„Viele warten auf Top Gun 2 und ich habe es live erlebt“

„Viele warten auf Top Gun 2 und ich habe es live erlebt“

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Einmal im Cockpit eines Jets sitzen. 16 Tonnen Stahl und Elektronik. Ohrenbetäubender Lärm, Vibrationen, die bis in die Knochen spürbar sind. Über die Ostsee mit Überschallgeschwindigkeit donnern. Für viele ein weit entfernter Traum, für Oberstleutnant Dase wurde dies nun Realität. Mit breitem Lächeln im Gesicht sagte sie nach ihrem Flug: „Viele warten auf Top Gun 2 und ich habe es live miterlebt.“ Doch wie ist es möglich, dass eine Soldatin der Luftwaffe ohne fliegerische Erfahrung zu solch einem Flug kommt?

Eine Soldatin vor einem Eurofighter mit dem sie geflogen ist.

Voller Adrenalin und Glücksgefühle: Oberstleutnant Dase vor „ihrem“ Jet

Bundeswehr/ Daniel Fuchs

Ein besonderer Preis für bemerkenswerte Leistungen

Seit 2015 der „Bestpreis der Luftwaffe“ eingeführt wurde, können Soldatinnen und Soldaten und zivile Angehörige der Luftwaffe für außerordentliche Leistungen belohnt werden. Neben der Auszeichnung durch den Inspekteur der Luftwaffe steht der Mitflug auf dem Waffensystem Eurofighter im Vordergrund.

So wurde auch Oberstleutnant Carolyn Dase mit dem Bestpreis ausgezeichnet. „Sie sind außergewöhnlich motiviert und überzeugen seit vielen Jahren durch ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Fachkenntnis und beispielgebender Einsatzbereitschaft“, betonte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz.


Aushändigung einer Urkunde an Oberstleutnant Carolyn Dase durch den Inspekteur der Luftwaffe.

Leistung lohnt sich - Oberstleutnant Carolyn Dase bei der Übergabe der Urkunde durch den Inspekteur der Luftwaffe

Michael Mandt / Luftwaffe

Pionierarbeit für die internationale Zukunft

Oberstleutnant Dase leitet den Bereich Ausbildung am Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe in Faßberg. In ihrem Werdegang als Technischer Offizier sammelte sie umfassende fachliche Erfahrungen unter anderem als Luftfahrzeugnachprüfer oder als Leiterin einer Prüfgruppe. Ihre Führungspersönlichkeit entwickelte sie in ihrer mehrjährigen Verwendung als Inspektionschefin an der Technischen Schule der Luftwaffe sowie als stellvertretende Kommandeurin am Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe.

Ihr Wissen und ihre Erfahrungen setzte die 55-Jährige während mehrerer Auslandseinsätze in unterschiedlichen Einsatzgebieten weltweit um. Besonders ihre Leistungen in den zweieinhalb Jahren am NATONorth Atlantic Treaty Organization-Standort für Gefechtsfeldaufklärung (NATONorth Atlantic Treaty Organization Alliance Ground Surveillance Force) in Sigonella auf Sizilien waren ausschlaggebend für den Gewinn der Auszeichnung. Dort leistete sie in dem Bereich „Logistics & Maintenance“ entscheidende Pionierarbeit. Das betraf vor allem den Aufbau und die logistische Durchhaltefähigkeit der neu aufgestellten NATONorth Atlantic Treaty Organization-Dienststelle. Der Standort profitierte aber auch bei der Schaffung der notwendigen Voraussetzungen zur Aufnahme und den Betrieb der unbemannten Aufklärungsluftfahrzeuge vom Typ Global Hawk inklusive dem dazugehörigen Peripheriegerät.

Als Projektoffizier war sie dafür zuständig, die europäischen und italienischen Luftrechtanforderungen für die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Organisation und die Ausbildung des technischen Personals umzuwandeln. Damit stellte sie wichtige Weichen für den Betrieb der in Sigonella stationierten remotely piloted aircraft systems (RPASRemotely Piloted Aircraft System) Global Hawk. Umgangssprachlich sind RPASRemotely Piloted Aircraft System auch als „Drohnen“ bekannt. Diese „Drohnen“ erhielten nun von den italienischen Behörden eine eingeschränkte Nutzungsgenehmigung für den europäischen Luftraum. Ohne die innovative Arbeit von Oberstleutnant Dase wäre dies nicht möglich gewesen. Sie leistete damit einen wichtigen persönlichen Beitrag für ein weiteres zukunftsträchtiges multinationales Projekt.

von Nils Scheffler & Nathalie Passon