Amtshilfe im Seniorenheim: „Wir bleiben, so lange wir gebraucht werden“

Amtshilfe im Seniorenheim: „Wir bleiben, so lange wir gebraucht werden“

  • Coronavirus
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

17.000 Soldatinnen und Soldaten unterstützen in der Amtshilfe, viele davon in Seniorenheimen. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überzeugt sich in einer Berliner Einrichtung von dem Engagement der Soldatinnen und Soldaten und erlebt, wie die Bewohnerinnen und Bewohner vom Einsatz der Bundeswehr profitieren.

Ministerin im Gespräch mit einer älteren Dame im Rollstuhl.

Lob für die Soldaten: Die 93-jährige Bewohnerin des Seniorenwohnheims berichtet Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, wie sehr sie sich über die Amtshilfe freut und wie freundlich die Soldaten sind.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Platz nehmen, Maske absetzen, Nase hoch, Stäbchen vorsichtig rein, drehen, fertig. Die Abläufe sind ruhig und präzise. Der Oberstabsgefreite Daniel Richter testet schon seit dem 9. Februar Besucherinnen und Besucher im Seniorenwohnheim Müggelschlößchenweg der Berliner Stadtmission.

Nur dieses Mal unter den interessierten Blicken von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie möchte sehen, was die Soldatinnen und Soldaten in der Amtshilfe alles leisten, wie diese Hilfe den Menschen zugutekommt und wie die zivil-militärische Zusammenarbeit funktioniert.

Personelle und mentale Unterstützung

Seit einem Jahr unterstützt die Bundeswehr im Kampf gegen die Corona-Pandemie überall dort, wo die zivilen Kräfte allein nicht mehr weiterkommen. Mehr als 17.000 Soldatinnen und Soldaten unterstützen unter anderem in Impfzentren, Mobilen Impfteams, bei der Kontaktnachverfolgung und in Pflege- und Seniorenheimen –  so wie hier in Berlin-Köpenick. Vorerst ist die Amtshilfe bis Ostern verlängert worden. „Aber für uns ist klar: So lange wir gebraucht werden, machen wir weiter“, betont die Ministerin.

Im Seniorenwohnheim Müggelschlößchenweg erfährt sie, wie wichtig die Unterstützung der Bundeswehr ist. „Vorher hatten wir nur geringe Kapazitäten, die Angehörigen hier zu testen. Sie mussten also erst zum Testzentrum und an demselben Tag noch hierher“, berichtet Pflegedienstleiterin Heike Sujata. Das sei ein großer Aufwand für die häufig schon sehr betagten Lieben der Bewohner gewesen.

Seit dem 18. Januar unterstützt die Bundeswehr – mehr Tests direkt vor Ort sind seither möglich. „Wir sind darüber überglücklich. Die Soldaten unterstützen uns personell und auch mental. Der Pflege wird mal geholfen, das ist einfach toll“, sagt Sujata erfreut.

Ministerin im Gespräch mit der Leiterin des Seniorenheims.

Im Gespräch: Pflegedienstleiterin Heike Sujata ist „überglücklich“ über die Unterstützung der Bundeswehr. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagt Amtshilfe zu, so lange sie nötig ist.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

„Herzen im Sturm erobert“

Die Soldaten hätten sich sehr schnell gut ins Team integriert und der „frische Wind“ habe schon nach wenigen Tagen die Stimmung aufgehellt. „Wir waren nach dem vergangenen Jahr mit der Kraft am Ende“, so die Pflegedienstleiterin. Corona habe sich einige Zeit auch in dem Heim mit 150 Plätzen ausgebreitet.

Aber nun sei die Einrichtung coronafrei und alle Bewohner seien geimpft, berichtet Sujata der Ministerin, die sich erfreut über die gute Aufnahme der Soldaten zeigt. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Bewohner und auch die Soldaten hier wohlfühlen.“

Die Rückmeldungen aus dieser und auch anderen Einrichtungen zu dem Bundeswehreinsatz seien sehr positiv. „Viele kommen ins Gespräch miteinander, was sonst eher nicht der Fall wäre. Und viele berichten uns, wie empathisch die Soldatinnen und Soldaten sind, sehr einfühlsam“, berichtet Dr. Christian Ceconi, Direktor der Stadtmission Berlin. „Sie haben die Herzen im Sturm erobert.“ So wie das einer 93-jährigen Bewohnerin. Sie berichtet Kramp-Karrenbauer, wie sehr sie sich über die Hilfe der Soldaten freut. Sie seien sehr freundlich und durch sie sei es auch für ihre Angehörigen einfacher, wieder zu Besuch zu kommen.

Ministerin im Gespräch mit einem Soldaten im Seniorenheim.

In der Teststation: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer lässt sich den Ablauf vom Oberstagsgefreiten Daniel Richter erklären.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Dank und Anerkennung

„Jede Ansteckung, die nicht ins Seniorenheim getragen wird, rettet Leben“, so Kramp-Karrenbauer. Diese Hilfe müsse auch weiterhin geleistet werden, wenn sie nötig ist. „Keiner von uns wird das Stäbchen fallen lassen, so lange wir noch gebraucht werden“, betont die Ministerin und bedankt sich bei den Oberstabsgefreiten Erik Riller und Daniel Richter für ihr Engagement.

Die Soldaten aus der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch leisten einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 – wie zahlreiche ihrer Kameradinnen und Kameraden in der Hauptstadt und ganz Deutschland.

von Amina Vieth

Mehr zum Thema