Ich finde es wichtig, einen solchen Ort einmal im Leben mit eigenen Augen gesehen zu haben. Allerdings muss man sich auch mit dem Geschehenen auseinandersetzen. Ich fahre seit vielen Jahren nach Auschwitz; im Sommer schieben sich regelrechte Besuchermassen durch das Lager. Mittlerweile kommen bis zu zwei Millionen Besucher im Jahr. Sie buchen eine Tagestour von Krakau, machen ein oder zwei Stunden Fotos und sind wieder weg. Manchmal habe ich den Eindruck, Auschwitz ist für viele Besucher nur ein weiteres touristisches Angebot – und das finde ich schade.