt das der Offizier. Er ist Gefahrgut-Beauftragter des Regionalkommandos Nord und Berater des Kommandeurs auf diesem Fachgebiet.

Wie beispielsweise welche Art von Munition in welchen Mengen transportiert werden muss oder darf, ist ein Thema, das ihn dann beschäftigt. Oberleutnant H. besucht regelmäßig auch die anderen Feldlager und auch die vorgeschobene Operationsbasis Hazrat-e Sultan. Dort überprüft er dann beispielsweise die Kennzeichnungen und Verpackungen von Gefahrgut und gibt Tipps für den Transport.

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Und abends aufs Laufband

Ich bin zudem als Berater für logistische Fragen tätig. Beim Material herrscht hier eine besondere Vielfalt. Das gibt es so wohl nur im Einsatz. Und man sieht auch gleich den Erfolg der Arbeit. Alles ist irgendwie anfassbar. Genau das macht mir einfach einen Riesenspaß bei meinem Job“, schwärmt der Offizier.

Freilich ist Oberleutnant H. in seinem Job nicht allein. Sein Versorgungszug umfasst rund 20 Soldaten, die er unmittelbar führt. „Auf meine Soldaten kann ich mich hundertprozentig verlassen. Sie halten mir den Rücken frei. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen ist ausgezeichnet. Das läuft hier alles auf Augenhöhe. Alles läuft schnell und unkompliziert und Lösungen für Probleme sind schnell parat“, erläutert er.

Als Blogger berichtet Oberleutnant H. aber nicht nur über seinen umfassenden Fachbereich und Arbeitsalltag. „Alles, was mir interessant erscheint und was im Umfeld meiner Soldaten passiert, schaue ich mir an, so ich die Möglichkeit dazu habe. Das kann auch mal ein Übungsschießen sein oder der Besuch unserer Kanzlerin“, sagt er.

Den Ausgleich zu seinem fordernden Job holt sich Norman H. dann gerne und oft abends auf dem Laufband im Fitness-Raum. Sein wohl wichtigster Ausgleich zum Job in Afghanistan ist jedoch die Verbindung in die Heimat, zur Familie. „Internet und Telefon haben dabei für mich besonders in der Ferne einen ganz hohen Stellenwert bekommen“, schließt Oberleutnant H., der noch bis September im Einsatz sein wird.

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Stand vom: 16.07.12 | Autor: Steffen Maluche


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