Alltagsbegriffe mit Herkunft aus dem Militär - Teil 5

Alltagsbegriffe mit Herkunft aus dem Militär - Teil 5

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Radio Andernach (RA): Und zwar Pauken und Trompeten

Fanfare ertönt.

RA: Zwei sehr schöne Musikinstrumente, die jahrzehntelang ihren Dienst innerhalb des Militärs verrichten, denn Musiker hat es im Militär schon immer gegeben. Bei der Redewendung Mit Pauken und Trompeten meint man zum Beispiel, dass jemand durch seine Führerscheinprüfung gefallen ist, aber nicht ganz knapp, sondern in ganz großem Maß, mit ganz, ganz vielen Fehlern. Doch diese Redewendung lässt sich auch so verstehen, dass jemand etwas ganz Großes inszeniert hat, zum Beispiel ein Frühstück für die Kameraden mit Hummer und Krabben und Kaviar. Doch wo liegt der militärische Bezug zu „mit Pauken und Trompeten“? In der Militärmusik galten Pauken und Trompeten lange als edelste Instrumente – im Gegensatz zu Trommeln und Pfeifen

Spielmannszug mit Trommeln und Flöten

RA: Im 16. oder auch 17. Jahrhundert waren Pauker und Trompeter im Militär sehr hoch angesehen, hatten eine eigene Zunft, eine geschützte Berufsbezeichnung und hohe Dienstgrade. Dementsprechend spielten Pauken und Trompeten nur zu den wichtigsten Anlässen.
Unseren zweiten Begriff kennen Sie, da bin ich mir sicher. Denn: Ich kenne meine Pappenheimer hat man zumindest von den Eltern oder Großeltern schon einmal gehört. Unterdessen stammt diese Redewendung aus „Wallenstein“ von Friedrich Schiller. Wallenstein war ein böhmischer Feldherr und Politiker, eine große Persönlichkeit zu den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges. Und eben dieser Wallenstein hat gesagt: „Ich kenne meine Pappenheimer“ – ich weiß, dass sie im Krieg zu mir halten. Die Pappenheimer waren ein Regiment, das unter Wallenstein gekämpft hat und sogar eine Art Elitekampftruppe war.

von Adrian Grüner