Fragen und Antworten zu den Aufklärungstornados
Berlin, 09.03.2007.
Der Bundestag hat am 9. März 2007 die Entsendung von Aufklärungs-Tornados nach Afghanistan beschlossen. Das Wichtigste zu den Maschinen und ihrem Auftrag im Überblick:
- Was können die Tornados?
- Wie viele Flugzeuge und Soldaten sind entsandt?
- Wie sind die Maschinen bewaffnet?
- Warum keine unbemannten Systeme?
- Was geschieht mit den Aufklärungsergebnissen?
- Wer setzt die Maschinen ein?
- Warum ist Aufklärung so wichtig?
Was können die Tornados?
Die Aufklärungsmaschinen - bei der Luftwaffe als RECCE bezeichnet - sind mit optischen und Infrarot-Kamerasystemen ausgestattet und können Tag und Nacht eingesetzt werden. Die dabei gemachten Bilder werden nach der Landung ausgewertet. Aufklärungsergebnisse können aber auch per Sprechfunk übermittelt werden. Wegen ihrer hohen Geschwindigkeit können die Jets sehr schnell im Einsatzgebiet sein. Durch ihre Reichweite können die Flugzeuge rund 90 Prozent des afghanischen Territoriums abdecken. Die Bundeswehr verfügt über 33 Behälter für Aufklärungssensoren. Mit ihnen sind die RECCE-Tornados beim Aufklärungsgeschwader 51 im schleswig-holsteinischen Jagel ausgerüstet.Wie viele Flugzeuge und Soldaten sind entsandt?
Im nordafghanischen Mazar-e-Sharif sind stets sechs Maschinen einsatzbereit. Der Beschluss des Bundestages umfasst zudem bis zu 500 Soldaten.Wie sind die Maschinen bewaffnet?
Sie verfügen über zwei Bordkanonen. Diese Bewaffnung dient ausschließlich dem Selbstschutz: Aufklärung ist der einzige Auftrag dieser Flugzeuge.Warum keine unbemannten Systeme?
So genannte Drohnen folgen einem zuvor programmierten Kurs, die Tornados können reaktionsschnell und flexibel eingesetzt werden. Das Aufklärungssystem LUNA, das während des Einsatzes vom Boden aus gelenkt wird, kann wegen seiner Reichweite nur den Nahbereich abdecken. Die Tornados sind also eine wichtige Ergänzung des Aufklärungsverbundes.
Was geschieht mit den Aufklärungsergebnissen?
Nach der Landung werden die Bilder am Boden zeitnah ausgewertet. Den Flug mitgerechnet, liegen die Ergebnisse nach drei bis vier Stunden vor. Anschließend werden sie an das Hauptquartier der International Security Assistance Force (ISAF) weitergeleitet. Die Weitergabe an die Anti-Terror-Operation Enduring Freedom ist sehr restriktiv geregelt.



