Konferenz Coping with Culture – welche Bedeutung hat der Faktor Kultur im militärischen Umfeld?

Konferenz Coping with Culture – welche Bedeutung hat der Faktor Kultur im militärischen Umfeld?

  • Veranstaltung
  • Zentrum Innere Führung
Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
2 MIN
Oberst Aslak Heisner, Kontingentführer Deutsches Einsatzkontingent MINUSMA, begrüßt eine malische Frau

Oberst Aslak Heisner, Kontingentführer Deutsches Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali, begrüßt eine malische Frau während eines CIMICCivil Military Co-Operation-Projekts zum Schulausbau im Rahmen der Mission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in der Nähe von Gao/Mali, am 15.08.2018.

Bundeswehr / Andreas Schwarz

Hamburg. In der Politik und der Wissenschaft wird die Krise der liberalen Gesellschaften auf zwei Ebenen diskutiert. Zum einen innerhalb der demokratischen Gesellschaften durch Populisten, die sich gegen offene Gesellschaften und Grenzen aussprechen. Zum anderen durch die Entwicklung im militärischen Bereich, sich wieder auf nationale und kollektive Verteidigung zu konzentrieren. Dies geschieht unter gleichzeitig sinkenden Engagement in friedenserhaltenden Operationen in einer internationalen und einer fremdkulturellen Umgebung. Vor diesem Paradigmenwechsel stellte sich die Frage, welche Bedeutung der Faktor Kultur im militärischen Umfeld noch hat. Und was bedeutet es, wenn Interkulturelle Kompetenz nicht mehr als Schlüsselqualifikation betrachtet wird?

Um Antworten auf diesen Paradigmenwechsel zu finden fand vom 11. bis 14. November an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAkFührungsakademie der Bundeswehr) in Hamburg die internationale Konferenz Coping with Culture statt.


Generalmajor Oliver Kohl am Rednerpult

Generalmajor Oliver Kohl ist Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.

Bundeswehr / Lene Bartel

Etwa 80 Militärangehörige und zivile Expertinnen und Experten aus 12 Ländern diskutierten unter anderem Fragen zum Schutz von Kulturgut, der Zusammenarbeit verschiedener Organisationen mit unterschiedlichen Organisationskulturen oder den Faktor Kultur in den unterschiedlichen nationalen Militärorganisationen.

Im Bereich Schutz von Kulturgut gab es in Hamburg zudem eine Premiere: Zum ersten Mal betrachteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ein einzelstehendes Gebäude unter dem Aspekt von möglichen Schutzmaßnahmen, sondern mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Speicherstadt eine zusammenhängende Fläche.

Im Bereich der Zusammenarbeit einzelner Organisationen sollen in naher Zukunft ressortübergreifende Ausbildungsmittel entwickelt und produziert werden, die eine spätere Zusammenarbeit durch das Kennenlernen der jeweils anderen Organisationskultur erleichtern soll.

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Patrice Kasongo stammt aus der Demokratischen Republik Kongo. Er arbeitet als Berater in London

Bundeswehr / Lene Bartel

Im Ergebnis waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin einig, dass Interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselkompetenz für Angehörige aller Organisationen darstellt und dass der Faktor Kultur weiterhin eine zentrale Rolle innerhalb der Ausbildung und später in der Anwendung den jeweiligen Missionen darstellt, unabhängig von Populismus und sich verändernden militärischen Paradigmen.

Veranstalter der Konferenz waren die Führungsakademie, das Zentrum Innere Führung und Engagement Global gGmbH

Bundeswehr / Lene Bartel

Veranstalter der Konferenz, die zum neunten Mal stattfand, waren die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, das Zentrum Innere Führung in Koblenz und die Engagement Global GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung aus Bonn. 2020 feiert die Konferenzreihe Coping with Culture, ihr zehnjähriges Jubiläum sowie das zwanzigjährige Jubiläum der VN-Resolution 1325 Women, Peace and Security.

von Hartmut Stiffel