Analyse dizentrischer Chromosomen (DIC)

Analyse dizentrischer Chromosomen (DIC)

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Als besondere Aufgabe hat das Institut die wissenschaftliche Leitfunktion in der Spezialdiagnostik im Rahmen der zytogenetischen Biodosimetrie nach Strahlenexposition (mittels DIC-Analyse).

Analyse dizentrischer Chromosomen

Durch die Fusion zweier zentromerhaltiger Chromosomenbruchstücke entsteht ein dizentrisches Chromosom

Bundeswehr

Die Methode basiert auf der Fähigkeit ionisierender Strahlung, DNA-Doppelstrangbrüche zu induzieren, zum Beispiel den Interphase-Zellkern eines zirkulierenden Blutlymphozyten. Als Folge einer anschließenden Fusion zweier zentromerhaltiger Chromosomenbruchstücke („falsche“ Reparatur) entsteht ein dizentrisches Chromosom (DIC), in der Regel unter Bildung eines Chromosomenbruch-stückes ohne Zentromer (azentrisches Fragment, ace). Diese Aberrationen können nach Stimulierung der Zellteilung und Arretierung in der Metaphase durch Anfärben mikroskopisch sichtbar gemacht werden. DIC zählen zu den instabilen, letalen Aberrationen, das heißt, die Zelle verliert nach spätestens zwei bis drei Teilungen irreversibel ihre Teilungsfähigkeit. Daher sind DIC für die Analyse lange zurückliegender Expositionen weniger gut geeignet als stabile, über die Zeit persistierende, symmetrische- Translokationen. Über eigene, in vitro mit humanen Lymphozyten generierte, Standard-Kalibrierkurven kann eine absorbierte Dosis eines Strahlenunfallpatienten rekonstruiert werden.

von Mark Hotz