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Reformer in schwieriger Zeit

Bordenau, 01.11.2005.
Der Name des preußischen Heeresreformers Gerhard Johann von Scharnhorst ist untrennbar mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht verbunden.

Statue von Gerhard Johann von Scharnhorst  unter den Linden in BerlinGrößere Abbildung anzeigen
Gerhard Johann von Scharnhorst (Quelle: Redaktion Internet)
Nach der vernichtenden preußischen Niederlage gegen Napoleon machte sich Scharnhorst vehement und erfolgreich für den Gedanken der Volksbewaffnung stark. Preußens Handlungsspielraum schien zunächst gering: Das Land war von französischen Truppen besetzt und durfte nur eine vergleichsweise kleine Armee von 42.000 Mann unter Waffen halten. Daher ersann Scharnhorst das "Krümpersystem": Junge Männer - Wehrpflichtige - wurden einberufen, militärisch ausgebildet und anschließend entlassen – die Truppenobergrenze wurde nicht verletzt, doch die Personalreserve wuchs. Scharnhorsts Konzepte reichten noch weiter. Sie umfassten unter anderem die Neugestaltung der Offizierausbildung, die Professionalisierung von Heer und Generalstab und die Überwindung der Adelsprivilegien im Offizierkorps. "Die Armee muss an der Spitze des Fortschritts marschieren" soll das Credo des Reformers gewesen sein.

Scharnhorst, 1804 selbst in den Adelsstand erhoben, war bürgerlicher Herkunft. Am 12. November 1755 in Bordenau bei Hannover geboren, absolvierte er die Kriegsschule und wurde 1780 Leutnant der Artillerie. 1801 wechselte Scharnhorst in preußische Dienste und wurde Lehrer an der Kriegsschule in Berlin. Einer seiner Schüler: Carl von Clausewitz, Autor des Standardwerkes "Vom Kriege". 1807 übernahm Scharnhorst den Vorsitz einer Kommission, die im Auftrag des Königs Konsequenzen aus der preußischen Niederlage erarbeiten sollte. Bei der Erhebung gegen Frankreich zog der Reformer ins Feld: In der Schlacht von Großgörschen verwundet, starb Scharnhorst am 28. Juni 1813 in Prag. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Berliner Invalidenfriedhof. Die Bundeswehr beschließt die Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen an Scharnhorsts 250. Geburtstag in Bordenau.

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Stand vom: 21.06.2006 | Autor: Frank Bötel

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