Funkkreis

Funkkreis

Datum:
Lesedauer:
15 MIN

A = Hauptmann Matthias Lehna
B = Hauptfeldwebel Matthias Münch

A: Willkommen beim Funkkreis, dem Podcast der Bundeswehr. Mein Name ist Hauptmann Matthias Lehna. Heute befinde ich mich in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin zu Gast bei Hauptfeldwebel Matthias Münch. Genauer gesagt, beim Truppführer des Drillteams der Bundeswehr im Wachbataillon. Die Soldaten und Matthias sind bei großen Staatsempfängen in der Regel die ersten Menschen, die Staatsgäste in Deutschland nach ihrer Landung in Berlin sehen. Hallo, Matthias.

B: Hallo, Matthias.

A: Ja, starke Sache. Wir haben beide den gleichen Namen, aber andere Frage: Ist das eigentlich der Grund, dass die Staatsgäste als Erstes euch sehen, dass ihr alle so rasiert und ordentlich ausschaut hier?

B: Na ja, rasiert zu sein und ordentlich auszuschauen ist auf jeden Fall eine Auflage, die wir hier bei uns im Wachbataillon haben. Es gibt ja hier einen Haar- und Barterlass, der grundsätzlich aussagt, dass Seitenhaar kürzer zu tragen als das Deckhaar und man jeden Tag frisch rasiert sein muss.

A: Gut, das gilt ja eigentlich auch in der gesamten Bundeswehr, dass ein Haar- und Barttrachterlass, der auch meistens sehr umstritten ist, irgendwo durchzusetzen ist. Ihr seid da schon sehr strikt. Ich glaube, der Haar- und Barttrachterlass gibt nicht vor, dass man glatt rasiert sein muss: Ihr seid alle glatt rasiert. Auch sonst fällt auf: Bei euch ist Formaldienst sehr hoch angesehen. Ich mach mal kurz eine Einspielung, um einen Eindruck zu bekommen, was das eigentlich hier bedeutet.

Einspielung: Ehrenzug, stillgestanden! Das Gewehr über! Achtung! Präsentiert das Gewehr!

Ja, man hört zackigen Umgangston. Direkte Befehle. Wie würdest du hier den Alltag beschreiben?

B: Tja, wie soll ich hier den Alltag beschreiben. Ich würde sagen, auf jeden Fall klar strukturiert. Das fängt ja früh mit Vollzähligkeit und Stuben- und Revierreinigen an. Dann können wir erst mal die ersten zwei Stunden am Morgen Sport machen, um natürlich körperlich leistungsfähig und fit zu sein, um dann natürlich auch den protokollarischen Ehrendienst ausführen zu können.

A: Genau. Du hast ja schon gesagt, Protokolldienst, das ist bei euch eine Aufgabe. Was heißt das überhaupt?

B: Ja, was heißt das überhaupt? Das grundsätzlich wir ja für die Repräsentation Deutschlands verantwortlich sind beziehungsweise wir die Ersten sind, die am roten Teppich stehen. Die jeder Gast als Erstes sieht, sobald er in Deutschland landet. Oder genauso, wenn die Kanzlerin oder der Bundespräsident die Staatsgäste bei sich empfangen, sind wir diejenigen, die halt am roten Teppich stehen, die Ehrenformation stellen und den Gast mit militärischen Ehren begrüßen.

A: Ihr seid quasi die Visitenkarte, die man dem Gast hinhält.

B: Sozusagen, ja. Das Aushängeschild Deutschlands.

A: Okay, und deshalb wollt ihr alle ordentlich und adrett ausschauen. Ich habe gehört, es gab mal so einen Spruch. Es müssen drei Bs erfüllt sein, um reinzukommen bei euch. Was heißt das überhaupt?

B: Drei Bs ja: Brille, Bart, Bauch. Dürfte alles nicht oder sollte alles nicht vorhanden sein beziehungsweise ist ja klar festgelegt, dass jeder Soldat rasiert zu sein hat. Brille ist mittlerweile auch schon fast geduldet aufgrund dessen, dass man so wenig Personal mittlerweile zur Verfügung hat, dass man da sagt: Gut, das Kriterium stecken wir vielleicht mittlerweile weg. Obwohl ja eigentlich mehr gewollt ist, dass Kontaktlinsen getragen werden statt einer Brille am Teppich. So ist es auch. Das heißt, die Kameraden, die jetzt Brillenträger sind, haben dann tatsächlich auch zu dem Einsatz keine Brille auf. Also, es kommt nicht vor, dass ein Protokollsoldat irgendwo mit Brille am roten Teppich steht, obwohl er eigentlich Brillenträger ist. Ja, nächster Punkt: Ich glaube, jedes Land möchte gut dastehen und möchte natürlich auch kernige, straffe, trainierte Soldaten dastehen haben. Und von daher spielt der Bauch keine Rolle, beziehungsweise es steht gar nicht in Frage, ob der da sein darf oder nicht.

A: Und gibt es auch Frauen bei euch?

B: Mittlerweile ja. Früher war es grundsätzlich ein No-Go. Beziehungsweise gab es keine Frauen im Wachbataillon. Hat sich mittlerweile auch geändert und ja, jetzt stehen Frauen in der ersten Reihe.

A: Okay. Also ihr seid auch bunt, quasi so wie die Truppe auch mit Frauen ganz normal repräsentiert ist. Jetzt noch mal zu mir: Ich bin 1,85 Meter groß, relativ schlecht rasiert: Hätte ich überhaupt die Voraussetzung, bei euch mitzumachen?

B: Mit 1,85 Metern auf jeden Fall kein Problem, da ja die Garde ein Gardemaß von 1,76 Metern bis 2,03 Metern, denke ich, vorgibt. Von daher machen die 1,85 Meter gar keine Probleme, würde super reinpassen.

A: Nur mit dem Bart wird es schwer. Ich glaube, ich müsste mich dazu jeden Morgen nass rasieren, zumindest so, wie ihr hier alle ausschaut. Was muss ich denn noch mitbringen?

B: Grundsätzlich heißt es ja bei uns, immer Finger lang, Ehrgeiz zu zeigen. Das heißt, auf jeden Fall draußen bei der Ausbildung wird es natürlich schwierig und anstrengend: ein paar Stunden einfach auf der Stelle dazustehen, straff, Brust raus, Bauch rein, um ein vernünftiges Bild halt zu verkörpern.

A: Um das hinzubekommen oder um das Bild zu erzeugen, macht ihr eine lange Ausbildung hier. Wie sieht das genau aus?

B: Ja, genau. Die Protokollausbildung ist mittlerweile auf 42 Tage begrenzt. Ja, ist ganz einfach: Also am Anfang, so die ersten ein, zwei Wochen, wird erst mal ohne Karabiner stumpf Formaldienst gemacht. Das heißt also, wir marschieren von A nach B, machen Wendungen. Da ist eigentlich grundsätzlich erst mal Hauptaugenmerk auf dem Marsch, bevor wir dann anfangen, den Karabiner zu nehmen und den dann wirklich Tag für Tag tempoweise zu greifen.

A: Ja, du hast eben Karabiner mehrfach gesagt. Ich dachte, unser Standardgewehr wäre das G36?

B: Ja, das G36 haben wir auch, aber zur Repräsentation Deutschlands beziehungsweise der Bundeswehr haben wir bei uns im Wachbataillon den K98 k, also Karabiner 98, kurz 98, weil er 1898 entwickelt wurde. Er hat eine Gesamtlänge von 1,09 Metern. Die lange Version ist 1,11 Meter, also das heißt, es sind zwei Zentimeter Lauflänge Unterschied. Wiegt circa 3,74 Kilo. Kommt immer darauf an, aus welchem Holz der Schaft gearbeitet ist. Wir haben ja Nussbaumholz oder Schichtholz, je nachdem, und darum kann das Gewicht des Karabiners natürlich variieren.

A: Das heißt, ihr arbeitet mit einem Gewehr, was schon in anderen deutschen Armeen genutzt wurde und viel Holz vor allem hat. Also entsprechend anders ausschaut und recht lang ist. Das heißt für euch, wie arbeitet ihr damit?

B: Ja, wie arbeiten wir damit? Dadurch, dass ja der Karabiner einen schönen Mittelpunkt hat, um die Gewichtsverteilung damit dann gut zentrieren zu können, macht es sich natürlich dann ganz einfach, sag ich mal, vorne am Schaft den Karabiner nach rechts zu drehen, genauso wie hinten am Kolben nach links zu drehen. Ja, es ist schwierig. Ich sage mal, wenn wir jetzt im normalen Protokollarischen den Karabiner eingesetzt haben und genauso beim Ehrenposten, sage ich mal, eine Stunde mit den vier Kilos dastehen, dann wird es natürlich schon schwer. So was kann man dann natürlich trainieren. Wie trainiert man das? Indem man natürlich eine Stunde die Leute dastehen lässt. Alles nicht so einfach, aber wie gesagt: so wie mit allem, eine Trainingssache.

A: Okay. Was man ja schon hören kann, ist, dass das Gewehr auch von anderen deutschen Armeen schon genutzt wurde. Es gibt also einen historischen Bezug dazu. Da wirst du hoffentlich noch was sagen. Auf jeden Fall ist das Gewehr ein Gewehr, was mit viel Holz versehen ist und deswegen auffällt. Aber warum nutzt ihr eigentlich ein Gewehr, was wir ja gar nicht mehr in der Nutzung haben?

B: Ja, ganz einfach: Das Wachbataillon führt seine Tradition über das neunte preußische Infanterieregiment und genauso wie das erste Garderegiment zu Fuß der preußischen Armee von 1675. Das ist auch bei uns im Traditionserlass festgelegt. Wir sind auch damit eigentlich der einzige Verband, der sich auf die Tradition Preußens im Prinzip da festgelegt hat und sich daran orientieren kann.

A: Okay. Wir haben es auf jeden Fall hier mit einem traditionsreichen Verband zu tun und damit einhergehend auch der protokollarische Dienst, der auch viel historische Bezüge hat. Das heißt, der Ablauf im Protokolldienst ist ja historisch gewachsen. Kannst du beschreiben, was ihr genau macht?

B: Also im Prinzip, wir marschieren ja auf, kommen natürlich am roten Teppich an: links rum, Gewehr ab, ausrichten, bis der Gast dann irgendwann mal kommt. Und dann geht es da natürlich ganz einfach: das Gewehr über, Achtung, präsentiert das Gewehr. Damit zeigen wir dem Gast, dass wir ein leeres Magazin beziehungsweise einen leeren Magazinschacht haben und er uns dementsprechend willkommen ist.

A: Okay. Also ihr versucht, quasi eine Willkommensgeste zu zeigen. Trotz eures martialischen Auftretens. Was auf jeden Fall auffällt, ist, dass ihr sehr akkurat und sehr präzise arbeitet, was es auf jeden Fall ansehnlich macht, wenn man auf diese Art der Präsentation steht. Es ist auf jeden Fall für mich als Gebirgsjäger, der beim Formaldienst nicht so genau war in der Vergangenheit, imposant zu sehen, wie exakt ihr arbeitet. Die Steigerungsform vom Protokolldienst ist das, was ihr im Drillteam macht: Lasst uns doch mal kurz reinhören, was genau dahinter steckt:
Einspielung.

Also für den Zuhörer, der es nicht sehen kann: Es ist eigentlich eine kleine Showeinlage. Ihr habt mit moderner Musik eure Elemente aus dem Protokolldienst übernommen und werft euer Gewehr in die Luft und macht verschiedene Wendungen. Was hat es eigentlich damit auf sich?

B: Ja, was hat es eigentlich damit auf sich? Dass eigentlich das Drillteam zu Anlässen wie Militär- und Musikfesten oder Feierlichkeiten oder selbst bei Gelöbnissen als Showeffekt mit auftritt und damit auch die Bundeswehr repräsentieren kann. Genauso gibt es ja dann auch Drillteamfeste, wo dann mit anderen Nationen wie zum Beispiel Schweden, Tschechen, Österreichern oder anderen Garden halt in Europa gemeinsam dann dort Veranstaltungen gemacht werden, die öffentlichkeitswirksam sind, und jedes Land sich da bestmöglich vertritt. 

A: Das heißt, ihr reist viel und ihr habt Musikelemente kombiniert mit euren Elementen aus dem Protokolldienst. Wie kommt ihr überhaupt darauf, eure, ich nenn sie jetzt mal Show, zu studieren?

B: Also erst mal sagt man ja grundsätzlich dem Drillteam „Auftrag!“. Bekommt ja jede Kompanie irgendwann gestellt. Und so versucht man natürlich, dann bestmöglich diesen Auftrag wahrzunehmen. So als Vierer vom Drillteam ist man da relativ frei, dadurch, dass es keine Vorschrift für das Drillteam gibt im Gegensatz zum protokollarischen Ehrendienst, wo wir ja die Garde haben. Da macht es einem natürlich dann die Erfahrung, die man vielleicht selbst schon mal vorher gesammelt hat, vielleicht ein bisschen einfacher, und man ist einfach so frei, dass man sagen kann: Gut, alles klar, was möchte ich haben. Möchte ich jetzt in meiner Show Salutschießen drin haben? Möchte ich Feuer haben? Möchte ich LED? Möchte ich Nebel und was weiß ich, was es da nicht noch alles für Varianten gibt. Da kann man auch grundsätzlich sagen, dass das Drillteam sich auch weiterentwickelt. Vor zwanzig Jahren hat keiner irgendwo darüber nachgedacht, Licht oder Feuer am Karabiner zu haben. Das ist aber auch der Ausbildungszeit, sag ich mal, geschuldet, die damals bloß drei bis vier Wochen betrug und heute mittlerweile sechs bis neun Monate ist. Also von daher sage ich auch, dass das Drillteam noch nicht am Ende seiner Schaffenskraft steht, weil es sich einfach immer weiterentwickeln kann. Und wer weiß: Vielleicht fliegt in zwanzig Jahren irgendwer mit einem Hoverboard und einem Laserkarabiner irgendwo durch die Halle. Man weiß es nicht.

A: Okay, man merkt, du hast Fantasie und Raum für Entwicklungen vom Drillteam. Das heißt aber auch, ihr spielt vor großem Publikum. Wie kriegt ihr das hin, dass ihr da alle perfekt synchronisiert auftretet?

B: Ja, großes Publikum. Da sagen wir natürlich gleich mal grundsätzlich, ich glaube, das geht jedem Soldaten so, selbst mir als Führer oder sonst irgendwo, ob es nun eine kleine Show vor 100 Mann oder wie jetzt in der Max-Schmeling-Halle vor 15.000 Mann oder irgendwo im Stadion in Gladbach vor 25.000 Mann ist: Natürlich ist man aufgeregt. Die Aufregung und Nervosität muss man natürlich in den Griff kriegen. Umso mehr Einsätze man macht, desto abgestumpfter wird man, sage ich mal, weil man sich dann irgendwann daran gewöhnt hat. Aber trotzdem ist jeder Einsatz was Neues und Aufregendes. Da hilft einfach nur Üben. Üben, üben, üben. Ich sage mal, für gewisse Einsätze kann man schon fast grundsätzlich sagen, dass man gerade bei den großen Shows, wo es ja dann 27 Mann sind, einfach mehr Zeit und Arbeit investieren muss, um jeden Tag diese Abläufe und Routine reinzukriegen, dass man sich dann eigentlich von der Nervosität her im Prinzip nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen kann.

A: Okay. Das heißt, die Bewegungen sind euch ja in Fleisch und Blut übergegangen, und ihr könnt die Griffe, die ihr da macht, quasi im Schlaf. Jetzt habe ich aber gehört, wenn ihr im protokollarischen Ehrendienst seid, steht ihr lange da. Wie haltet ihr das aus? Also kannst du mal beschreiben: Was war dein persönlich längster Einsatz?

B: Mein persönlich längster Einsatz war, glaube ich, ein Ehrenposteneinsatz gewesen, wo man dann einunddreiviertel Stunden dagestanden hat, weil der Gast einfach zur Verabschiedung nicht rauskommen wollte. Das kann natürlich immer sein: Begrüßungen gehen ganz schnell, weil das ja grundsätzlich vom Protokoll und, sage ich mal, von der Kanzlerin, Bundespräsidenten oder sonst irgendwo gewisse Empfangstermine gibt, die eingehalten werden. Aber keiner kann am Ende sagen, wie lange die sich unterhalten. Wenn die der Meinung sind, eigentlich soll der um acht Uhr abreisen und das Gespräch geht aber so lange, dann kommt der meinetwegen erst um zehn Uhr raus: Trotzdem haben wir um acht Uhr dazustehen und davon auszugehen, dass der um acht Uhr rauskommt. Dann muss man natürlich die Zeit durchhalten. Wie hält man denn die Zeit durch? Ja, da gibt es so kleine Kniffe, Tricks.

A: Zum Beispiel?

B: Mit den Zehen zum Beispiel wackeln oder Arschbacken immer mal wieder anspannen, loslassen, mit den Waden spielen, sodass man halt den Blutkreislauf im Gange hält. Es gab auch schon Beispiele, dass dann Kameraden einfach umgefallen sind oder zusammengesackt sind, weil einfach der Kreislauf in den Keller gesackt ist. Da muss man dann aber auch wieder sagen: gut, selbst schuld. Du hast nicht die Arbeit.

A: Was macht man denn eigentlich, wenn so was passiert?

B: Ja. Das ist das Schwierige. Bei uns gibt es die Regel: Wenn jetzt zum Beispiel jemandem im ersten Glied oder selbst im zweiten Glied schlecht wird und er anfängt, rumzutaumeln oder sogar umfallen sollte: Der Hintermann fängt ihn auf, reicht ihn nach hinten durch und tritt nach vorne auf dessen Stelle, sodass von vorne immer ein geschlossenes Bild ist. Die Lücke lässt man dann in der Mitte.

A: Okay, das heißt, ihr müsst improvisieren und habt eure Ersatzleute im Hintergrund, die dann auffüllen, während der andere versorgt wird.

B: Ja.

A: Okay, und was macht ihr, ganz banal, wenn ihr aufs Klo müsst?

B: Tja. Da gibt es keinen Trick, rein gar nichts: Vor den Einsätzen wird uns natürlich noch mal die Chance gegeben, noch mal auf Toilette zu gehen. Aber ich sage mal, gerade so wie beim Großen Zapfenstreich oder so was, wo man eigentlich teilweise schon eine Dreiviertelstunde vorher im Aufstellungsraum steht, bevor es dann losgeht, und der Zapfenstreich an sich auch noch mal eine halbe Stunde dauert, dann muss man irgendwo diese anderthalb Stunden rumbringen. Da gibt es keinen Kniff oder sonst irgendwas, um da irgendwie aus der Chose zu kommen.

A: Okay. Also einfach aushalten und hoffen, dass es bald zu Ende ist.

B: Genau.

A: Okay, ich verstehe. Zum Thema Corona. Was heißt das eigentlich für euch jetzt, wenn ihr unter Coronabedingungen mit 1,50 Metern Abstand antreten müsst: Habt ihr neue Kommandos, tretet ihr mit Maske an oder was hat sich bei euch jetzt geändert?

B: Ja, also grundsätzlich halten wir ja mal fest, dass ja im Tagesdienst grundsätzlich die Maske zu tragen ist. Draußen bei der Ausbildung versuchen wir, natürlich dann alles soweit zu entzerren und auf Lücke zu stellen, dass gerade beim Greifen oder sonst irgendwie keine Maske benötigt wird. Kommt natürlich immer auf die Ausbildung drauf an: Im Protokollarischen ist es relativ einfach, weil wir uns dann die Lücken und Plätze schaffen und nehmen können. Was beim Gefechtsdienst natürlich wieder schwieriger ist, gerade wenn man jetzt als MG-Trupp zusammenarbeitet oder so, dann ist das natürlich so schlecht machbar. Gerade gestern waren wir erst im Bundeskanzleramt gewesen, um zu probieren beziehungsweise eine Stellprobe zu machen, wie es denn unter Coronabedingungen möglich wäre, um dort einen Einsatz zu stellen. Hat sich dann ganz einfach so dargestellt, dass ja die Musik den Heeresteil stellt sozusagen und dann die anderen beiden Waffenzüge halt auf Lücke stehen. Das heißt, wir sind noch geschlossen mit Maske einmarschiert, sind dann angekommen, haben uns schon Beim-auf-die-Punkte-Gehen breit gefächert, sodass wir dann eigentlich auf unseren Punkten schon breit auf Lücke ankamen. Links um, Gewehr ab, rührt euch. Und dann neues Kommando: Maske ab! Wo dann mal kurz nach vorne getreten wird, nehmen alle Mann sich die Maske ab. Und dann mit dem Kommando „Zurücktreten!“ treten alle natürlich dann wieder geschlossen zurück und stehen dann wieder auf Lücke mit den Abständen ohne Maske da. Ab dann können alle den ganz normalen protokollarischen Ehrendienst wieder wahrnehmen.

A: Okay. Also auch bei euch hat Corona Auswirkungen bis hin zum Formaldienst und mit neuen Kommandos. Ja, spannende Sache und vielen Dank für dieses Gespräch und den kurzen Einblick bei euch. Wer mehr wissen will über das Drillteam der Bundeswehr, kann sich auf jeden Fall über unseren Youtube-Kanal Einsätze das Drillteam anschauen. Und ich sage vielen Dank für das Gespräch.

B: Ja, danke schön.

A: Das war die Folge mit einem Gruppenführer aus dem Drillteam der Bundeswehr. Hauptfeldwebel Matthias Münch. Wer mehr hören will vom Funkkreis, dem Podcast der Bundeswehr, kann über Apple Music, Deezer oder Spotify reinhören. Mein Name ist Hauptmann Matthias Lehna. Ich melde mich aus dem Funkkreis ab.