Funkkreis

Funkkreis

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Lesedauer:
15 MIN

Delta to all radio check. Over.
Hier ist Bravo. Kommen.
This is Tango. Over
Funkkreis – Podcast der Bundeswehr.  (Funk- und Fluggeräusche)

In den Mittelgebirgen in Deutschland liegt gerade bis zu einem Meter Schnee.

(Fahrzeuggeräusche und Stimmen) Jetzt stellen Sie sich mal vor (Bremsgeräusche), Sie rutschen da irgendwo auf einer Landstraße mit dem Auto in den Graben. Vielleicht ist es schon dunkel (Fahrzeuggeräusche und Stimmen). Es kommt auf jeden Fall keiner mehr vorbei und Sie sind ganz allein auf sich selbst gestellt. Was machen wir jetzt?

Also man steigt wahrscheinlich erst einmal aus. Läuft ein bisschen durch den Schnee (stampfende Geräusche durch den Schnee). Schaut sich die Bescherung an. Aber was brauchen wir jetzt? Ein Feuer (Feuerzeuggeräusche) vielleicht, um uns warm zu halten. Irgendetwas zu trinken? Möglicherweise etwas, um auf uns aufmerksam zu machen (Geräusche einer Hupe). Damit uns doch jemand findet. Um solche Themen geht es heute, nämlich darum draußen überleben zu können. Und wer könnte dazu mehr sagen als ein Einzelkämpfer.

Ich bin Barbara Gantenbein (B) aus der Redaktion der Bundeswehr. Ich spreche gleich mit Hauptfeldwebel Taskin (T). Der bildet nämlich Einzelkämpfer aus. Er kommt vom Ausbildungszentrum Infanterie in Hammelburg. Und er hat jetzt ein bisschen Zeit für uns. Er gibt uns ein paar gute Tipps. Er weiß ganz genau, was man braucht, um eben draußen  überleben zu können. Ganz herzlich willkommen, Herr Taskin.

T: Guten Tag und servus aus Hammelburg, Frau Gantenbein.

B: Ich finde es ganz toll, dass Sie uns zur Verfügung stehen. Was ist denn das Wichtigste, um im Extremfall mehrere Tage so ganz allein auf sich gestellt überleben zu können?

T: Also wenn wir jetzt von dem Otto Normalverbraucher ausgehen, der jetzt zum Beispiel eine Autopanne hat. Den nehme ich mal als Beispiel. Dann ist meiner Meinung nach auf jeden Fall das Mobiltelefon sehr wichtig. Alleine schon, um den Notruf zu wählen oder Hilfe beim ADAC (Rettungswagen) zu rufen. Wichtig wäre vielleicht, weil wir wissen, das Handy ist immer in Benutzung, egal, ob man jetzt einen Podcast im Auto hört oder vielleicht die Navigation nutzt, und gerade in dem Notfall ist unser Akku fast leer: Da vielleicht noch eine Powerbank dabei zu haben, wenn man unterwegs ist. Um einfach unser Handy aufzuladen.
Sonst würde ich auf jeden Fall empfehlen eine Rettungsdecke. Zusätzlich zu der, die wir im Erste-Hilfe-Set haben. Und zwar zusätzlich, weil wir einfach für dieses Erste-Hilfe-Set in einem anderen Notfall diese einfach nicht nutzen. Sondern die Extradecke nur für den Wärmeerhalt, wenn wir auf den ADAC warten müssen oder auf unsere Hilfe nach dem Notruf.
Sonst würde ich empfehlen, auf jeden Fall Wasser mitzuführen. Gerade im Winter vergessen wir immer wieder das Trinken. Wir vernachlässigen das Ganze, weil wir bei Kälte das Gefühl nach dem Trinken einfach nicht entwickeln. Das ist halt sehr schwierig, wenn wir wirklich einige Tage, ein, zwei Tage, ohne Wasser auskommen müssen. Gerade nach einem Tag senkt sich unser Blutdruck. Dadurch kommen Schwindelgefühle. Das sollten wir auf jeden Fall vermeiden. Deswegen auf jeden Fall Wasser mitnehmen. Und sonst würde ich empfehlen, Feuer. Sei es ein Feuerzeug oder Streichhölzer. Damit ich einfach die Möglichkeit habe, mir ein Feuer zu machen. Falls ich wirklich über mehrere Tage draußen sein muss.

B: Das sind schon einmal Supertipps. Das mit dem Handy, klar, das ist wichtig. Aber wenn ich jetzt zum Beispiel kein Netz habe. Es gibt ja auch in Deutschland Gegenden, passiert mir tatsächlich immer wieder, wo keine Netzabdeckung mehr ist. Gerade so im Mittelgebirge. Es ist ja dann ganz fatal vielleicht, im schlimmsten Fall. Was mache ich denn, um auf mich aufmerksam zu machen?

T: Ja, da habe ich die Rettungsdecke schon angesprochen. Wenn ich wirklich jetzt mehrere Tage friere und der Notruf von der Familie kommt. Das halt jemand vermisst wird, da habe ich immer noch die Option, mit meiner Rettungsdecke auf mich aufmerksam machen. Ich habe ja eine goldene und eine silberne Seite. Falls, wie gesagt, im Mittelgebirge oder in den Alpen jemand vermisst wird. Der Hubschrauber mit der Bergwacht unterwegs ist, sehen sie, auch das könnte vielleicht ein Signal sein, dass jemand in Not ist. Das wäre zum Beispiel auch ein Notsignal.

B: Okay, das ist eine gute Idee. Habe ich tatsächlich, wenn ich im Winter in den Bergen unterwegs bin, gerade wenn es eine bisschen einsamere Gegend ist. Gerade geht es nicht wegen Corona, aber sonst in Norwegen oder in Schweden, wo man so lange Strecken hat. Ich habe da immer einen Schlafsack im Auto. Meistens auch heißen Tee.
Aber was mache ich denn jetzt, wenn ich nichts dabei habe. Sie haben das Thema Wasser schon oder überhaupt Flüssigkeit schon angesprochen. Wie komme ich dann an Wasser. Wenn Schnee liegt. Gut den kann ich zur Not schmelzen. Aber wenn jetzt kein Schnee liegt, wo finde ich Wasser. Wie kann ich das dann trinkbar machen?

T: Ja, im Winter, wie schon angesprochen: Schnee ist immer ein riesiger Vorteil, Eis oder Schnee. Das auf jeden Fall zum Kochen bringen. Das wäre auf jeden Fall eine Möglichkeit.
Wenn ich jetzt, wie Sie schon gesagt haben, keinen Schnee habe, ist es auf jeden Fall Regen, den ich auffangen kann. Da kommt wieder die Rettungsdecke ins Spiel. Die kann ich wie ein Auffangbecken benutzen, um einfach Regenwasser zu sammeln. Regenwasser ist überall auf der Welt trinkbar. Ich würde es trotzdem abkochen, um einfach Keime und Bakterien zu töten. Auf jeden Fall wäre Regen eine Möglichkeit.
Wenn wir eine trockene Jahreszeit haben, haben wir auch keinen Regen. Da haben wir auch andere Möglichkeiten. Ich gehe talabwärts und versuche, ein stehendes Gewässer zu finden. Vielleicht irgendwie einen Fluss. Irgendwo einen Bach oder Teich. Selbst Pfützen, das ist alles möglich, wie gesagt, das muss nur abgekocht werden. Im schlimmsten Fall ist es noch möglich, dass wir Tierspuren folgen.

B: Okay.

T: Und zwar, wenn sie sich irgendwann treffen, diese Spuren, folgen wir diesen weiter. Wenn diese weiter auseinandergehen, gehen wir vom Wasser weg.

B: Ach, das ist ja interessant. Das ist ja spannend.

T: Da muss man auf Spuren von Wildschweinen achten.

B: Ja.

T: Oder von Rehen. Die sind halt sichtbar. Das wäre zum Beispiel auch eine Möglichkeit.

B: Okay, also immer versuchen, dort hinzugehen, wo die Tiere auch hingehen, weil die schon wissen, wo es etwas gibt.

T: Ja genau.

B: Das ist spannend. Ja genau. Sie sagten jetzt, abkochen. Selbst wenn ich jetzt Feuerzeug dabei habe oder Streichhölzer. Es ist ja manchmal nicht so einfach, Feuer zu machen. Also gerade, wenn es auch noch regnet oder geschneit hat. Und alles noch nass ist, was haben Sie denn da noch für Tipps für mich. Wie kriege ich da überhaupt erst einmal ein Feuer an?

T: Ja, das ist immer schwierig. Man braucht unbedingt Zunder, das ist Material, was sich schnell anzünden lässt. Um dann weiteres Material daraufzulegen, um dann daraus ein Feuer zu machen. Ganz gut für den Otto Normalverbraucher zum Beispiel ist, was klein und handlich ist, ein Tampon. Wenn man diesen auseinanderknüpft, hat man Watte, und diese lässt sich ja sehr leicht entzünden.

B: Okay.

T: Dadurch hat man zunächst sehr leichten Zunder. Und dann braucht man nur noch brennbares Material, im Idealfall trockenes Holz, was man darauflegt, um sich dann ein Feuer zu machen.

B: Und wo finde ich trockenes Holz?

T: Ja das ist eine gute Frage.

B: (lacht)

T: Erst einmal trockenes zu finden. Wenn ich wirklich unterwegs bin und ich weiß, dass ich vielleicht auf mich selber gestellt bin. Und ich bin in der Natur unterwegs, sollte ich das Ganze vorbereitet schon mithaben. Ich sollte kein trockenes Holz mithaben. Aber ich sollte vielleicht ein kleines Päckchen mit Zundermaterial haben, was länger brennt. Wie zum Beispiel Wachs oder so etwas. Was ich anzünden kann. Was nach einer gewissen Dauer irgendwann auch mein Holz zum Brennen bringt.

B: Okay. Also ich fasse einmal zusammen: Rettungsdecke sollte man immer dabei haben, die wiegt ja so gut wie nichts. Die ist offensichtlich sehr vielseitig verwendbar als Signalmittel, als Auffangbehälter für Regenwasser und auch noch zum Warmhalten natürlich. Man sollte dabei haben einen Tampon, weil der gut ist, um Feuer zu entfachen. Und vielleicht noch ein kleine Kerze, um mit dem Wachs die Sachen länger am Brennen zu halten.

T: Genau.

B: Genau. Das sind ja alles leichte kleine Dinge. Die kann man tatsächlich immer dabei haben. Das ist schon einmal super. Wenn ich jetzt also tatsächlich ein paar Tage abgeschnitten bin von allen anderen, dann brauche ich ja irgendwann auch etwas zu essen. Ich weiß, es ist nicht so wichtig, wie etwas zu trinken. Aber dennoch, wo findet man denn draußen im Extremfall Nahrung?

T: Im Extremfall ist es schwierig. Es kommt immer auf die Jahreszeit an. Im Sommer haben wir mehr Möglichkeiten, was Pflanzen und Pilze angeht. Im Winter, wir beziehen uns jetzt einmal auf den Winter, gibt es einige Möglichkeiten. Zum Beispiel Winterpilze, die erkennt man sehr schnell. Alleine schon, weil sie einen leuchtenden orangefarbenen Hut haben, den erkennt man sogar im Schnee.

B: Okay, und die sind dann auch…

T: Die sind ganz normal.

B: geniessbar.

T: Genau.

B: Super.

T: Direkt schneiden und wie so eine Suppe kochen. Was wirklich für mich eine Bio-Protein-Bombe ist, zum Beispiel der Regenwurm.

B: Okay.

T: Die ganz normal auch wirklich abkochen. Waschen, abgekocht eine Bio-Protein-Bombe. Im Winter muss man aber darauf achten, da sind sie nicht so ersichtlich wie im Sommer, da vergraben sie sich für den Winterschlaf so um die 40 bis 60 Zentimeter unter der Erde. Aber wenn man dann wirklich auf einen Meter runtergräbt, hat man wirklich eine ganze Kolonie von Regenwürmern. Die man ganz normal verzehren kann.

B: Ist vielleicht nicht die leckerste Mahlzeit ever, aber zur Not die Einzige (lacht).

T: Die Protein-Bombe, sage ich euch.

B: Cool.

T: Die sind super.

B: Ja toll. Da kommt so richtig der Einzelkämpfer durch (T lacht). Regenwürmer (B lacht).

Ist schon etwas Spezielles. Jetzt komme ich noch mal auf den richtigen Einzelkämpfer. Sie bilden ja Einzelkämpfer aus.

T: Genau.

B: Da geht es ja um ganz andere Fähigkeiten als die, die wir Normalverbraucher im Notfall brauchen. Welche Voraussetzungen muss man denn per se einfach mitbringen, um überhaupt Einzelkämpfer werden zu können. Also sowohl psychisch als auch physisch?

T: Ja, das ist, das fragen sich viele Lehrgangsteilnehmer, die zu uns kommen. Wir haben ja vor, die Lehrgangsteilnehmer an ihre physische und psychische Grenze zu bringen. Das machen wir meistens durch Belastung, Schlaf- und Nahrungsentzug. Und wie können sie sich vorbereiten. Also in erster Linie machen wir erst einmal das Körperliche. Man muss hundert Prozent fit sein. Damit meine ich, gesundheitlich fit. Wenn der Arzt sagt, es passt alles und man hat trotzdem irgendwo Bedenken, weil man vor einem Jahr einen Bruch hatte. Der ist noch nicht richtig verheilt, sollte man zu sich selber ehrlich sein. Wenn man angeschlagen oder krank anreist, hat man fast keine Chancen. Weil irgendwann kommt diese Verletzung vor. Dann hat man einfach ein Problem auf dem Lehrgang. Sonst sollte man auf jeden Fall marschfest sein, das heißt, auch mit Gepäck unterwegs sein, längere Strecken. Alleine schon unsere Abschlussübung geht über 80 Kilometer.

B: Okay, nonstop, ja?

T: Deswegen sollte man ein bisschen Marschfestigkeit haben. Kann man auch leicht trainieren. Durch die Wälder einfach mit dem Rücksack zu spazieren.

B: Ja.

T: Ist auf jeden Fall gut trainierbar. Sonst braucht man einfach eine Grundausdauer, die man als Soldat einfach erfüllt. Das wäre schon das Körperliche. Die Vorbereitung von der Psyche, schwierig. Ich sage immer wieder, dass man die Erfahrung braucht in gewissen Situationen. Zum Beispiel in der schwersten Situation, man war in einer Stresssituation auf der Arbeit oder im Einsatz. Dadurch kennt man schon einmal Situationen, die man auf diesem Lehrgang wiedererkennt. Und dann mit seiner Psyche anders agiert oder weiß, wie man handelt. Das lernen die meisten erst auf diesem Lehrgang. Weil sie dieser Situation zum ersten Mal begegnen. Dann auch die Psyche arbeiten muss. Und dann erst sich selbst kennenlernt, wie man auf diese Situation reagiert.

B: Also der Druck wirklich in Grenzsituationen dann.

T: Genau.

B: Sie sagten gerade, 80 Kilometer mit Gepäck. Was passiert während dieser 80 Kilometer? Gibt es dann da auch simulierte Angriffe auf die Auszubildenden. So etwas in der Art?

T: Das war einmal so. Der Lehrgang ist jetzt neu konzipiert. Der Lehrgang hat sich verändert. Früher war es so, dass wir viel simuliert haben. Dass wir eine abgelaufen Strecke hatten. Die auf jeden Punkt bezogen schon irgendwo eine kleine Station hatte. Damit der Lehrgangsteilnehmer das anwenden konnte, was er gelernt hat. Jetzt ist es so, dass wir eine frei laufende Übung haben. Das heißt, der Lehrgangsteilnehmer entscheidet für sich: Welche Strecke nehme ich, welche Wege laufe ich.

B: Ja.

T: Mache ich hier gerade einen Überfall auf eine Hütte oder lasse ich es.

B: Okay.

T: Nehme ich die Brücke oder gehe ich über das Gewässer. Der Lehrgangsteilnehmer entscheidet. Und wir müssen uns mit dem, wie er es entschieden hat, irgendetwas simulieren. Ich finde, für den Lehrgangsteilnehmer ist es eine realistische Situation. Und er kann selber entscheiden: Wende ich das an, nehme ich die Gefahr oder verhalte ich mich anders.

B: Okay. Gibt es da immer eine Sache, die Sie empfehlen würden? Und eine, von der Sie abraten? Also ich jetzt und die Gewässerüberquerung. Würden Sie grundsätzlich sagen, an diesem fiktiven Beispiel, die Brücke ist besser, weil... Oder gibt es da ein Richtig oder Falsch. Oder sind die Situationen so ergebnisoffen, dass Sie eingreifen, wenn der Teilnehmer, ich sage mal, die Brücke falsch überquert. Oder so?

T: Ja. Das ist eine gute Frage. Und zwar hat der Lehrgangsteilnehmer die Wahl. Es gibt eigentlich kein Richtig oder Falsch. Außer der Lehrgangsteilnehmer erkennt, es gibt da ein Hindernis. Zum Beispiel, die Brücke wird von Feindkräften überwacht.

B: Ja.

T: Und er nimmt trotzdem diese Brücke. Dann wird eine Simulation durchgeführt, dass der Lehrgangsteilnehmer oder die Gruppe angeschossen wird. Dann muss er wieder darauf reagieren und agieren. Wenn er das trotzdem hinbekommt, ist ja alles in Ordnung.

B: Ja, ich verstehe.

T: Die Lehrübung ist ja das Gewässer. Also wenn der Lehrgangsteilnehmer sagt, ich möchte aber über das Gewässer gehen. Ich erkenne aber als Ausbilder, okay, der Wasserspiegel ist zu hoch. Und die Strömung ist mir gerade zu stark.

B: Ja.

T: Dann muss ich leider einschreiten und sagen: Nein, hier geht es leider nicht weiter. Sie müssen die Übung über die Brücke aus Sicherheitsgründen und so weiter und sofort.

B: Okay, ich verstehe. Das ist interessant. Was gibt es denn sonst noch für Ausbildungsinhalte in diesem Lehrgang?

T: Ja, auf jeden Fall sind das sind grundsätzlich infanteristische Grundthemen, die da auch abgebildet werden. Wir haben das Sickern immer noch drinnen, also das Überqueren von Freiflächen. Das Sichdurchschlagen, das man sich selbst durchkämpft, durch den Wald, durch das Gebirge oder sonst wo. Wir haben immer noch den Bau von Behelfsmöglichen Unterkünften. Das ist zum Beispiel, wie baue ich mir eine Hütte. Aus dem Material, was ich am Mann habe. Oder wenn ich gar nichts anhabe, mit dem Werkzeug, was ich immer dabeihabe. Vielleicht ein Messer, wie baue ich mir dann irgendetwas. Damit ich von der Witterung einfach geschützt bin. Dann haben wir immer noch die Feuerausbildung mit drinnen. Wir haben die Wassergewinnung, also das, was ich schon angesprochen habe.

B: Ja.

T: Das haben wir dann ein bisschen spezialisierter. Und wirklich Bau von Wasserfiltern. Destillieren von Wasser. Wir haben die Nahrungsgewinnung. Auch alle Pilzsorten, die dann gelernt werden. Einfach dann mal alle Pflanzen zeigen, die wir essen können. Und bis zur Schlachtausbildung. Die dann am Hasen oder am Fisch durchgeführt wird. Wir haben immer noch die Orientierung mit drinnen. Die Orientierung mit Karte und Kompass. Das ist auch sehr wichtig. Und auch ohne. Sonst haben wir noch die personnel recovery, das ist die Rückführung. Wie verhalte ich mich, wenn mich Kräfte zurückholen. Meine eigenen.

B: Ja.

T: Also die ganzen Verfahren der Anwendungen werden auch noch gelernt. Der Nahkampf ist auch noch mit drinnen, ein kleiner Abschnitt noch. Da geht es um das Ausschalten von feindlichen Posten. Wir haben diesen Nahkampf ein wenig gekürzt. Das ist auch sehr gut für den Lehrgangsteilnehmer. Er muss sich dann wirklich nur um das Thema kümmern. Okay, ich habe im schlimmsten Fall einen Posten vor mir. Und ich muss da durch: Wie schalte ich ihn aus. Eine der wichtigsten Sachen meiner Meinung nach, die taktische Verwundetenversorgung. Was passiert oder was muss ich tun, wenn ich einen Verwundeten mit dabeihabe. Und das kann sehr schnell passieren. Welche Möglichkeiten habe ich. Wie kann ich weiter vorankommen. Wie kann ich medizinisch das durchführen, um meinen Verwundeten, so gut es geht, zu den eigenen Kräften zurückzuführen.

B: Ich verstehe, das heißt, die ganze Ausbildung ist jetzt eigentlich etwas umfangreicher noch geworden.

T: Genau.

B: Aber es gibt jetzt nur noch diesen einen Lehrgang. Und nicht mehr wie früher zwei?

T: Früher gab es wirklich diese zwei Lehrgänge. Der Einzelkämpferlehrgang eins und zwei. Die gab es in den letzten Jahren schon nicht mehr. Da gab es nur noch den einen Einzelkämpferlehrgang. Wie gesagt, der wurde ein bisschen umstrukturiert. Ist jetzt offener geworden. Wir haben keine Noten mehr. Also dieser Druck, dass ich eine Prüfung habe und eine Note bekomme, ist weg. Es gibt eine ganzheitliche Betrachtung. Das ist halt für den Lehrgangsteilnehmer eine Last, die wegfällt. Das man halt nicht diesen Druck hat.

B: Das heißt, die Leute kommen ohnehin gut vorbereitet, physisch, hin.

T: Genau.

B: Ziel ist tatsächlich, dass sie das lernen, was sie brauchen. Und nicht, dass da noch mal ganz wild gesiebt wird. Das wird vorher in der Vorbereitung erledigt.

T: Vollkommen richtig.

B: Genau. Und dann wird wirklich Wert darauf gelegt, dass es so weit wie möglich praxisnah möglich ist. Hab ich das richtig verstanden?

T: Genau. 

B: Das ist toll. Also wirklich eine Weiterentwicklung noch mal?

T: Ja, richtig.

B: Ja genau. Herr Taskin, ganz herzlichen Dank nach Hammelburg.

T: Vielen Dank, Frau Gantenbein.

B: Das waren wirklich gute Tipps für den Notfall. Und ein sehr interessanter Einblick in den neuen Einzelkämpferlehrgang. Den nächsten Podcast können Sie am kommenden Donnerstag hören. Ich melde mich ab aus dem Funkkreis. Machen Sie es gut. Tschüss.