Ehrenzeichen und Einsatzmedaille
Die Streitkräfte verfügen über insgesamt sieben Ehrenzeichen, die grundsätzlich alle nebeneinander getragen werden dürfen und auch postum verliehen werden können.
Ehrenzeichen der Bundeswehr
Das Ehrenzeichen der Bundeswehr wurde 1980 vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel initiiert. Es kann als sichtbare Anerkennung für treue Dienste und in Würdigung beispielhafter soldatischer Pflichterfüllung an Soldaten der Bundeswehr in folgenden Stufen verliehen werden:
- Ehrenmedaille der Bundeswehr (nach 7 Monaten Dienstzeit),
- Ehrenkreuz der Bundeswehr in Bronze (nach 5 Jahren Dienstzeit),
- Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber (nach 10 Jahren Dienstzeit),
- Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold (nach 20 Jahren Dienstzeit).
Bei besonders herausragenden Einzelleistungen, insbesondere bei herausragenden Einzeltaten wie der Rettung eines Lebens, können die einzelnen Stufen auch im Ausnahmefall vor Erreichen der jeweiligen Mindestdienstzeit verliehen werden.

Ehrenkreuz der Bundeswehr für besonders herausragende Leistungen
Die Ehrenkreuze der Bundeswehr für besonders herausragende Leistungen, insbesondere hervorragende Einzeltaten soldatischer Pflichterfüllung, können zukünftig besonders gekennzeichnet werden.
Sie unterscheiden sich durch eine rote Umrandung des Kreuzes gegenüber den Ehrenkreuzen der Bundeswehr, die für treue Pflichterfüllung und überdurchschnittliche Leistungen verliehen werden. Der Soldat oder die Soldatin erhält diese Auszeichnung für Einzeltaten, die „ohne Gefahr für Leib und Leben“ (silberfarbene Ausführung) beziehungsweise „unter Gefahr für Leib und Leben“ (goldfarbene Ausführung) erbracht wurden.

Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit
Mit dieser Auszeichnung können Taten von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die weit über das erwartete Maß an Tapferkeit im Rahmen der Pflichterfüllung hinausgehen, gewürdigt werden.
Es gleicht auf dem ersten Blick dem Goldenen Ehrenkreuz, hat jedoch auf der Bandschnalle ein doppeltes Eichenlaub. Dieses ziert auch die dazu gehörende Ordensspange. Die Tapferkeitsauszeichnung kann verliehen werden, ohne dass der Soldat eine Mindestdienstzeit absolviert haben muss – anders als generell bei den derzeitigen Ehrenkreuzen.

Einsatzmedaille der Bundeswehr
Am 26. Juni 1996 händigte der damalige Verteidigungsminister Volker Rühe die ersten Einsatzmedaillen der Bundeswehr während eines Festaktes in Bonn aus. Heute ist die Medaille ein Zeichen, das den Wandel der Streitkräfte zu einer Armee im Einsatz äußerlich sichtbar macht. Die Medaille aus bronze-, silber- oder goldfarbigem Metall trägt auf der Vorderseite den Bundesadler im Lorbeerkranz. Das in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes versehen.
Bisher gibt es 32 Spangen für 32 Auslandseinsätze beziehungsweise Auslandsmissionen der Bundeswehr. Darunter sind zum Beispiel: der Einsatz im Kosovo (KFOR), der Anti-Terror-Einsatz der Deutschen Marine am Horn von Afrika (Enduring Freedom), die Katastrophenhilfe der Streitkräfte beim Tsunami in Indonesien (Aceh) sowie dem Erdbeben in Pakistan (Swift Relief), die besonderen Verwendungen einzelner Soldaten für die Vereinten Nationen, zum Beispiel in Äthiopien und Eritrea (UNMEE), und der Einsatz in Afghanistan für die International Security Assistance Force (ISAF).
Mehrfachteilnahmen an Auslandseinsätzen können seit 2004 durch die neuen Stufen der Einsatzmedaille Silber und Gold gewürdigt werden: Bronze gibt es nach wie vor nach 30, Silber nach 360 und Gold nach 690 Tagen Dienst in einem Auslandseinsatz. Der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet werden. Die Medaillen werden generell im Einsatzland während eines würdigen Zeremoniells im Rahmen einer „Medal Parade“ unmittelbar vor Rückkehr in die Heimat durch die örtlichen Kommandeure ausgehändigt.






