Versehrtensport

Indoor-Rudern: 60 Prozent aus den Beinen, 40 Prozent aus den Armen

Indoor-Rudern: 60 Prozent aus den Beinen, 40 Prozent aus den Armen

  • Invictus Games
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Den Haag
Lesedauer:
2 MIN

Auf die Plätze, fertig und los! In Ein- und Vier-Minuten-Intervallen haben die deutschen Athleten bei den Invictus Games alles gegeben, um einen der vorderen Plätze zu errudern. Medaillenträger Alex hob bei seiner kraftvollen Performance sogar das Rudergerät aus der Verankerung. Der Schweiß floss in Strömen und starke Leistungen waren zu bestaunen.

Mehrere Sportler nebeneinander auf Rudergeräten

Mit voller Kraft: Rudern erfordert viel Ausdauer. Die Athleten geben alles, auch Vocko, der Kapitän des deutschen Teams.

Bundeswehr/Sebastian Wilke

An sich ist Rudern ein Wassersport, doch inzwischen wird es auch in der Halle betrieben: Denn Cardiotraining auf dem Rudergerät beansprucht alle Muskeln im Körper der Sportler. Das Indoor-Rudern zählt deshalb auch zu den größten Ereignissen der Invictus-Wettkämpfe und machte am fünften Tag seinem Ruf als Publikumsmagnet alle Ehre. In zwei Reihen standen eng nebeneinander positionierte Rudergeräte, umgeben von reichlich gefüllten Zuschauertribünen, von denen aus die Athleten lautstark angefeuert wurden. Aus dem Team Germany nahmen Achim, Laube, Vocko, Dieter, Carsten und Alex teil. Sie bestritten Ein- und Vier-Minuten-Rennen. Obwohl die eine Minute bereits viel Kraft und Ausdauer erforderte, war sie eher ein Aufwärmen für den vier Minuten-Durchgang. Vor Kraftanstrengung verzerrte Gesichter, in Strömen fließender Schweiß und vor Belastung zitternde Muskeln – die Athleten gaben alles. Trotz des Kraft- und Ausdauerakts, der im Ergebnis leider nicht für eine Medaille reichte, verließen alle deutschen Athleten die Arena mit einem Lächeln auf den Lippen.

War die Runde geschafft, ließen sich einige der Teilnehmenden neben das Gerät auf den Boden sinken, um Kraft zu schöpfen. Wer alleine nicht mehr hoch kam, dem reichten die Kameraden sofort ihre helfenden Hände. Denn bei den Invictus Games, den Weltspielen für versehrte Soldaten und Soldatinnen, herrscht kein Konkurrenzdenken. Zwar treten die Männer und Frauen gegeneinander an, dennoch sind sie alle verbunden – ein gemeinsames Invictus-Team. Hier lässt keiner den anderen hängen. Wer ausscheidet, feuert seinen Teamkollegen an, hat dieser es in die nächste Runde geschafft. Und wenn alle Athleten eines Teams ausgeschieden sind, dann klatschen und skandieren sie für die anderen Nationen.

von Amina Vieth und  Lara Weyland