Was ändert sich am Beurteilungssystem?

Was ändert sich am Beurteilungssystem?

Vordruck A

Der neue Vordruck A bildet die Grundlage aller Beurteilungen und wurde im Zuge der Weiterentwicklung überarbeitet. Durch diesen Schritt wurden die vormals großen Textanteile stark reduziert. Weiter wurde der prognostische Anteil von der Beurteilung abgekoppelt. Diese prognostischen Anteile finden sich nun im Vordruck B, mit dem die Personalentwicklungsbewertung vorgenommen wird.

Stichtag

Stichtage bestimmen maßgebend die Beurteilungszeiträume. Im Gegensatz zum alten Beurteilungssystem wird der Beurteilungszeitraum nicht mehr mit Unterschrift des Erstbeurteilers abgeschlossen, sondern endet jeweils zum 31.01. oder 31.07. eines Kalenderjahres mit dem Beruteilungsstichtag. Die Erstellung der Beurteilung schließt sich daran an. Spätestens bis zu sechs Monate nach dem Beurteilungsstichtag liegenden Vorlagetermin müssen dann die abgeschlossenen Beurteilungen und die Personalentwicklungsbewertungen beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr vorliegen.

Gesamturteil

Das Gesamturteil ist die zusammenfassende, innerhalb der jeweiligen Vergleichsgruppe gereihte, Bewertung des Zweitbeurteilers unter Berücksichtigung der Bewertungen der Erstbeurteiler.
Es umfasst die Wertungen A bis G und innerhalb dieser ist eine Feineinteilung in +, 0 und - (sog. Binnendifferenzierung) vorzunehmen.

Vergleichsgruppe

Die Vergleichsgruppe wird nach Dotierung des Dienstpostens unter Berücksichtigung des Zuständigkeitsbereichs des jeweiligen Zweitbeurteilers zum jeweiligen Stichtag gebildet. Darüber hinaus ist unverändert nach Funktionsebene zu unterscheiden.

Normalleistung

Die Normalleistung wird im neuen Beurteilungssystem durch das Gesamturteil D oder E gekennzeichnet. Diese bildet damit die Grundlage für die Wertung, ob ein Beurteilter die Anforderungen, die an den Inhaber des jeweiligen Dienstpostens gestellt werden erfüllt, nicht erfüllt oder regelmäßig übertrifft.

Richtwertvorgaben

Die Richtwertvorgaben legen fest, wie viele Beurteilte in den jeweiligen Vergleichsgruppen über die Normalleistung hinausgehende Gesamturteile erhalten können. Diese Vorgaben gelten für die Wertungsbereiche A (5%), B (10%) und C (15%). Damit sind für die restlichen 70% die Wertungsbereiche G bis D zu vergeben. Im Rahmen der Einzelfallgerechtigkeit kann im Ausnahmefall um bis zu 5% von den jeweiligen Richtwerten abgewichen werden.

Sportdaten / Individuelle Grundfertigkeiten (IGF)

Sportliche Leistungen und IGF-Daten werden in dem Beurteilungsformular nicht mehr erfasst, da diese Daten bereits in einem anderen Infotypen im Personalwirtschaftssystem erfasst werden und damit der Personalführung tagesaktuell zur Verfügung stehen.
Eine grundlose Nichterfüllung oder auch der Grad der Erfüllung werden trotzdem im Rahmen der Wertungen in der Berurteilung (z.B. Belastbarkeit) von den Beurteilenden berücksichtigt.

Kein Anspruch auf Fortführung

Das neue Beurteilungssystem ist nicht mit dem alten System vergleichbar. Damit sind auch Wertungen aus dem alten System nicht vergleichbar. Es gibt daher keinen Anspruch auf Vergabe eines entsprechenden Gesamturteils im neuen Beurteilungssystem.

Einordnung Gesamturteil

Das Gesamturteil bildet für zukünftige Auswahlentscheidungen die maßgebliche Grundlage für die Reihung und ist damit maßgebend für Förderung und Beförderung.

Werden „neue“ Kriterien (Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen) bewertet, und fallen andere dafür weg?

Der Vordruck A wurde im Bereich der Leistungsbeurteilung um einige Felder erweitert, die im alten Formular noch zusammengefasst bewertet wurden (z.B. Führungsverhalten wird um losgelöste Bewertungen von Motivation von Mitarbeitern und Dienstaufsicht erweitert). Insgesamt stehen statt der 10 nun 15 Merkmale zur Bewertung zur Verfügung. Die Befähigungsbeurteilung wurde überarbeitet und angepasst. Prognostische Anteile der Beurteilung, wie z.B. die weiteren Verwendungen oder auch die eigenen Karrierevorstellungen finden sich nun in der Personalentwicklungsbewertung.