„Nachgefragt“

„Am Ende ist die ganze NATO beteiligt“

„Am Ende ist die ganze NATO beteiligt“

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
4 MIN

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Deutschland stellt seit drei Jahren eine von drei Brigaden der NATO Response Force. Seitdem hat sich viel getan. Brigadegeneral Alexander Krone, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37, spricht über seine Erfahrungen als Führer des deutschen Anteils der schnellen Eingreiftruppe, der Very High Readiness Joint Task Force (VJTFVery High Readiness Joint Task Force ).

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Brigadegeneral Alexander Krone führte bis vor kurzem die VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Landbrigade der NATO Response Force. Mit „Nachgefragt“-Moderatorin Frau Hauptmann Maria Schönemann blickt er auf die letzten drei Jahre und seine Arbeit bei der NATO-Speerspitze zurück.

An der NATO Response Force (NRFNATO Response Force) seien immer drei Leitnationen beteiligt, erklärt Krone. „In diesem Jahr sind das Italien, Großbritannien und Deutschland.“ Jeweils eine Nation stelle dabei eine der drei NRFNATO Response Force-Brigaden, erklärt Krone weiter. Eine von ihnen befände sich in der Vorbereitung (Stand-Up), eine in der Nachbereitung (Stand-Down) und eine in Bereitschaft (Stand-By) für einen Einsatz als schnelle Eingreiftruppe, so der Brigadegeneral.

Die jeweils in Bereitschaft stehende Brigade wird auch VJTFVery High Readiness Joint Task Force (Very High Readiness Joint Task Force) genannt. 2023 stellte Deutschland diese VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Brigade, das Jahr davor hatten sich die deutschen Truppenteile auf den Einsatz als Speerspitze der NATO vorbereitet. Inzwischen befinden sich die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in der Phase der Nachbereitung.

Zur NRFNATO Response Force tragen aber nicht nur die drei Leitnationen bei. Hinter ihnen würden noch einmal sieben bis acht weitere Länder stehen, so der Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37. „Am Ende ist die ganze NATO beteiligt“, sagt der Brigadegeneral zur „Nachgefragt“-Moderatorin Frau Hauptmann Maria Schönemann.

Ukrainekrieg veränderte vieles

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine habe gezeigt, dass die NATO Response Force eine durchaus nutzbare Reserve sei, so Krone. Zu Beginn des Krieges 2022 seien zum Beispiel Truppen aus dem damaligen französischen VJTFVery High Readiness Joint Task Force -Anteil auch zum Schutz des NATO-Bündnisgebietes nach Rumänien verlegt worden, erklärt der Brigadegeneral. „Die NATO Response Force wurde tatsächlichen in Teilen eingesetzt“, ergänzt er. 

Auch die Reaktionszeit der NRFNATO Response Force habe sich verändert, so der Brigadegeneral. „Die wurde uns mehrfach in den Jahren verkürzt, um damit auf die sicherheitspolitischen Entwicklungen zu reagieren“, erklärt er. Deswegen würde man jetzt noch detaillierter planen und erkunden: „Um einfach Zeit zu gewinnen, falls wir eingesetzt werden“, erklärt Krone.

Eingespielte Zusammenarbeit

Bei der NATO Response Force müssen alle Beteiligten multinational zusammenarbeiten können. Vor allem die Interoperabilität sei dabei eine Herausforderung, so Krone: Zum einen in technischer, aber auch in sprachlich-kultureller Hinsicht.

Technisch wäre beispielweise die Zusammenarbeit vor allem am Anfang nicht einfach gewesen, erinnert sich der Brigadegeneral. Inzwischen habe sich das aber geändert, die unterschiedlichen Nationen hätten sich aufeinander eingestimmt. Ein Beispiel sei das Battle Management System, mit dem die norwegischen und die deutschen Streitkräfte zum Beispiel ihre Aufklärungsdaten austauschen. „Da haben wir eine steile Lernkurve hingelegt“, sagt der Panzergrenadierkommandeur. Auch sprachlich und kulturell sei die Zusammenarbeit herausfordernd gewesen, so Krone – inzwischen verstehe man sich aber wirklich gut. „Wir machen alles in Englisch“, so Krone.

Übungen im In- und Ausland

Die NRFNATO Response Force-Truppen übten normalerweise in ihren Heimatländern, so der Brigadegeneral. „Also in den Niederlanden, in Norwegen.“ Die deutschen Truppen hätten sich zum Beispiel 2022 „mit vielen tausend Soldatinnen und Soldaten“ in der Lüneburger Heide bei einer großen Verlegeübung auf ihren Einsatz als VJTFVery High Readiness Joint Task Force vorbereitet.

Fähigkeiten wären aber auch andernorts geübt worden, so der Brigadegeneral. „Unsere Auslandsübung war ein Stresstest für die VJTFVery High Readiness Joint Task Force in 2023 auf Sardinien“, sagt Krone. Damals sei vor allem das Verlegen zu See, zu Land und in der Luft geübt worden. Auch bei der Verlegeübung „Quadriga“ im ersten Halbjahr 2024 sei die NRFNATO Response Force beteiligt gewesen. „Im Rahmen von Quadriga waren auch Teile der NATO Response Force bis nach Litauen hin mit eingebunden“, sagt der Offizier.

Rückblickend betrachtet hätte die Truppe einen sehr intensiven Ausbildungsparcours hingelegt, so der Brigadegeneral. Die Fähigkeiten der NRFNATO Response Force seien trotz einer erheblichen Personalfluktuation erhalten und verbessert worden. „Wir haben kontinuierlich weiter ausgebildet“, sagt Krone. „Die Männer und Frauen, die die Ebenen Züge, Kompanie und Bataillon geführt haben, haben wirklich Tolles geleistet.“ 

von Arthur Galbraith

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