Georgien: Deutsche Soldaten beenden Beobachtermission
Berlin, 30.09.2009.
Nachdem sich die internationale Gemeinschaft in dem Konflikt zwischen den von Georgien abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien sowie Russland und Georgien nicht mehr auf ein gemeinsames Mandat für die Beobachtermission der Vereinten Nationen in Georgien einigen konnte, endete die Mission nach 16 Jahren Laufzeit am 15. Juni diesen Jahres.

Die in der Mission UNOMIG (United Nations Observer Mission in Georgia) eingesetzten Kräfte bauen derzeit ihre Fähigkeiten zurück. Bis zum 30. September haben die letzten deutschen Missionsangehörigen Georgien verlassen. Danach ist das Land kein Einsatzgebiet der Bundeswehr mehr. Das letzte Personal und Material der UNOMIG-Mission wird bis zum 31. Oktober durch die Vereinten Nationen aus Georgien abgezogen.
Deutsche Soldaten leisteten seit dem Frühjahr 1994 Unterstützung für diese Beobachtermission, deren Auftrag die Kontrolle und Überwachung des Moskauer Waffenstillstands- und Truppenentflechtungsabkommens vom 14. Mai 1994 zwischen Georgien und Abchasien war. Mit einem bis zu zwölf Soldaten starken Anteil an Sanitäts- und Beobachterpersonal stellte Deutschland das stärkste Kontingent der Mission.

In Verlauf der über 15 Jahre andauernden Mission waren insgesamt zehn Tote und sechs Verwundete unter den Soldaten der Mission zu beklagen, zudem zwei Geiselnahmen. Einer der Toten ist ein deutscher Oberstabsarzt, der am 8. Oktober 2001 bei einem Hubschrauberabschuss in dem Konfliktgebiet fiel.
In die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Georgien, Südossetien, Abchasien und Russland im August 2008 wurde UNOMIG zwar nicht unmittelbar hineingezogen, konnte jedoch in der Folge seinen ursprünglichen Auftrag nicht mehr durchführen.
Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen sowie ein sechsköpfiges Team der VN unter Führung des bisherigen Leiters von UNOMIG nimmt die Interessen der Völkergemeinschaft in Georgien weiterhin wahr. Darüber hinaus befindet sich in Georgien die Beobachtermission der EU (EUMM) mit bis zu 200 Personen im Einsatz. Ihr gehören ausschließlich Zivilpersonen an.
