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"Musik ist mein Leben, meine Passion"

Bonn, 10.06.2006.
Bwalya Chimfwembe, die Frontfrau der Big Band der Bundeswehr, stammt ursprünglich aus Sambia, wohnt heute in der Nähe von Bonn und lässt seit über fünf Jahren ihr afrikanisches Temperament in die Big Band einfließen. Am 10. Juni 2006 sprach sie in Bonn mit der Internet-Redaktion über ihren Start in Deutschland und ihre Freude an der Musik, ohne die sie heute nicht mehr leben kann.
Ein Tipp vorweg: Wer die Big Band noch nicht gehört hat: Am Samstag, 26. August 2006, tritt sie am Tag der Offenen Tür in Berlin auf.

Bwalya, die Sängerin der Bigband der BundeswehrLupe

Bwalya, die Sängerin der Bigband der Bundeswehr (Quelle: Bildarchiv Bundeswehr)

Ihr Lebenslauf verrät: Für Musik würden Sie fast alles tun. Schon früh träumten Sie von einer Sängerkarriere.

Musik ist mein Leben, meine Passion. Als Kind wollte ich erst Tierärztin werden, weil ich Tiere sehr liebe und mit Tieren aufgewachsen bin: mit Schildkröten, Eidechsen und Chamäleons oder Tausendfüßlern in Maulbeerbäumen. In meiner Familie gibt es keine Musiker. Vielleicht habe ich von meinen Vorfahren meine musikalische Ader geerbt. Als ich klein war, habe ich oft alte Musikausschnitte im Fernsehen gesehen, die Shirley Bassey gezeigt haben – die Sängerin aus England. Ich habe mir schon früh gewünscht, wie sie zu sein.

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Wie ist es zum Einstieg in die Musikszene gekommen?

Das Hotel Intercontinental in Lusaka war die erste musikalische Station in meinem Leben, wo ich eineinhalb Jahre lang Jazz, Afrikanisches und Pop sang. Ich stellte mich dort als Sängerin vor. Im Vorfeld sang ich zwar in der Schule, nie im Chor, aber mit Freunden in der Klasse. Einer hatte eine Gitarre, und ich sang dazu. Die anderen waren begeistert von meiner Stimme. So jung träumte ich zwar schon von einer Sängerkarriere, dachte aber nie, dass sich das realisieren ließe. Ich habe auch keine klassische Gesangsausbildung gemacht. Nach dem Intercontinental kam ich nach Deutschland.

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Sie kamen vor rund zehn Jahren nach Deutschland, mit 19 Jahren, um hier Sängerin zu werden. Ein mutiger Schritt für eine junge Frau. Warum fiel die Wahl auf dieses Land?

Ich kam nach Deutschland, weil Freunde hier lebten und mich ermunterten, es hier als Sängerin zu versuchen. Ich fühle mich wohl hier, doch ich vermisse Sambia sehr, besonders während des Winters in Deutschland. Alle zwei Jahre fahre ich nach Sambia, um meine Familie zu treffen. Ich habe Geschwister in Europa, sie besuchen mich ab und zu.

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Hatten Sie in Deutschland einen schwierigen Start?

Die ersten Jahre waren schwierig. Der Start kostete schon einiges an Mut. Ich lernte Deutsch – und das funktioniert bis heute meinem Gemütszustand entsprechend. Ich sang damals in Bands und musste hart arbeiten, um weiter zu kommen. Das machte ich auch. Die Zeit im Intercontinental hat mir sehr geholfen, um herauszufinden, was ich wirklich will. Ich habe gemerkt, ich kann singen. Es hat viel Spaß gemacht und seitdem wollte ich nichts anderes mehr machen. Nach einer Weile arbeitete ich in Deutschland für Sender wie den RPR, vornehmlich auf Messen und Jahrmärkten.

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Wie kamen Sie auf die Big Band?

Eine Freundin hat in der Zeitung gelesen, dass die Big Band eine Sängerin sucht. Ich bewarb mich, denn ich hatte ja nichts zu verlieren. Ich musste für die Vorstellung Songs lernen und sang – kurze Zeit später bekam ich einen Anruf: "Sie haben den Job." Ich habe mich riesig darüber gefreut. Inzwischen singe ich seit etwa sechs Jahren für die Big Band.

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Wie ist es für Sie, für die Bundeswehr zu singen?

Ich habe mit professionellen Musikern zu tun und das macht sehr viel Spaß. Die Stimmung in der Band ist überragend, die Jungs sind großartig, ich fühle mich sehr wohl, hier zu singen. Die Auftritte mit der Big Band sind immer tolle Erlebnisse, besonders die Open-Air-Konzerte. Ich habe meist mit Männern zu tun, aber das ist häufig üblich in Bands, das war vor meiner Zeit in der Big Band auch so.

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Die Big Band der Bundeswehr mit BwalyaLupe

Die Big Band der Bundeswehr mit ihrer Sängerin Bwalya (Quelle: Bildstelle Bundeswehr)

Können Sie auch musikalische Vorlieben miteinbringen?

Was ich bei der Big Band singe, ist meist vorgegeben, ich schlage aber auch Songs vor. Die Bandbreite an Liedern ist recht groß, das macht den Reiz aus. Ich mag besonders südamerikanische Songs, die singe ich auch am liebsten, ebenso Afrojazz. Die Big Band veranstaltete eine Afrika-Show, da konnte ich ein paar A-capella-Songs mit ein bisschen Percussion gut einbringen.

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Welche musikalischen Ziele haben Sie künftig vor Augen?

Im Moment arbeite ich an einer eigenen CD mit einem Produzenten aus Uganda. Musiker aus Südamerika und Afrika haben mitgewirkt. Mit der CD würde ich gerne bei einem großen weltweiten Label unterkommen.

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Welche Musikrichtung bestimmt Ihr Leben außerhalb des Berufes?

Ich höre zuhause gern Salsa, alte Jazz-Nummern und Pop. Außerdem gefällt mir Klassik, ich höre auch mal Opern. Meine Favoriten bei den Komponisten sind Bach und Mozart, an Sängern bevorzuge ich Pavarotti, Carreras, Bastoli und die Callas.

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Welche Hobbies spielen neben der Musik eine Rolle in Ihrem Privatleben?

Ich mache viel Sport, gehe ins Fitness Center oder Power Walken hier in den Feldern vor meiner Haustür, außerdem liebe ich es, zu schwimmen und spazieren zu gehen, lese auch mal gern oder gehe ins Kino. Aber der Sport ist mir wichtiger.

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Was bedeutet Ihr Name "Bwalya" auf Deutsch?

Bwalya heißt "die Treue", und der Name passt recht gut zu mir. Die Treue bezieht sich auf verschiedene Bereiche, persönliche wie berufliche, es beinhaltet auch Konsequenz, zu etwas stehen.

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Getreu welchem Motto haben Sie nie aufgegeben, als es manchmal hart war in Ihrem Leben?

"Fisanga umwanakashi" – das heißt so viel wie, "when the going gets tough, the tough gets going". Ich meine das in Bezug auf mich als Frau: "when the going gets tough, the woman gets going". Wenn ich Ziele erreichen möchte und die Zeiten sehr hart sind, muss man eine "richtige" Frau sein. Beim Erreichen meiner Ziele hatte ich viele Leute, die mir geholfen haben. Dafür bin ich sehr dankbar. Im Leben kann man nicht alles alleine erreichen, man muss auch mal Hilfe zulassen können. Ich bin stolz, dass ich nicht aufgegeben habe, als es schwer war.

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Stand vom: 03.12.13 | Autor: 


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