Soldaten des deutschen Einsatzverbandes nach Evakuierungsoperation in Wunstorf gelandet

Soldaten des deutschen Einsatzverbandes nach Evakuierungsoperation in Wunstorf gelandet

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Datum:
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Wunstorf
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Das deutsche Einsatzkontingent ist am Abend des 27. August nach Deutschland zurückgekehrt. Damit ist die bislang größte Evakuierungsoperation in der Geschichte der Bundeswehr abgeschlossen. Mehr als 5.300 Menschen konnten dabei aus Afghanistan ausgeflogen werden.

Viele Soldaten verlassen ein Transportflugzeug und laufen auf dem Flugfeld am Fliegerhorst in Wunstorf

Die Evakuierungsoperation in Kabul ist beendet. Knapp 400 Männer und Frauen landen am Freitag auf dem Fliegerhorst in Wunstorf.

Bundeswehr/Jana Neumann

Kurz vor 20 Uhr schieben sich langsam zwei Airbus A400M Transportflugzeuge auf ihren Abstellplatz beim Lufttransportgeschwader (LTGLufttransportgeschwader) 62 in Wunstorf. Mittig versetzt kommt ein Airbus A310 der Luftwaffe zum Stehen. Die drei Flugzeuge hatten am frühen Morgen die usbekische Hauptstadt Taschkent verlassen. Sie bringen das Gros des deutschen Einsatzverbandes für die am 15. August vom Krisenstab beschlossene Evakuierungsoperation aus Afghanistan zurück in die Heimat. Die Operation hatte am 16. August mit der Entsendung der ersten A400M begonnen.

Warmer Empfang für Angehörige des Einsatzverbandes

Nach und nach verlassen die ersten Angehörigen des Einsatzverbandes die Flugzeuge. Minutenlang strömen die Soldatinnen und Soldaten zugweise zum Sammeln in einen Hangar. Knapp 400 Männer und Frauen sind es, sichtbar müde und erschöpft. Neben zahlreichen Pressevertretern sind auch Angehörige auf den Fliegerhorst gekommen, um ihre Lieben willkommen zu heißen. Zudem wird das Einsatzkontingent in Wunstorf von Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Bundestages empfangen. Die Wehrbeauftragte des Parlaments Eva Högl, Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und der Generalinspekteur hatten die Truppe bereits von Taschkent aus nach Hause begleitet.

Am gestrigen Abend kehren mehr als 400 Sodatinnen und Soldaten von der größten militärischen Evakuierungsmission, an der die Bundesrepublik je beteiligt war, nach Deutschland zurück. In den fast zwei Wochen haben sie mehr als 5.300 Bundesbürger, Afghaninnen und Afghanen sowie Bürger anderer Staaten aus mindestens 45 Nationen aus Kabul ausgeflogen.

Bundeswehr evakuiert 5.300 Menschen aus Afghanistan

Binnen weniger als zwei Wochen hat der Einsatzverband mehr als 5.300 Menschen von Kabul nach Taschkent ausgeflogen. Unter ihnen deutsche Staatsangehörige und viele afghanische Ortskräfte mit ihren Familien. Neben Fallschirmjägern und Spezialkräften von Heer und Luftwaffe waren verschiedene Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche an der Mission beteiligt. Angehörige von SKBStreitkräftebasis und Luftwaffe sowie Sanitätsdienst und Cyber- und Informationsraum (CIRCyber- und Informationsraum). Gemeinsam stellten sie das Funktionieren der deutschen Luftbrücke von Kabul nach Taschkent sicher.

Viele Soldaten mit Schutzmaske sind zum Abschiedsappell angetreten

Nach der Ankunft auf dem Fliegerhorst versammeln sich die Soldatinnen und Soldaten zum Abschiedsappell in einem Hangar.

Bundeswehr/Jana Neumann

Abschiedsappell zur Würdigung der Evakuierungsmission

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Erich Pfeffer, dankte den Männern und Frauen für ihren Einsatz und zollte Respekt für die Leistung. Angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan sei der heutige Tag kein Tag zum Feiern. Dennoch sei es gelungen, mehr als 5.000 Menschen zu retten. Es handele sich um die größte Evakuierungsoperation in der Geschichte der Bundeswehr. Pfeffer kündigte an, dass der abgeschlossene Einsatz am 22. September mit einem offiziellen Abschiedsappell gewürdigt werde.

„Unfassbares gesehen und Unglaubliches geleistet.“

Auch Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer dankte dem Einsatzverband für einen schwierigen und komplexen Einsatz. „Sie haben Unfassbares gesehen und Unglaubliches geleistet“, sagte die Ministerin. Die Gedanken seien auch bei den vielen zivilen und militärischen Opfern der jüngsten Terroranschläge in Kabul. Der Führer der Evakuierungsmission, Brigadegeneral Jens Arlt, sprach von einem „hochdynamischen Einsatz“, der jeden an seine Belastungsgrenze geführt habe.

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Evakuierungsmission als hochkomplexer Auftrag

Wegen der vielfältigen Bedrohungen habe die ganze Zeit großer Druck auf dem Einsatzverband gelastet. Der humanitäre Charakter der Evakuierungsmission sei eben kein rein militärischer Einsatz gewesen. Konfrontiert mit sehr vielen verängstigten Menschen hätten die Angehörigen seines Kontingents auf vielen verschiedenen Ebenen funktionieren müssen, um helfen zu können.

Letzte Transportflugzeuge kehren am Wochenende zurück

Gegenwärtig befinden sich noch vier A400M mit ihren Besatzungen und Sicherungspersonal in Taschkent. Ein A400M, der als fliegende Intensivstation ausgerüstet ist und drei Flugzeuge zur Rückführung von Material. Sie alle sollen im Laufe des Wochenendes nach Deutschland zurückkehren.

von Markus Tiedke

Statements

  • Ein Soldat spricht in ein Mikrofon am Fliegerhorst in Wunstorf
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    Bis an die Belastungsgrenze

    „Ein hochdynamischer Einsatz, mit nichts zu vergleichen, was ich bisher erlebt habe“, sagte Brigadegeneral Arlt nach seiner Ankunft in Wunstorf

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