Minderjährige Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr

Minderjährige Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr

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Minderjährige Soldatinnen und Soldaten: Die Bundeswehr ermöglicht jungen Menschen, die das 17. Lebensjahr vollendet haben, einen Einstieg in den Beruf.

Bei der Bundeswehr dürfen Minderjährige, die das 17. Lebensjahr vollendet haben, freiwillig Wehrdienst leisten oder als Zeitsoldaten eine Ausbildung beginnen.

In 2018 wurden insgesamt mehr als 20.000 Soldatinnen und Soldaten eingestellt. Davon waren 1.679 noch keine 18 Jahre alt. 60 Prozent dieser minderjährigen Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr wurden binnen eines halben Jahres nach ihrem Dienstantritt volljährig. Im Jahresdurchschnitt dienten 2017 und 2018 rund 650 minderjährige Soldatinnen und Soldaten in den Streitkräften.

Sollte die derzeit ausgesetzte Wehrpflicht je wieder eingesetzt werden, so ist die verpflichtende Einberufung Minderjähriger als Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ausgeschlossen.

Schatten der angetretenen Soldaten

Minderjährige, die Soldatinnen beziehungsweise Soldaten der Bundeswehr werden möchten, benötigen das Einverständnis ihrer Erziehungsberechtigten.

Bundeswehr/Wilke

Oft entscheiden junge Menschen schon vor Eintritt der Volljährigkeit, was sie werden wollen. Damit 17-Jährige nicht auf ihren Eintritt in die Bundeswehr warten müssen, können sie bereits vor dem vollendeten 18. Lebensjahr ihre Ausbildung bei der Truppe beginnen. Ansonsten würden den an der Allgemeinen Grundausbildung (AGA) Interessierten gegenüber gleichaltrigen Berufseinsteigern und Berufseinsteigerinnen, die zivil ausgebildet werden, Nachteile entstehen.

Möchte ein Minderjähriger oder eine Minderjährige Soldat oder Soldatin bei der Bundeswehr werden, wird in intensiven Auswahlgespräche überprüft, ob er beziehungsweise sie die nötige Reife mitbringt und sonst alle Voraussetzungen erfüllt. So brauchen Minderjährige das Einverständnis ihrer Eltern oder ihres gesetzlichen Vertreters oder ihrer gesetzlichen Vertreterin. Außerdem müssen sie die Vollzeit-Schulpflicht erfüllt haben. Das ist der Fall, wenn sie – je nach Bundesland und besuchter Schulform – neun oder zehn Jahre zur Schule gegangen sind.

Minderjährige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden grundsätzlich nicht in den Einsatz geschickt. Sie dürfen Schusswaffen ausschließlich zu Übungs- und Ausbildungszwecken verwenden. Zum Wachdienst in der Kaserne werden sie nicht eingeteilt, da hier ein möglicher Schusswaffengebrauch zwar unwahrscheinlich ist, aber nicht ausgeschlossen werden kann. In den Ausbildungsstätten, in denen der Umgang mit Waffen geübt wird, stehen die minderjährigen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unter dem besonderen Schutz und der zusätzlichen Aufsicht durch die Vorgesetzten.

Mit diesen Bestimmungen hält sich die Bundesrepublik Deutschland an ihre völkerrechtlichen Verpflichtungen wie die UNUnited Nations-Kinderrechtskonvention von 1989.

von  Redaktion der Bundeswehr