Anmarsch übers Wasser

Anmarsch übers Wasser

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Fernspäher sind weltweit im Einsatz. Ihr Einsatzgebiet ist das Hinterland des Gegners. Dort ungesehen hin- und wieder wegzukommen, ist eine Herausforderung. Wasserwege sind eine Option. Doch diese sogenannte amphibische Verbringung muss geübt werden.

Soldaten klettern von Schlauchbooten ins Wasser.

Phase 1: Raus auf den See und rein ins Wasser

Bundeswehr/Christian Vierfuß

Der Klietzer See auf dem gleichnamigen Truppenübungsplatz ist gewöhnlich der „Hausteich“ der Pioniere aus Havelberg. Seit Anfang dieser Woche üben hier jedoch Fernspäher aus Seedorf und Lebach. Ihr Auftrag: amphibische Infiltrations- und Verbringungsausbildung. Im Klartext: Schwimmen und Faltbootfahren mit taktischen Finessen.

Die Übungstruppe ist klein. Gerade ein Dutzend Fernspäher und mitgereistes Funktionspersonal sind vor Ort. Je zur Hälfte Kameraden aus den Fernspähzügen der Luftlandeaufklärungskompanien 310 und 260. „Für die meisten von uns geht es um Inübunghaltung“, sagt Stabsfeldwebel Horst Grabert. Er gehört zu den Männern aus Seedorf und hat die Ausbildung hier geplant.

Amphibische Infiltration

Soldaten schwimmen im Wasser. Man sieht über der Wasseroberfläche nur ihre Köpfe von hinten.

Phase 2: Schwimmen, Schwimmen, Schwimmen – mit Gepäck

Bundeswehr/Christian Vierfuß

„Am Anfang einer Mission stehen Verbringung und Infiltration. Mitunter müssen wir das amphibisch erledigen.“ Grabert beobachtet aufmerksam, wie sich zwei seiner Männer mit sparsamen Bewegungen dem Ufer nähern. Außer einem leisen Glucksen ist kaum etwas zu hören.

Beide schieben ihr Gepäck, das in einem Kleidersack wasserdicht verpackt ist, vor sich her. Ihre Trainingswaffen starren drohend landeinwärts. „Das sind die Scouts des Fernspähtrupps, die als erste an Land gehen, um die Anlandestelle zu sichern“, erklärt Grabert. Die übrigen vier Männer warten derweil am jenseitigen Ufer.

Zu Beginn der Ausbildung steht das Schwimmen im Trupp im Fokus. Mit einem Schlauchboot fahren die Fernspäher auf den See. Dort gleitet einer nach dem anderen mit seinem Gepäck ins Wasser. Dann geht es los. „Wir sind keine Kampfschwimmer. Wir müssen keine 30 Kilometer schwimmen, schon gar nicht in Olympianorm. Haltungsnoten gibt es auch nicht. Aber eine Seemeile müssen die Jungs schon schaffen“, sagt Grabert. Natürlich auch mit Gepäck.

70 Kilo mit Trockentauchanzug

Ein Soldat steigt mit seiner Ausrüstung aus dem Wasser.

Phase 3: Ankunft am Einsatzort

Bundeswehr/Christian Vierfuß

Und das schaffen die Fernspäher auch. Kräftesparend, aber nicht zu langsam schwimmen. Zähne zusammenbeißen und kein Aufheben darum machen. Zur Sicherheit führt der Trupp im Wasser ein Seil mit, an dem sich die Soldaten mit Schlaufen einhängen. Mit dem Trockentauchanzug, der persönlichen Ausrüstung und der Waffe bewegen die Männer zusätzlich zu ihrem Körpergewicht etwa 70 Kilogramm.

Kurz nach den Scouts gelangen auch die übrigen Männer des Trupps an Land und gehen in Rundumsicherung. Übungsende für heute. Grabert ist zufrieden. Nach einer kurzen Auswertung dürfen die Soldaten einpacken. Im Einsatz haben sie diesen Luxus nicht. „Da geht es jetzt erst richtig los“, sagt Grabert lächelnd. „Infiltration und Arbeit am Objekt.“

Ein Soldat mit Mundschutz und einer Waffe steht am Ufer und schaut Richtung Wasser.

Phase 4: Die Scouts sichern die Landezone.

Bundeswehr/Christian Vierfuß


von Markus Tiedke

Gewässer: Ein Element der Fernspäher